„Stell dir vor, es ist Krieg - und keiner sieht hin …“ Jugendgottesdienst mit aktuell brisantem Thema in Bernsgrün

  Zeulenroda-Triebes: Bernsgrün | Bewährte thüringisch-sächsische Zusammenarbeit bei der Gottesdienstgestaltung

„Krieg und Gewalt soll das heutige Thema unseres Jugendgottesdienstes sein“, beginnt Pfarrer Gunnar Peukert am Freitagabend den bewusst abweichenden Gottesdienstverlauf zum bekannten traditionellen. Der Einstieg des Themas wurde visuell mit gezeigten Videos von Krieg und Zerstörung, Toten und Verletzten, Schmerz und Leid ergreifend unterstützt. Im nachfolgenden Anspiel verabreden sich drei Schüler auf dem Nachhauseweg für Nachmittag zum Fußballspielen. Aber einer hatte angeblich keine Zeit. Nach hastigem Mittagessen ging dieser in sein Zimmer und zockte am Computer Gewaltspiele, immer wieder unterbrochen von Kriegsszenen von damals und heute, bis er schließlich das Spiel stoppt. Nenas
„99 Luftballons“ erklingen. Wen interessiert der Flugzeugabsturz mit 150 Toten, das größte Flüchtlingsdrama der Welt in Syrien, das Schiffsunglück im Mittelmeer, die Straßenkinder in Deutschland, der Jugendverfall in Alkohol und Drogen? Ist das alles erledigt, wirklich erledigt? Warum gehören Gewalt und Krieg so zu unserer Normalität? Liegt es an unseren Genen? Pfarrer Gunnar Peukert und Carsten Weigelt „untersuchten“ in einer Dialogpredigt die verschiedensten menschlichen Gene, wie das Hemmschwellen-, Radikalitäts-, Kriegs-, Sensations-, Ohnmachts-, Verdrängungs-, Toleranz-, Versöhnungs-, Liebes-, Hoffnungs-, Friedens und Zukunftsgen. Fazit des Dialogs: „Es liegt nicht nur an unseren Genen, sondern auch an uns“, sind sich Gunnar Peukert und Carsten Weigelt sicher. „Silbermond“ mit „Krieger des Lichts“ erklingt. Es folgen Fürbitten mit den Stationen Streit, Wegsehen, Mobbing, Krieg und Neid mit den Bitten an Gott zum Mut zur Versöhnung, der Kraft zum Hinsehen und Einschreiten, Einstand für an Rand gedrängte Menschen, um Friedenstiften für zu Hause und im Alltag, für Zufriedenheit. Alle Gottesdienstbesucher hatten danach die Möglichkeit, ein Teelicht an einer der Stationen mit Gebet zu entzünden.
„Gütiger Gott, keiner ist perfekt, aber von wegschauen wird es nicht besser. Lass uns hinsehen und ändern, was wir ändern können“, bat der Pfarrer zum Abschluss der Fürbitten um mehr Verständnis, Hilfe für Opfer, Gewalt und Flüchtlinge, für gegenseitige Annahme und Liebe. Der Pausaer Chor „Green light“ gestaltete mit seinen Liedern „Wie sollen wir es fassen“, „Herr, erbarme dich“ und „Glaube, Hoffnung, Liebe“ mit Kantorin Irene Uhlmann diesen Jugendgottesdienst aktiv mit. Beim anschließenden gemeinsamen Imbiss folgten Gespräche über das für alle zum Nachdenken anregende Gottesdienstthema.
Ein bis zwei Mal jährlich findet ein Jugendgottesdienst in wechselnden Kirchen des Pfarramtes Pöllwitz-Schönbach statt. Sechs bis acht Personen bereiten ihn vor. Bewährt hat sich dabei die gute Zusammenarbeit mit dem Pausaer Chor und den Ehepaaren um Carsten und Thomas Weigelt von der Spielgemeinde Pausa.


Foto 1: Der Green Light- Chor aus Pausa gestaltete diesen Jugendgottesdienst mit.

Foto 2: von links: Waltraud Diezel, Lisa Diezel, Doris Sachs und Nadja Diezel aus Pöllwitz entzünden ihr Teelicht und legen es vor der entsprechenden Station mit Gebet ab.
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