Im Zeichen der Wildkatze

Greiz: Landratsamt |

Ganz im Zeichen der Wildkatze und ihrem Vorkommen in Thüringen steht die neue Ausstellung im Haus II des Greizer Landratsamtes, Dr.-Scheube-Straße.

„Wildkatzensprung − Rückkehr auf leisen Pfoten“, so der Titel der Sonderausstellung, ist streng genommen eine Zwischenbilanz des gleichnamigen Projektes des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) − allerdings mit regionalen Bezügen auf den Landkreis Greiz. Denn hier gab es in den Jahren zwischen 2004 und 2011 einige Indizien von Wildkatzenvorkommen. "Wir sind zwar nicht der Wildkatzenlandkreis, doch wir konnten die östlichsten Nachweise für ganz Deutschland von Wildkatzen in freier Wildbahn liefern", berichtet der Leiter der unteren Naturschutzbehörde im Umweltamt des Landkreises Greiz, Dr. Karli Coburger, der mit seinem Kollegen André Oehler die Ausstellung zur Eröffnung am Freitag vorstellte. Die Nachweise reichen von Totfunden über Lebendfänge und Haarnachweise an Lockstöcken bis hin zu dem in Insiderkreisen beinahe legendärem Bild einer Fotofalle vom 29. März 2011. Das Foto zeigt eine Wildkatze an einem Lockstock im nördlichen Greizer Park im Elstertal. Im Tal der Weißen Elster zwischen Greiz und Wünschendorf gab es die meisten Nachweise. Die sind in der Ausstellung genauso akribisch aufgeführt wie das besagte Fotofallenbild und Aktivitäten des Umweltamtes im Lebensraum der Wildkatze.

Doch die Wildkatze hat sich seit fast fünf Jahren nicht mehr in der Greizer Region nachweisen lassen. An den mit Baldrian bestrichenen Lockstöcken befanden sich in letzter Zeit lediglich Haare von Wildschweinen, Hauskatzen und Waschbären. "Wir sind trotzdem optimistisch, dass sich die Wildkatze wieder in unserem Landkreis blicken lässt", gibt sich André Oehler hoffnungsvoll. Denn dieses scheue Tier sei als "Vertreterin der letzten Wildnis in unseren Wäldern" − so der Thüringer Wilkatzenexperte Thomas Mölich − eine faszinierende Bereicherung der heimischen Fauna.

Die Ausstellung des BUND Thüringen zeigt in Greiz natürlich auch Impressionen aus dem Wildkatzendorf Hütscheroda im Nationalpark Hainich mit großformatigen Fotografien der Tiere sowie Landschaftsbilder und Projektinformationen zum Thema Waldverbund. "Denn die Zerschneidung der Wälder durch Ackerflächen, Straßen und Siedlungen ist die größte Gefahr für die Wildkatze. Nur wenn die Wälder wieder miteinander verbunden werden, können die Wildkatze und viele andere gefährdete Arten weitläufig wandern, sich vermehren und neue Lebensräume erschließen", heißt es dazu vom BUND Thüringen im Begleittext zur Ausstellung.

Die Schau ist bis zum 29. Februar zu den Sprechzeiten des Landratsamtes zu sehen. Der Eintritt ist frei.
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