Udo Jürgens und Drogen? Michael Kux unterstützt mit „Merci Genie“ die Streetwork-Arbeit des Zeulenrodaer Jugendvereins „Römer“

Wann? 28.11.2015 19:00 Uhr

Wo? Stadthalle Zeulenroda, Am Puschkinpark 3, 07937 Zeulenroda-Triebes DE
Wenn Michael Kux (links) am 28. November seine Hommage an Udo Jürgens „Merci Genie. Lieder für die Ewigkeit“ in der Stadthalle Zeulenroda zum Besten gibt, dann möchte er sich ebenso wie sein musikalisches Vorbild sozial engagieren. Mit dem Konzert wird der Jugendverein „Römer“ unterstützt. Vor Ort berichten Streetworkerin Franziska Markert, Vereinsvorsitzender Nils Hammerschmidt und weitere Vereinsmitglieder und Jugendliche über ihre Arbeit.
 
Michael Kux, auf der Bühne nennt er sich Michael Will, begleitet am Flügel von Frank Meier.
Zeulenroda-Triebes: Stadthalle Zeulenroda |

Michael Kux aus Bad Köstritz hat ein musikalisches Vorbild: Udo Jürgens. Seit einigen Monaten tourt Kux mit seiner Hommage "Merci Genie! Lieder für die Ewigkeit" vor allem durch Ostthüringen. Dabei hält er es, wie sein Vorbild: Udo Jürgens setzte sich unermüdlich für die Menschen ein, die mehr Hilfestellung benötigten. Mit seinem Konzert am 28. November in der Stadthalle Zeulenroda möchte Michael Kux die Streetwork-Arbeit des Jugendvereins Römer unterstützen.

Nein! So was gibt es im beschaulichen Zeulenroda doch nicht! Drogen, Beschaffungskriminalität, Obdachlosigkeit. Die ländlichen Einwohner Ostthüringens kennen derartige Gesellschaftsprobleme eher aus Fernsehberichten, wenn es um die Metropolen Deutschlands geht.

Drogen und Obdachlosigkeit auch im ländlichen Raum von Ostthüringen

Eine weiß es besser: Franziska Markert. Sie ist Jugendsozialberaterin im Sozialraum Südwest des Landkreises Greiz. So die offizielle Bezeichnung. Im allgemeinen Sprachgebrauch nennt sich ihre Tätigkeit Streetworker. Diesen Begriff kennt man aus den Fernsehsendungen. Das sind doch die, die Drogenabhängige begleiten, die versuchen, Schulabbrecher dazu zu bewegen, ihre Ausbildung fortzusetzen, die, die sich darum bemühen, ein Obdach für auf der Straße lebende Jugendliche zu finden. Und das trifft nicht nur für Berlin, Hamburg oder Frankfurt zu. „Das gibt es auch bei uns alles. In Zeulenroda, in Greiz, in Triebes, auf den Dörfern in unserem Landkreis“.

Streetworkerin setzt auf Freiwilligkeit und Vertrauen

Die Streetworkerin betreut Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 27 Jahren. Dabei tritt sie nicht als vollziehende Staatsgewalt auf. Statt Zwang setzt Franziska Markert auf Freiwilligkeit und Vertrauen. 25 Klienten betreut sie derzeit. So nennt sich’s offiziell. Man könnte sie auch als Schützlinge bezeichnen. Markert sagt einfach: „Meine Jugendlichen“ Die finden auf unterschiedlichstem Weg zu ihr. Regelmäßige Sprechstunden werden in der Streetwork-Kontaktstelle - von den Jugendlichen kurz KS genannt - am Markt 8 in Zeulenroda immer dienstags von 14 bis 16 Uhr und im Jugendclub in Triebes, Schäferstraße 2, donnerstags von 16 bis 17 Uhr angeboten. Andere nutzen den Weg über die Facebookseite „Franzi Streetwork Zeulenroda-Triebes“ oder via Telefon 0162/449927. Mundpropaganda spielt ebenso eine Rolle wie das mittlerweile eng gestrickte Netzwerk zu weiteren Beratungsstellen.

Zahl der Problemfälle wieder steigend

Integriert ist die Arbeit der Streetworkerin im Jugendverein „Römer“. Der kümmert sich des Weiteren um die mobile Bereichsjugendpflege, fünf Jugendhäuser im Landkreis und das weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannte Jugend- und Kinderballett „Kess“. Vorsitzender Nils Hammerschmidt weiß die Arbeit von Franziska Markert zu schätzen. Zumal nach seinen Erfahrungen die Zahl der Problemfälle derzeit wieder zunehmend ist. „Die erste nach dem Mauerfall betreute Generation wurde noch anders erzogen. Inzwischen ist eine neue Generation heran gewachsen, die oftmals keinerlei Gefühl für Geld hat“. Die Zahl von Überschuldungen und damit verbundene weitere Probleme steigen.

Hammerschmidt kann bestätigen, dass rein statistisch gesehen im ländlichen Raum von Ostthüringen nicht weniger passiert als in den Großstädten. „Allerdings haben wir hier einen großen Vorteil. Jeder kennt jeden. Wir kommen weitaus leichter an die Betroffenen heran.“ Wichtig hierfür sei natürlich, ständig miteinander im Gespräch zu bleiben – vor allem auch mit den Bevölkerungsteilen, die Drogenprobleme, Kriminalität und Ähnliches eher in den Großstädten beheimatet sehen.

Michael Kux möchte mit der Hommage an Udo Jürgens "Merci Genie" helfen

Dafür bietet sich am 28. November eine gute Gelegenheit in Zeulenroda. Franziska Markert, Nils Hammerschmidt plus weitere Vereinsmitglieder und Jugendliche stehen einem außergewöhnlichen Publikum Rede und Antwort: Udo Jürgens-Fans. „Merci Genie“, nennt sich die Hommage an Udo Jürgens, die von Michael Kux aus Bad Köstritz mit Begleitung von Frank Meier und Uwe Schubert vorgetragen wird. „Auch Udo Jürgens setzte sich unermüdlich für die Menschen ein, die mehr Hilfestellung benötigten“, erinnert Kux. Jürgens ist nicht nur musikalisch sein Vorbild, auch menschlich: „Soziales Engagement ist für uns selbstverständlich“. In Gera waren es beispielsweise Hochwasseropfer, eine Kirchgemeinde, ein Schulförderverein und jüngst Flüchtlinge und Behinderte, die Kux mit seinen Sangeskünsten unterstützt hat. In Zeulenroda möchte er gemeinsam mit seinem Publikum den Jugendverein „Römer“ unterstützen. Und das nicht nur mit einem nach der Veranstaltung überreichten Scheck. Miteinander ins Gespräch zu kommen, mehr über die Arbeit des Jugendvereins zu erfahren, liegt ihm am Herzen.

Veranstaltung am 28. November in der Stadthalle Zeulenroda

Hammerschmidt zeigte sich zuerst skeptisch, als „Gutmensch“ Kux und sein Veranstalter Jan Genseke an die Tür klopften. Nach mehreren Gesprächen ist er vom Veranstaltungskonzept überzeugt. Mittlerweile freut er sich, seinen Verein am 28. November, ab 19 Uhr, in der Stadthalle Zeulenroda vorstellen zu können. Das eigentliche Konzert beginnt 20 Uhr.

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