Weniger Kumpel lassen Zusammenhalt nicht schrumpfen

Gruppenbild zum Herbstreffen 2015
 
Gruppenbild aus dem Jahre 2008, da kamen noch Neueinsteiger
Sorge-Settendorf - Holzfällerklause.
Wenn vor und entlang der Zufahrt zur beliebten Einkehrstätte der „Holzfällerklause“ in Sorge- Settendorf viele Autos parken, dann liegt wieder etwas Besonderes an, so wie am vergangenen Samstag.
Seit 24 Jahren treffen sich in lückenloser Folge, zweimal im Jahr, die ehemaligen Busfahrer, vom Ronneburger Revier in der Gaststätte.
Dazu eingeladen waren auch stets die Kfz-Schlosser aus dem Revier Ronneburg.
Mitorganisator der Treffen, Helmut Hans und seine engsten Mitstreiter, haben es in all den Jahren verstanden, die Truppe zusammenzuhalten. Mit einer Schweigeminute wurde zu Beginn der Veranstaltung an acht Kumpel gedacht, die nicht mehr zu den Veranstaltungen kommen können, „so werden wir auf natürliche Weise jedes Jahr immer weniger, insgesamt wurden bisher 128 Namen von Ehemaligen verlesen“ sagte hierzu Helmut Hans. „Doch wir sind zuversichtlich, dass wir zu unserem 50. Treffen im Frühjahr 2017 noch gesund das Jubiläum erleben werden“. Einen Neuzugang gab es zum 47. Treffen dennoch, aus Bad Köstritz kam vom ehemaligen Tagebau Mücke, Sigwart Hansen, der viel Jahre bei der Kipperbrigade in Zwirtzschen arbeitete. Im Gepäck hatte der Kipperfahrer interessante Fotos, von einem Film über die Zustände bei der Wismut, der erst kürzlich wieder entdeckt wurde. Sigwart Hansen doubelte bei bestimmten Szenen den bekannten Schauspieler Armin Mueller-Stahl.
“Viele der ehemaligen Kollegen sind nach Auflösung unseres Arbeitsbereiches weggezogen, deshalb ist es erfreulich, dass sie selbst den Weg unter anderem von Halberstadt, Hermsdorf, Glauchau, Altenburg, Gera und der Umgebung immer wieder zu uns finden“ freut sich der unermüdlich wirkende Helmut Hans, der alle seine Kollegen kennt. Zweimal im Jahr kommt aus dem Raum München der ehemalige Busfahrer Otto Greif, mit Frau Hildrut, die in der Lohnbuchhaltung in Ronneburg tätig war zu den Treffen. „Zum einen lieben wir unsere ehemalige Umgebung, die uns viele Erinnerungen zurück bringt, der Zusammenhalt, die Gespräche mit den Kollegen und das gute Rostbrätl in der Gaststätte entschädigen uns für die lange Fahrt“ kommentiert Otto Greif sein Kommen.
Beim betrachten historischen Bilder, die meist heimlich angefertigt wurden, werden Erinnerungen wach, von denen man heute noch gerne spricht. Von einem besonders gut gelungenen Gag erzählten Busfahrer Bernd Dorenberg und der Zwickauer Uwe Ehrig, beide bei der Brigade 46 in Ronneburg beschäftigt. Im Jahre 1964 wurde den Busfahrern vorgehalten, bei jeder Kleinigkeit den Abschleppdienst zu informieren „helft euch doch selbst“ war die Forderung der Werkstattleitungen.
Mit einem kleinen Trinkgeld wurde eines Tages der Kutscher vom Kohlenhandel Drescher angeheuert, um den von mir gefahrenen Bus wegen Motorschaden, 400 Meter vom „Adler“ in Ronneburg, vorbei am Objekt 90, bis zum Objekt 17 mit seinem Pferdegespann abzuschleppen. Beim Einbiegen zur Werkstatt mit gestreckter Kelle und klatschender Peitsche öffneten sich unter großen Gelächter alle Fenster im Objekt 17 wie auch zuvor am Objekt 90. Entrüstet kam der Einsatzleiter, von uns allen der „Löwe“ genannt, mit dem Werkstattleiter und fragten nach dem Grund der Abschleppaktion. Der Motor machte schon in Reust mit unheilvollen Geräuschen Probleme, die mich dazu bewegten, um keine weiteren Schäden aufkommen zu lassen, zu dieser von euch geforderten Selbsthilfe zu greifen. Der Aufforderung den Motor zu starten kam ich nicht nach, lachte Dorenberg, das nahm dann der Werkstattleiter selbst vor. Alle schauten sich verwundert an, der Motor lief störungsfrei. „Ist er halt wieder in Ordnung“ sagte Dorenberg, der vom „Löwe“ für seinen Streich rund gemacht wurde und noch einen Verweis erhielt. Zwischen den Objekten 90 und 17 gab es stets Reibereien, die mit einem kleinen Streich beigelegt wurden. Viele Geschichten ranken sich noch um das Leben bei der Wismut, von denen man ein Buch schreiben könnte.
Die Kumpel freuen sich schon auf die nächste Zusammenkunft am 5. März 2016 und am 15. Oktober 2016, zu diesen Terminen wurden sie bereits über das vom Organisator ausgeklügelte Computer freie System informiert.
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Hannelore Grünler aus Artern | 29.10.2015 | 18:26  
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