Vom Hobby zu Passion: 65-jähriger Hobbymaler malt aus Leidenschaft

Der Vorlage täuschend ähnlich: Werner Silge kann sehr lange an einem Werk arbeiten und findet immer wieder etwas, das noch verbessert werden kann. Wie hier an einer Fantasy-Figur.
 
Werner Silge mit dem Papst in der einen und Jacko in der andern Hand.
Werner Silge malt, seit er denken kann. Geboren und aufgewachsen in Wolfersdorf bei Stadtroda, hat dem heute 65-Jährigen die Natur und das nahe gelegene Wasserschloss schon in frühester Kindheit so sehr interessiert, dass er berfeits als kleiner Dreikäsehoch erste Zeichnungen davon angefertigt hat. Einige "Frühwerke" sind aus der Schulzeit überliefert. Intensiviert hat er das Hobby als Lehrling bei Carl Zeiss, wo er als angehender Schlosser im Zeichenzirkel Gleichgesinnte fand und seine Fertigkeiten verbesserte. Als "Zeissianer" unternahm er auch mit anderen Hobbymalern eine Fahrt nach Moskau, wo natürlich ein Besuch der weltberühmten Tretjakow-Galerie auf dem Programm stand. "Hier haben mich vor allem die Bilder von Ilja Repin förmlich umgehauen", erinnert sich Silge. Die Wucht der Farben und die Detailtreue habe ihn dermaßen beeindruckt, dass er die Wirkung bis heute nicht vergessen hat. "So zu malen, wäre das Größte", schwärmt er.

Während seiner mehrjährigen Armeezeit fand Werner Silge immer wieder Zeit, Zeichnungen und vor allem Portraits anzufertigen. "Dabei habe ich immer versucht, zunächst die Psyche eines Menschen zu ergründen und diese in in meine Bilder einfließen zu lassen", so der Hobbymaler, der seiner Passion stets auch als Gastronom frönte. Denn als solcher arbeitete er nach der Armeezeit über zwei Jahrzehnte im "Waldhaus Nässa" in Triebes, um sich schließlich vor einigen Jahren in Schönbach bei Greiz niederzulassen. Immer habe er gemalt und dabei auch den Kontakt zu anderen Künstlern gepflegt. Beispielsweise zu Otto Niemeyer-Holstein, den er bis zu dessen Tod im Jahre 1984 regelmäßig besucht habe. Noch heute fährt Silge mindestens einmal im Jahr in das Museum des Künstlers nach Koserow auf Usedom, um sich Anregungen und Inspirationen zu holen.

Im heimischen Schönbach kann er sich mittlerweile seinen zeichnerischen Ambitionen intensiver denn je widmen. "Als Rentner habe ich alle Zeit der Welt, mein Hobby zur Passion zu machen", so Silge, der am 9. Juni seinen 65. Geburtstag gefeiert hat. Er malt mit Vorliebe Landschaftsbilder und Menschen, wobei es ihm auf eine möglichst detailgetreue Wiedergabe ankommt. Nahezu fotorealistisch will er seine Bilder gestalten. "Die Schattierungen sind wichtig und man muss den Charakter des Menschen erkennen und wiedergeben, damit er sich auf dem Bild ähnlich sieht", verrät der Hobbymaler. Seine Motive findet er in der Natur und im Bekanntenkreis. Aber auch Prominente hat er schon nach Fotovorlagen auf die Leinwand gebracht, hier reicht die Skala vom Pabst bis zu Michael Jackson. Ein bis zwei Bilder stellt Werner Silge im Monat fertig, immer in Öl auf Leinwand. "Was ich auch male, es soll möglichst lebensecht aussehen", beschreibt die heutige Schönbacher den eigenen Anspruch an seine Bilder. Um dies zu erreichen, arbeitet er mit sehr dünnen Pinseln. Je filigraner er vorgeht, desto realistischer wirken die Werke. Durch den Einsatz und vor allem die richtige Mischung der Ölfarben lassen sich zudem mehrere Schichten schaffen, was den Bildern eine gewisse Plastizität verleiht. Werner Silge malt in allen Bildgrößen, vom ganz kleinen Format bis hin zum ein mal ein Meter großen Gemälde.

Ausgestellt habe er seine Werke auch schon, so zum Beispiel im tschechischen Krnow. Gerne zeigt er Kunstliebhabern seine Bilder und gibt Malkurse, vor allem Kindern. "Das Hobby sollte man so früh wie möglich fördern", weiß er aus eigener Erfahrung. Bei den Kursen für Kinder können die Eltern dabei sein, zu schauen und vielleicht auch etwas lernen. Kontakt: Telefon 0157-77561043.
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