Thema Windenergie bleibt aktuell - Neuer Stand zu W-13 Bernsgrün

  Zeulenroda-Triebes: Bernsgrün | „Alles ist möglich. Alles ist offen. Wir sind schon sehr, sehr weit. Wir bleiben dran“, fasst Steffen Kanis den derzeitigen Stand der Windräderprojekte vor der Haustür Bernsgrün zum Herbstfest am Sonntagnachmittag in der Bernsgrüner Mehrzweckhalle auf dem Sportplatzgelände vor über 100 Interessierten aus Bernsgrün und Umgebung zusammen. Kanis ist, wie weitere Vertreter aus Bernsgrün, Pausa, Mehltheuer, Oberpirk und Waldfrieden, aktives Mitglied der Bürgerinitiative (BI) „Pro Weide“. Er berichtete in Wort und Bild über den aktuellen Stand des Vorranggebietes Windenergie des Regionalplanes Ostthüringen W-13 Bernsgrün und die Arbeit der BI.
Auf dem im Mai 2016 ausgelegten Regionalplan gab es über 1000 Einwände und einen 80-seitigen Kriterienkatalog der BI dazu. Derzeit befinde sich der Regionalplan in Überarbeitung. Aufgrund der vielen Stellungnahmen kann das bis Mitte 2017 dauern. Inzwischen hat der Betreiber „Primus“ für drei Windräder Anträge auf Vorbescheide gestellt, die bearbeitet werden müssen. Allerdings umfassen diese nicht den Naturschutz. „Positive Bauvorbescheide sind keine Genehmigung“, erklärt Steffen Kanis. Er zeigte auch anhand von Zahlen die steigende EEG-Umlage in Cent, inkl. Umsatzsteuer pro KWh auf, die für die Verbraucher auf die normalen Stromkosten dazu kommen. Waren es im Jahre 2000 „nur“ 0,2261, sind es 2017 bereits 8,1872 und für 2020 prognostisch 12,495.
Andreas Höfer, Geschäftsführer der Agrarprodukte Bernsgrün-Hohndorf, informierte über den Bau und die Funktionsweise der in Bernsgrün bestehenden und zurzeit in Hohndorf errichteten Biogasanlagen, wo Mist und Gülle verarbeitet und Strom erzeugt wird. „Wir betreiben die Anlagen, um Geld zu verdienen. Die Einnahmen daraus werden in mehr Tierwohl gesteckt, um den höheren Standards in der Tierproduktion gerecht zu werden“, so Höfer. Er findet es richtig und wichtig, bezüglich der Windenergieanlagen im Gespräch zu bleiben, appelliert aber gleichzeitig zu fairem Umgang und dass das Dorf nicht dadurch auseinander triftet.
Jens Maul aus Pausa wartete als dritter Redner an diesem Nachmittag mit sieben Fakten auf. So seien die Pläne der Thüringer Landesregierung, 90% des Strombedarfs aus Windenergie zu decken, ökonomisch und umweltverträglich nicht umsetzbar. Obwohl die Flächenversiegelung eigentlich minimiert werde soll, steigt diese durch den Ausbau der Windenergie weiter an. Auch die Großspeicherung von EE-Strom sei technisch nicht machbar. Schon jetzt werde nach Maul Thüringer Windstrom ins Ausland mit Zusatzkosten verschenkt oder zu Dumpingpreisen verkauft. „Wie lange soll noch Volksvermögen verschwendet werden?“, fragt er und spricht von verfehlter Energiepolitik. Außerdem ziehe der EE-Ausbau den Netzausbau nach sich. Auch sei die Windenergie der falsche Fokus, um fossile Brennstoffe abzulösen und den CO2-Ausstoß wirkungsvoll zu reduzieren. „Wir sind nicht gegen Windkraft, aber sie muss sinnvoll und gezielt eingesetzt werden. Wir sind gegen die zügellose Geschäftemacherei auf den Rücken der Bürger und Umwelt“, so Jens Maul abschließend.
Das Faktenpapier des Thüringer Landesverbandes zur Energiewende habe man an die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller, übergeben.
Für die musikalische Unterhaltung sorgten in bewährter Weise die Musiker der Feuerwehrschalmeienkapelle Bernsgrün, für das leibliche Wohl der von der Frauensportgruppe Bernsgrün gebackene leckere Kuchen sowie Gegrilltes.

Foto: von links: Steffen Kanis, Andreas Höfer und Jens Maul waren die Redner zum Herbstfest mit dem mit viel Emotionen bei Befürwortern und Gegnern weiterhin aktuellen Thema W- 13 Bernsgrün.
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