Windkraft bleibt Bernsgrüns Thema Nr. 1

  Zeulenroda-Triebes: Bernsgrün | Pöllwitzer Breitbandausbau und Badeteich auf Ortschaftsratstagesordnung

„Es gibt erfreuliche Nachrichten. Pöllwitz kommt in den Genuss des Breitbandausbaus. Die Telekom baut auf eigene Kosten in Pöllwitz und nur in Pöllwitz aus“, berichtet Ortsteilbürgermeister Andreas Rosenbaum zu Beginn der gut besuchten Ortschaftsratssitzung der Ortschaftsräte Arnsgrün-Bernsgrün-Pöllwitz am Mittwochabend des 27. April 2016 im Vereinshaus Bernsgrün. Danach folgte der Tagesordnungspunkt Windenergieanlagen W 13 Bernsgrün, der die Bernsgrüner Bürger in den vergangenen Wochen am meisten beschäftigt und bewegt. Nach den Veranstaltungen in Unterreichenau und Ronneburg nimmt der Ortsteilbürgermeister am 25. Mai einen Termin in der Landeshauptstadt Erfurt wahr, in der Hoffnung, mit der Umweltministerin Anja Siegesmund, die an diesem Tag einen Vortrag über Windenergie hält, über die Bernsgrüner Problematik sprechen zu können. Ortschaftsrätin Kathrin Fröb hob die informative Veranstaltung in Unterreichenau hervor und schlug vor, dass „wir als Ortschaftsrat Stellung beziehen sollten, wie das die Bürgermeister von Pausa, Rosenbach und Elsterberg auch getan haben“. Dafür gab es zustimmenden Beifall von allen Gästen. Im nichtöffentlichen Sitzungsteil wird sich der Ortschaftsrat nun positionieren. Steffen Kanis wies darauf hin, dass ein Windpark mit Ebersgrün und den geplanten Windrädern in Bernsgrün unmöglich ist, da das Naturschutzgebiet „Pausaer Weide“ dazwischen liegt. Und Kanis ergänzte, dass im Schaukasten vor Reiner Baumanns Haus, Zum Bahnhof 26, dargestellt wird, wie bildlich sich das künftige Landschaftsbild mit den Windrädern verändert (Foto 3). Peter Singer kritisierte, warum zur Versammlung in Bernsgrün am 11. April für sächsische Bürger Redeverbot bestand. „In Bernsgrün handelte es sich um eine Einwohnerversammlung und keine Informationsveranstaltung. Wir müssen uns an die Gesetze halten“, antwortet Rosenbaum. „Lasst doch die Menschen das vorbringen, was sie bewegt, egal ob sie aus Thüringen oder Sachsen kommen. Das mit dem Rederecht ist auch eine Ermessensangelegenheit“, konterten die Bürger. Der Ortsteilbürgermeister will nun beantragen, dass das Thema W 13 Bernsgrün auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung am 22.06.2016 kommt. „Wir können nicht verhindern, auf dem Gebiet der Stadt Zeulenroda-Triebes Windräder zu errichten, aber wir können es steuern“, so Andreas Rosenbaum.
Im weiteren Tagesordnungspunkt informierte er über das Problem der Steinbogenbrücke am alten Forsthaus in Pöllwitz. „Es gibt die Aussage, dass seitens des Landesforstes die Möglichkeit besteht, Sicherungsmaßnahmen durchzuführen. Dazu wird sich mit Brückenbauingenieuren zusammengesetzt“, berichtet der Ortsteilbürgermeister. Es bestünde aber auch das Angebot, für einen symbolischen Preis die Brücke mit allen Lasten der Stadt Zeulenroda-Triebes zu übergeben. „Dies wird die finanzielle Lage der Stadt aber sicherlich nicht erlauben“, so Rosenbaum.
Dr. Sieghard Groer, Vorsitzender des Kneippvereins Zeulenroda, warb im TOP 4 in Wort und Bild um das Pöllwitzer Kleinod, den neun Hektar großen Forstteich, der seit mehr als 100 Jahren ein beliebter Badeteich war, aber inzwischen ein vermoortes Ufer aufweist. Er präsentierte aufgrund des vorherrschenden Waldes, Teiches und Moorerlebnispfades die Idee zum Pöllwitzer Tourismus- und Gesundheits-Naturpark. Auch regte er an, aus der Pöllwitzer Kindertagesstätte „Spatzennest“ einen Kneipp-Kindergarten zu machen. Der Pöllwitzer Manfred Neuparth wünscht sich nicht nur Gelder für den Moorerlebnispfad, sondern auch für den Tourismus im Ort selbst.
Im Tagesordnungspunkt fünf erteilte der Ortschaftsrat die einstimmige Empfehlung an den Technischen Ausschuss der Stadt, die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung zu beenden. Zurzeit wird nachts in Arnsgrün, Bernsgrün und Pöllwitz zeitweise ausgeschaltet. Die durchgehende Beleuchtung würde jährlich Mehrkosten in Höhe von 5.360 Euro betragen.
Eine weitere Information dürfte vor allem die Fahrzeugführer interessieren. Nach dem Himmelfahrtstag werden in Bernsgrün Geschwindigkeitsmesser angebracht.

Foto: Noch ist der Blick von der Frotschauer Höhe auf Bernsgrün nicht ganz mit Windenergieanlagen verbaut. Zu den bereits bestehenden vier Windrädern soll nun aber ein weiteres in Ebersgrün dazu kommen und sechs Bernsgrüner Anlagen sich in unmittelbarer Nähe anschließen.
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Renate Jung aus Erfurt | 28.04.2016 | 23:22  
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