Ausdauer von Erfolg gekrönt

Maria Zschäk vom Vierseitenhof in Wildetaube mit einer jungen Schleiereule.
 
Klaus Klem von der Fachgruppe der Ornithologen Zeulenroda, holt die jungen Schleiereulen zur Beringung aus dem Nistkasten.
Wildetaube
Bei handwerklichen Tätigkeiten auf dem Vierseitenhof von Bodo und Falk Zschäk hatte Klaus Zapf von der Fachgruppe der Ornithologen die Idee, auf dem Scheunenboden eine Nistmöglichkeit für Schleiereulen einzubauen. Der Vorschlag fand Begeisterung und Zustimmung, wurde daraufhin in die Tat umgesetzt, in das Mauerwerk der Scheune wurde ein Einflugloch gestemmt mit Zugang zur künstlich geschaffenen Brutmöglichkeit. Speziell angefertigte Nistkästen für Schleiereulen sollten einige Bedingungen als Brutplatz erfüllen, das war den Initiatoren im Vorfeld bewusst. Ein Platz mit freiem Anflug zum Brutplatz war schnell gefunden, mit gesicherter Einflugsöffnung und im Innern ein geschützter Platz gegen das Eindringen des Marders. Zudem sollte der Brutkasten ein konisch eingearbeitetes Kontrollloch zur Lontrolle von Brutstörungen aufweisen, erinnert sich Klaus Zapf an die Zeit, als der Holzverschlag gebaut wurde. Zum Lebensraum der Schleiereulen gehört der Stadtrand und die Dörfer mit Scheunen und Gehöften. In freier Natur sind Nistplätze in den Turmhauben von Kirchen keine Seltenheit, Eulenluken gehören vielerrorts an landwirtschaftlichen Gebäuden zur Tradition. Vor allem die Landwirte schätzen die Anwesenheit von Schleiereulen, deren Hauptnahrung die Vertilgung von Mäusen ist und Schäden am Erntegut verringert. Rund sechs Jahre sind vergangen, bis sich endlich der gewünschte Erfolg bei Familie Zschäk einstellte, der Anflug von Eulen wurde eines Abends beobachtet und nach der Ausbrütung sechs wuschlige Schleiereulen, mit dem namensgebenden ausgeprägten herzförmigen Gesichtsschleier und schwarzen Augen, im Nistkasten vor gefunden. Zur Beringung der jungen Eulen wurde von der Fachgruppe Ornithologen Zeulenroda Klaus Klehm bestellt, der seit 1961 rund 45 Tausend Vögel beringt hat. In diesem Jahr hat der Ornithologe bereits 1500 unterschiedliche Jungvögel mit einem Ring mit den Initialen der Vogelwarte Hiddensee, mit unterschiedlicher Ringgröße und fortlaufender Nummer versehen. Darunter waren 45 Waldkäuze. „Wir haben in diesem Jahr ein besonders gutes Eulenjahr, durch die anhaltende Trockenheit gibt es viele Mäuse. Durch das große Nahrungsangebot kann es in diesem Jahr zu einer zweiten Brutzeit kommen“ erklärt Beringer Klaus Klehm. Oft bekäme er Anrufe, man habe ein geschwächtes oder auch verendetes Tier von der Insel Hiddensee gefunden, ein großer Irrtum liege dann vor, denn in unserer Region werden zur Beringung der unterschiedlichsten Vogelarten, nur diese von der Vogelwarte Hiddensee verwendet. Dr Fund stamme daher mit hoher Sicherheit aus der näheren Umgebung. Währenddessen die Beringung ihren Verlauf nimmt, erzählt Wolfgang Reißmann von seinen Erfahrungen, die er in seiner 47-jährigen Laufbahn als Beringer gesammelt hat und sich vor Ort vom erfolgreichen Experiment überzeugen wollte. Das Weibchen sitzt tagsüber an einem dunklen Ort und wird erst mit Einbruch der Dämmerung aktiv, kümmert sich nur in den Nachtstunden, denn nur dann frisst auch der Nachwuchs, um die Versorgung meist mit Mäusen. Eulen und andere Artgenossen haben keinen Geruchssinn wie Säugetiere, deshalb wird der Eingriff zur Beringung vom Muttertier nicht bemerkt“ beruhigt Reißmann die Bedenken der Anwesenden interessierten Anwohner. Leider gebe es neben den Winterverlusten auch Opfer im Straßenverkehr unter den Schleeiereulen, die nachts gern Straßenleitpfähle zur Ansitzjagd nutzen. Um die Verluste dieser äußerst nützlichen Tiere zu verhindern, wurden in besonders betroffenen Gebieten etwas abseits der Straßen Greifvogelsitzrücken aufgestellt.
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