Amphibien nehmen Fahrt auf

Erdkröte auf Wanderschaft. (Foto: NABU/T. Beuster)
 
Sie hat's nicht geschafft. (Foto: M. Klöppel)

NABU Thüringen bittet um erhöhte Aufmerksamkeit an Amphibienzäunen


Seit Wochenbeginn gehen Amphibien wieder auf Wanderschaft, deshalb bittet der NABU Thüringen Autofahrer um Rücksicht an Amphibienwechseln. In Thüringen gibt es erste Meldungen aus Jena, dem Saale-Holzland-Kreis und dem Ilmkreis. Außerdem ruft der NABU dazu auf überfahrene Kröten zu melden.

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Das warmfeuchte Wetter der kommenden Tage lockt nach dem ungewöhnlich langen Winter nun Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren hervor. Überall in Thüringen wird mit Amphibienwanderungen zu rechnen sein, informiert der NABU Thüringen am 11. April:
„Für die Lurche wird es auch langsam Zeit, dass es wärmer wird, nun können sie endlich aus ihren Winterverstecken loswandern, freut sich Ulrich Scheidt vom NABULandesfachausschuss Amphibien und Reptilien. „Normalerweise beginnt die Krötenwanderung bei uns schon ab März. Durch den langen Winter wurde der Start diesmal etwas verzögert“, so der Lurchexperte, der auch der Vorsitzende des Thüringer Vereins Amphibien- und Reptilienschutz in Thüringen (ART) e.V., ist. Gute Voraussetzungen für den Beginn der Wanderschaft sind Nachttemperaturen von etwa fünf Grad Celsius und feuchtes Wetter. Scheidt erklärt: „Die Tiere verlassen ihre Winterquartiere zumeist in der Abenddämmerung und können auf ihrer Wanderung zu ihren Laichgewässern bis zu zwei Kilometern zurücklegen.“ Auf ihrer „Hochzeitstour“ müssen Amphibien oft auch Straßen überqueren. Manchmal bleiben sie sogar längere Zeit mitten auf der Fahrbahn sitzen, um sich aufzuwärmen. Jetzt werden sie leichte zum Opfer für heranfahrende Autos. Die Tiere kommen auch dann ums Leben, wenn sie zwar den Reifen ausweichen, das Auto aber schneller als mit 30 Kilometern pro Stunde an ihnen vorbeifährt. Der dabei entstehende Luftsog steigt dann so stark an, dass er innere Organe zum Platzen bringt. Deshalb bittet der NABU überall dort wo Kröten, Frösche, und Molche unterwegs sind maximal Tempo 30 zu fahren, ohne jedoch andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden.

Für die ehrenamtlichen Naturschützer hat in Thüringen die Wandersaison ebenfalls
begonnen. Viele NABU-Gruppen betreuen Krötenzäune, um Amphibien an besonders
gefährlichen Stellen vor dem Straßentod zu retten. Der NABU bittet Autofahrer auch um
verstärkte Rücksichtnahme gegenüber den Betreuern an den Amphibienzäunen. Die Helfer sind am Abend, in der Nacht oder am frühen Morgen bei jeder Witterung auf den Straßen unterwegs. Wer bei der Betreuung der Zäune mithelfen möchte, kann sich beim NABU melden.

Um eine bessere Übersicht über die Krötenwanderung zu erhalten und besondere
Brennpunkte zu identifizieren, ruft der NABU dazu auf, überfahrene Kröten zu melden. Alle Naturfreunde, die bei der Krötenzählaktion mitmachen möchten, können ihre Funde online auf der Webseite www.amphibienschutz.de in ein Formular eingeben, welches auch per Smartphone aufgerufen werden kann. Anhand der Grundlage der gesammelten Daten sollen Behörden zu erhöhten Anstrengungen im Amphibienschutz an Straßen aufgefordert werden.

Weitere Informationen zu Kröten und Co.: www.NABU-Thueringen.de
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