Sehr bewegend und emotional

Jens Schott betrachtet den russischen Kalender mit Bibelzitaten, den jedes Teammitglied des Greizer Hilfstransports in Brest als kleines Dankeschön mit besten Segenswünschen für das Jahr 2013 erhalten hat.
 
Jens Schott (l.) bei einer Familie in Brest, deren krebskrankens Kind sich über mitgebrachte Süßigkeiten freut. (Foto: Verein)

Hilfstransport nach Brest: Jens Schott über seine Eindrücke

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Über zwei Drittel des Territoriums von Weißrussland waren 1986 von der radioaktiven Wolke aus der Tschernobyl-Katastrophe betroffen. Die Auswirkungen dauern bis heute an, auch Jahre nach der Reaktorkatastrophe erkranken in dieser Region kleine Kinder um ein Vielfaches häufiger an Krebs als an anderen Orten der Welt. Seit über zwei Jahrzehnten bringen Hilfstransporte aus Greiz dringend benötigte Hilfsgüter, Gerätschaften und Ausstattungen zu den betroffenen Menschen in die weißrussische Region um Brest. Der letzte vom Verein Hilfstransport Greiz-Brest e.V. organisierte Konvoi fuhr Anfang dieses Jahres nach Weißrussland und kehrte am 9. Januar wohlbehalten zurück. Erstmals mit an Bord war der Geschäftsführer der Rewe-Supermärkte Greiz und Langenwolschendorf, Jens Schott. Ich sprach mit dem 39-jährigen Greizer über dessen Eindrücke.

Wie kam es dazu, dass Sie an dem Hilfstransport teilnahmen?

Bereits seit vielen Jahren unterstütze ich als Sponsor für Lebensmittel und Süßwaren den Verein Hilfstransport Greiz- Brest. Schon vor geraumer Zeit wuchs in mir der Wunsch, den Transport nach Weißrussland persönlich zu begleiten. Voriges Jahr bot ich dem Vereinsvorsitzenden Ulrich Jetschke meine Hilfe an, das Team zu unterstützen, gern auch als LKW- Fahrer. Er nahm das Angebot an und Anfang dieses Jahres war ich dabei.

Wann begann die Fahrt?

Wir starteten am 3. Januar gegen 9.30 Uhr mit zwei Lkw-Zügen und einem Begleitfahrzeug von der Oßwaldstraße in Greiz. Kurz zuvor sprach Pastor Christian Meischner von der Evangelisch-methodistischen Kirche Reichenbach noch Segensworte und wünschte gutes Gelingen.

Was hatten Sie an Bord?

Insgesamt haben wir zirka 25 Tonnen Hilfsgüter mit nach Brest genommen. Alles Sachspenden wie Möbel, Computer, Fernseher, Spielsachen, Verbandsmaterial sowie andere medizinische und technische Hilfsmittel. Dazu noch viele persönliche Familienpakete von Greizer Bürgern für ihre Patenfamilien in Brest und Umgebung.

Wie verlief der Hilfstransport?

An und für sich relativ problemlos. Bis zur weißrussischen Grenze. Doch am Grenzübergang zu Weißrussland mussten wir fast zehn Stunden warten! Nach für mich nicht nachvollziehbaren bürokratischen Hürden durften wir mit unserem kleinen Konvoi die Grenze nach quälend langen neuneinhalb Stunden Abfertigungszeit passieren. Das sei allerdings sogar die bisherige Bestzeit gewesen, versichert Uli Jetschke!

Wann kamen Sie in Brest an?

Am 4. Januar wurden wird gegen 11.30 Uhr (Ortszeit 13.30 Uhr) von den Mitgliedern des Vereins "Kinder in Not" in Brest empfangen. Anschließend begaben wir uns zu unseren Gastgeberfamilien. Am nächsten Tag wurden die Hilfsgüter mit vielen Helfern von den Lkw entladen. Danach organisierte der Verein die Verteilung an die Bedürftigen.

Welche Eindrücke haben Sie gewonnen?

Die herzliche Gastfreundschaft war einfach überwältigend. Andererseits bin ich sehr betroffen von den vielen Einzelschicksalen in den Familien, die wir besuchten. Dennoch: Trotz der vielen Operationen, Chemotherapien, Schmerzen und monatelangen Aufenthalten in Onkologischen Kliniken begegneten uns die Kinder sehr aufgeschlossen, lebensfroh und liebenswert freundlich. Für mich waren die Tage sehr bewegend und emotional. Voller Freude kann ich sagen, dass christliche Nächstenliebe hier gelebt wird. Es war eine schöne Zeit mit wunderbaren Augenblicken und interessanten Gesprächen, aber auch herzzerreißenden Momenten in Gegenwart schwerstkranker Kinder.

INFORMATION:

Der Verein Hilfstransport Greiz-Brest e.V. und der dortige Hilfsverein "Kinder in Not" betreuen in Brest und Umgebung derzeit 179 erkrankte Kinder beziehungsweise Familien. Ende Mai soll der nächste Greizer Hilfstransport in die weißrussische Region starten. Sachspenden können im Lager des Greizer Vereins in der Oßwaldstraße 31 abgegeben werden. Zur finanziellen Absicherung des Transports - benötigt werden Zollpapiere, Visa-Anträge, Versicherungen, Kraftstoff und vieles mehr - bittet der Verein auch um Geldspenden. Wer dazu beitragen möchte, dass die Hilfsgüter sicher bei ihren Empfängern ankommen, kann dem auf das Konto 7735780, Bankleitzahl 830 400 00 (Commerzbank Greiz) unter dem Verwendungszweck "Hilfstransport Brest" einzahlen.
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