Gala im Tremnitzgrund - Waldbad feiert 100-Jähriges

Wann? 13.07.2013 15:00 Uhr

Wo? Waldbad, Tremnitzgrund, 07985 Elsterberg DE
Das Elsterberger Waldbad liegt malerisch im Tremnitzgrund.
 
Die Band "Wasting Time" spielt am 13. Juli zum Jubiläumsabend auf. (Foto: Agentur)
 
Das Freibad vor 100 Jahren - damals als "Schwimmbassin im Tremnitzgrunde" (Foto: Stadt Elsterberg)
Elsterberg: Waldbad | Am 13. Juli 2013 wird in Elsterberg das hundertjährige Waldbad-Jubiläum ganz groß gefeiert! Das Festprogramm beginnt am Nachmittag um 15 Uhr, für Kinder ist der Eintritt frei. Alle kleinen und großen Besucher können sich auf viel Spaß und tolle Unterhaltung im, um und am Wasser freuen. Höhepunkt ist sicherlich die Neptuntaufe für Kinder. Aber auch Schnuppertauchen, Angelspiele und vieles mehr sorgen für Abwechslung. Die musikalischen Begleitung zum Nachmittagstreiben liefert Thomas Hupfer von TopMix 24.

Zur Gala am Abend gibt es selbstverständlich Live-Musik, die die Band "Wasting Time" durch die Boxen jagt. Das Programm gestalten die Tanzgruppen des Elsterberger Faschingsvereins und als sportlichen Höhepunkt gibt es eine Staffel der Vereine. Einlass zur Abendveranstaltung ist ab 19 Uhr, die Show beginnt um 20 Uhr. Die Festorganisatoren von Stadt und EFC freuen sich auf viele Gäste!

Zehn Stichpunkte zur Geschichte des Waldbades

- April 1911: Anregung zur Errichtung eines neuen Bades in Elsterberg, Befassung durch den Stadtgemeinderat und Suche nacht geeigneten Flächen

- Mai 1911: Festlegung, dass die neue Badeanstalt im Tremnitzgrund gebaut wird

- ab Juni 1911: Verhandlungen mit der Rittergutsbesitzerin Frau Günther vom Thürnhof zum Erwerb der Grundstücke mit einer Größe von 1,594 Hektar

- Juli 1912: Beratung des vorliegenden Projektes für das neue städtische Freibad durch den Stadtgemeinderat

- Septemher 1912: Einstimmige Beschlussfassung zum Bau eines Bades in öffentlicher Stadtratssitzung

- 23. Juni 1913: Offizielle Einweihung und Eröffnung des städtischen Schwimmbades- In den Folgejahren: Die Stadt führte ständig Verbesserungen an der Bausubstanz des Bades durch

- ab 1984: Kompletter Umbau des Bades mit Beseitigung der schrägen Wände

- 1990: Bad wird wegen baulicher Mangel geschlossen

- 1993: Wiedereröffnung des Bades nach Komplettsanierung


Aus der Geschichte des Elsterberger Waldbades

Schon im Jahr 1911 überlegte der Stadtrat, wie in Elsterberg ein neues Bad entstehen könnte. Man war mit dem Flussbad in der Plauenschen Straße, am Holzwehr der Weißen Elster, nicht mehr so recht zufrieden. Der Verschmutzungsgrad der Elster nahm wegen der zunehmenden Industrialisierung ständig zu, manchmal konnte das Bad gar nicht genutzt werden. Deshalb suchten die Bürger von Elsterberg nicht nur nach einer Finanzierungsmöglichkeit für die neue Badeanstalt, sondern auch nach einem günstigen Standort. Man entschied sich für ein neues Bad im Tremnitzgrund, musste aber das Grundstück erst noch von der Rittergutsbesitzerin Anna Sophia verw. Günther, geborene Adler, auf Thürnhof erwerben. Langwierige Verhandlungen begannen. Schließlich kaufte die Stadt Elsterberg die über einen Hektar große Wiesenfläche für 5.250 Mark. Dann geschah wieder eine geraume Zeit nichts. Die Bürgerschaft stellte weitere Anträge an den damaligen "Stadtgemeinderat", der nach einiger Zeit ein Projekt in Auftrag gab. Am 6. September 1912 beschloss dann der Elsterberger "Stadtgemeinderat" den Bau des neuen Kaltbades im Tremnitzgrund. Ausschreibungen zu den Bauleistungen erfolgten in den Elsterberger Nachrichten. Den Zuschlag zur Anlegung von zwei Teichen (Vorwärmer und Bad) und die entsprechenden Erd- und Betonarbeiten erhielt die Firma Carl Weber aus Dölau. Der Bau des neuen Freibades hatte begonnen. Es mussten noch viele Hürden genommen werden, um alle wasserrechtlichen Genehmigungen zu erhalten. Schließlich war es auch schon vorgekommen, dass der Tremnitzbach, der zur Versorgung des Bades diente im Sommer längere Zeit kein oder nur wenig Wasser führte.

