Bilder des Verfalls: Die Greizer Papierfabrik

Greiz: Ehemalige Papierfabrik |

Im Tal der Göltzsch, wenige Meter, bevor das Flüsschen in die Weiße Elster mündet, verfällt mit der ehemaligen Papierfabrik einer der einst größten Greizer Industriebetriebe.

Gegründet als Papiermühle am Ende des 16. Jahrhunderts, erwarb Christian Friedrich August Günther das Werk am 17. Februar 1808 für 15 000 Reichsthaler von der Greizer Papiermacherfamilie Tischendorf - deren Nachfahren noch heute in der Ostthüringer Kreisstadt eine Druckerei und ein Fachgeschäft betreiben. Günther wurde damit der Stammvater eines Papiermachergeschlechts, das 140 Jahre lang das Papierwerk innehatte. Sein Urenkel Felix Günther, der ab 1901 Alleininhaber der Greizer Papierfabrik war, entwickelte das Unternehmen zum Großbetrieb.

Am 1. Juli 1948 wurde der Betrieb verstaatlicht und über 40 Jahre als VEB Papierfabrik Greiz geführt. Nach der Wende wurde die Produktion als "Göltzsch-Mühle Spezialpapierfabrik Greiz GmbH" fortgeführt. Dieser Betrieb ist im Handelsregister mit der Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung eingetragen. Das Unternehmen wird beim Amtsgericht Jena unter der Handelsregister-Nummer HRB 203566 geführt. Die letzte Änderung im Handelsregister wurde am 16. Dezember 1997 vorgenommen.

Die Produktion wurde vor fast 20 Jahren eingestellt. Am 17. Juni 2011 brach in der ehemaligen Papierfabrik in einer verlassenen Lagerhalle, die von einer Firma Canatex genutzt wurde, ein Brand aus. Ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude konnte verhindert werden. Die Einsatzkräfte gingen damals von Brandstiftung aus. Teile des ehemaligen Betriebes wurden zwischenzeitlich als Logistik- und Lagerflächen angeboten, die Nutzung blieb eher bescheiden und der Verfall eines der ehemals größten Betriebe der Stadt schreitet weiter voran.

Die Tradition der Greizer Papierherstellung wird ein Stück flussaufwärts an der Göltzsch durch die Koehler Greiz GmbH & Co. KG fortgeführt.

Dem Verfall Preis gegeben sind dagegen auch die Günthersche Villa - der einst so repräsentative Wohnsitz der Papierfabrikbesitzer-Dynastie hoch oben an der Frauenlobstraße - und das ehemalige Kulturhaus "Richard Schiller" des VEB Papierfabrik auf der anderen Seite der Göltzsch. Doch das sind schon wieder andere Geschichten und vielleicht eigene Fotostrecken wert ...
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