Tierwohl noch stärker berücksichtigen - Agrargenossenschaft „Oberland“ Bernsgrün eG beteiligt sich an „Initiative Tierwohl“

  Zeulenroda-Triebes: Bernsgrün | „Wir haben in Richtung Tierwohl schon in der Vergangenheit viel gemacht, viele Kriterien diesbezüglich erfüllt. Denn nicht umsonst haben wir den Tierschutzpreis 2007 bekommen. Mit der Teilnahme an der „Initiative Tierwohl“ wollen wir das noch nachhaltiger und verantwortungsbewusster weiter ausbauen. Für die Tiere soll was dabei rauskommen“, bekräftigt Andreas Höfer, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft „Oberland“ Bernsgrün
eG, den Entschluss zur Teilnahme.
Am 1. April 2015 fiel deutschlandweit der Startschuss für die „Initiative Tierwohl“, die sich aus einem Bündnis aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel für mehr Tierwohl in der Fleischerzeugung und den Ausbau von Standards für Schweine und Geflügel einsetzt. Landwirte, die freiwillig bestimmte Maßnahmen laut entwickelten messbaren Tierwohlkriterienkatalog umsetzen, erhalten ein Tierwohlentgelt. Finanziert wird die Initiative über die Einzelhandelsketten, die seit dem 1. Januar 2015 vier Cent pro Kilogramm verkauftes Fleisch in den Tierwohlfonds einzahlen.
In den Läuferställen setzten die Mitarbeiter der Agrargenossenschaft vier Kriterien in den vergangenen Wochen erfolgreich um. Für den ständigen Zugang zu Raufutter wurden
40 Raufen an den Wänden angebracht und mit 57 Scheuermöglichkeiten ausgerüstet. Des Weiteren wurde das Kriterium „Tränken aus der offenen Fläche“ umgesetzt. „Die Tiere nehmen die offenen Flächen besser an. Es entspricht der natürlichen Wasseraufnahme. Sie saufen mehr als aus den Beißnippeln“, so der Geschäftsführer. Das vierte Kriterium erfüllt die Agrargenossenschaft schon seit Jahren: 20 % mehr Platzangebot für Läufer. Rund 10.000 Euro stehen dafür vorfinanziert an Ausgaben zu Buche. 2,40 Euro pro Läufer erhält die Agrargenossenschaft nach dem Verkauf als Tierwohlentgelt.
Die Agrargenossenschaft hat auch für Sauen einen Antrag an die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung GmbH gestellt. „Hier liegen wir im Losverfahren auf Platz 637 in Deutschland“, weiß Höfer. Er wünscht sich, dass die Initiative nicht nur wie bisher für drei Jahre begrenzt ist, sondern auch in Zukunft bestehen bleibt. Höfer ist auch überzeugt, dass die heutigen Anforderungen künftig zum Standardprogramm werden. „Aber auch wenn die Initiative nicht fortgeführt werden sollte, werden wir unsere erstellten Bauten auch weiter in den Stallungen belassen“, ist sich der Geschäftsführer sicher.
Neben der Tierwohlinitiative stand am 19. und 20. Mai 2015 in der Agrargenossenschaft „Oberland“ Bernsgrün eG und der Agrarprodukte Hohndorf eG die Generalversammlung an, auf der die Verschmelzung beider Betriebe beschlossen wurde. Beide Genossenschaften verband bereits seit 2007 ein Kooperationsvertrag. Nach der Eintragung ins Registergericht wird der künftige Name „Agrarprodukte Bernsgrün – Hohndorf eG“ lauten.

Fotos: Andreas Höfer: Franziska Urban im Läuferstall mit den angebrachten Raufen an den Wänden. Urban, ehemaliger Lehrling in der Agrargenossenschaft und bester Lehrling des Jahrgangs, absolviert zurzeit ein Studium zum staatlich geprüften Betriebswirt Agrarwirtschaft. Nach erfolgreichem Abschluss wird sie „Chefin“ der Schweineproduktion in der Agrargenossenschaft.
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