Das städtische Freibad wurde mit schrägen Wänden errichtet - eine Unfallgefahr an die sich viele Badegäste noch heute erinnern. Diese Bauvariante wurde trotz Einwänden eines technischen Büros aus Leipzig gewählt, um Baukosten zu sparen. Bei geraden Wänden wäre der Einsatz sehr viel höherer Mengen an Beton erforderlich gewesen. Durch die Herstellung schräger Wände konnten die statischen Belange erfüllt werden, aber Hautabschürfungen der Gäste waren über Jahrzehnte an der Tagesordnung. Insgesamt sollte der Bau 16.600 Mark kosten. Die Finanzierung erfolgte über den König-Albert-Bad-Fonds. Da diese finanziellen Mittel nicht ausreichten, mussten weitere Einsparungen vorgenommen werden. Es erfolgte die Umsetzung der Badezellen und des Badegebäudes vom alten Elsterbad in den Tremnitzgrund. Am 22. Juni 1913 war dann endlich die offizielle Einweihung. Ein großes Werbeschwimmfest lockte die vielen Besucher aus nah und fern in das neue Bad. Zu Gast waren auch Schwimmvereine aus Leipzig und Plauen, die Lehrschwimmübungen, Kunstschwimmen, Rettungsschwimmen und Turmspringen zeigten. Die Eintrittsgelder betrugen 1913 für Erwachsene mit Zelle 20 und für Kinder 15 Pfennige. Männliche und weibliche Badegäste durften zur damaligen Zeit nicht gleichzeitig ins Wasser. Es gab genau festgelegte Badezeiten für Damen und Herren getrennt. Hatte man weder Badehose oder Badeanzug dabei, konnten diese gegen Entgelt auch ausgeliehen werden.

Im Laufe der nächsten Jahre gab es Im Waldbad ständig Verbesserungen und bauliche Änderungen. Der Zellentrackt wurde erweitert und ein Wirtschaftsgebäude errichtet, Duschen eingebaut. Durch die verbesserten Bedingungen kam es zur Gründung des Elsterberger Schwimmvereins. Aktiv nahmen die Elsterberger an Meisterschaften teil. Kinder und Erwachsene hatten zu allen Zeiten viel Spaß im schön gelegenen Freibad.

1984 erfolgte ein kompletter Umbau des Waldbades. Die schrägen Wände des Beckens wurden entfernt. Ein neues Becken aus Hohlblocksteinen, ausgegossen mit Beton, wurde mit blauen Spaltklinkern gefliest. Auf die Nutzung des Wassers aus dem Tremnitzbach musste aus hygienischen Gründen ebenfalls verzichtet werden. Eine neue Wasserleitung von Hohengrün bis in den Tremnitzgrund wurde verlegt. Außerdem erfolgte die Anlage eines Kinderschwimmbeckens und der Bau eines neuen Toilettenhauses. Baumängel traten aber schon nach etwa vier Jahren auf, Risse im Beckenboden und Fliesenschäden waren zu verzeichnen. Unfallgefahren für die Badegäste bestanden. Nach Ablauf der Badesaison 1990 musste das Bad wegen seinem katastrophalen baulichen Zustand geschlossen werden.

Durch die politische Wende sollte es aber auch für das Waldbad in Elsterberg einen Neubeginn geben. Mit einem Gesamtaufwand von 4,5 Millionen DM wurde das Waldbad im Tremnitzgrund komplett saniert und 1993 wieder eröffnet. Die Elsterberger und viele Besucher aus nah und fern lieben diese idyllisch gelegene Freizeiteinrichtung.
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