Der Luchs streift auch durch Südthüringen

Ein Luchs im 1. März in Thüringen! (Foto: C.R.-Felis-Lupus)
Schlegel: . | Südthüringen

Mitarbeitern von Thüringen Forst gelang jetzt erneut ein aktueller Luchsnachweis in Südthüringen!

Schon seit einigen Jahren gibt es immer wieder Hinweise auf die Anwesenheit von Luchsen in Südthüringen an der Landesgrenze zu Bayern. Nunmehr gelang es Mitarbeitern von Thüringen Forst, mit der Unterstützung eines Mitgliedes des NABU Thüringen, einen Luchs mittels Wildtierkamerafalle am 1. März 2015 zu fotografieren. In den vergangenen Wochen wurden wiederholt frische Spuren im Schnee durch Mitarbeiter von Thüringen Forst dokumentiert, die zweifelsfrei einem Luchs zugeordnet werden müssen. Ebenso konnte frische Losung (Kot) vom Luchs sichergestellt werden, die bereits an die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie für eine genetische Untersuchung übergeben wurde. Derzeitig liegen noch andere ernstzunehmende Hinweise auf die Anwesenheit von Luchs in derselben Region vor. Dazu erklärt Silvester Tamás vom NABU Thüringen: "Ob es sich dabei um dasselbe Individuum handelt oder noch andere Luchse die Gegend durchstreifen, müssen weiteren Untersuchungen klären."

Thüringen liegt zwischen zwei wichtigen mitteleuropäischen Luchsvorkommensgebieten im Harz und im Bayrischen Wald/Šumava. Damit die mitteleuropäischen Luchse auch langfristig überlebensfähig sind, ist es von zentraler Bedeutung, dass sich die verschieden derzeitig noch isolierten Luchspopulationen über Thüringen miteinander verbinden können. Unserem Freistaat kommt hier eine besondere Verantwortung bei der Nachweisführung und Dokumentation von Luchsvorkommen zu.

Der Luchs ist in Deutschland durch internationale übereinkommen und nationale Gesetzgebung streng geschützt und darf nicht bejagt werden. Immer wieder jedoch verschwinden Tiere auf unerklärliche Weise.
Um die Nachweis- und die Erkenntnissituation zum Luchs in Thüringen zu verbessern, haben sich seit 2011 im Naturschutzprojekt Felis-Lupus des NABU Saale-Holzland-Kreis ehrenamtlich engagierte Fachleute zusammengeschlossen. In dieser Arbeitsgruppe sind bereits Forstmitarbeiter, Jäger, Biologen, Ökologen, Biogeografen und Naturschützer aktiv und dokumentieren regelmäßig Hinweise. "Wer sich vertrauensvoll mit Erkenntnissen und Hinweisen an uns wenden möchte, der sei herzlich willkommen. Denn nur das Wissen über Vorkommen und Verbreitung dieses faszinierenden Beutegreifers, kann letztlich auch zu dessen Schutz beitragen" so Tamás.
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 12.03.2015 | 20:01  
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Renate Jung aus Erfurt | 12.03.2015 | 22:42  
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