Mähen ohne Rückenschmerzen

Sensenlehrer Klaus Hofmann bei seinem Vortrag
 
Der jüngste Teilnehmer Jannes Gabel schärft seine Sensenkurs
Greiz - Nitschareuth
Möglichst vielen Menschen zu zeigen, wie leicht richtiges Sensenmähen mit gesunder Bewegung an frischer Luft sein kann und die damit verbundene Kulturtradition zu pflegen, konnten interessierte Bürger am vergangenen Sonntag im Bauernmuseum Nitschareuth erleben. Sensenlehrer Klaus Hofmann aus Hain, hatte hierzu die unterschiedlichsten Modelle an Sensen, einschließlich Wetzfässer und Wetzsteine, nicht nur zum Anschauen mitgebracht. Die Teilnehmer erfuhren Wissenswertes über den alten bäuerlichen Brauch und konnten nach der Theorie, diese in der Praxis vor Ort ausüben. Klaus Hofmann erzählte, schon immer wurde auf unserem Hof mit der Sense gemäht. Gelernt habe ich es von meinem Vater, ausgeweitet und vertieft hat er sein Wissen während einem Kurs in Österreich, den er erfolgreich als Sensenlehrer abgeschlossen hat. Seine langjährigen Erfahrungen und das erworbene Wissen gibt er gern zu solchen und ähnlichen Veranstaltungen weiter. Die Enkelin wurde bereits mit drei Jahren an die Tradition herangeführt und wird elfjährig an der Thüringenmeisterschaft im Mähen teilnehmen. Hier belegte Klaus Hofmann unter vielen Teilnehmern einen 7. Platz. Mähen mit der Sense hat Vorteile, weiß der Hainer, es ist gesund, effektiv, leise und ökologisch. Wichtig sei die richtige Einstellung, denn die perfekte Sense ergibt sich aus einer feinen Abstimmung zwischen Sensenmodell, Sensenwurf, Schnittgut, Landschaftsform und Größe der Mäherin oder des Mähers. Klaus Hofmann ließ unter Anleitung die unterschiedlichsten Sensen zu den ausgeführten Bedingungen einstellen und erklärte hierzu: „Durch optimale Körperhaltung wird die schwungvolle Bewegung beim Mähen auf Wirbelsäule und Rückenmuskulatur übertragen und soll damit das Wohlbefinden fördern“.
Weil das Mähen mit der Hand der Wiese gut tut, ging es nach der Theorie sogleich zur praktischen Tätigkeit auf die obere Museumswiese. Zunächst erklärte der Sensenlehrer die Handhabung der unterschiedlichen Wetzsteine und deren optimaler Haltung zum schärfen des Sensenblattes. Jeder Mäher unternahm einen Schwad mit der eigens selbst eingestellten Sense, danach wurden die Sensen untereinander ausgetauscht, dadurch stimmten die eingestellten Parameter u.a.auf Körpergröße nicht mehr und die Mäher konnten die Unterschiede zum genussvoll Mähen erkennen. Schließlich war die Länge der Sense, der Sensenwurf auf jeden Mäher eingestellt um eine gebeugte Haltung beim Mähen auszuschließen. Der jüngste Teilnehmer kam aus Weida, der 15-jährige Jannes Gabel meinte „ ich interessiere mich für Landwirtschaftliche Tätigkeiten“. Mit vollem Eifer war Werner Volger bei seinem ausgeführten Schwad dabei, „eine Sense gehört zum Ortsbild, die Tradition Handmähen gehört zur Tradition ins Dorf“. Allen Teilnehmern hat der Lehrgang sehr gut gefallen, das brachten die Mäher bei der anschließenden Auswertung zum Ausdruck. Das Museumsehepaar Peter und Cathi Richter sind sich mit Klaus Hofmann einig, am 24. Oktober wieder von 7.30 Uhr bis 12 Uhr einen Dengelkurs im Museum Nitschareuth durchzuführen. Interessenten können sich im Museum unter 036625/20504 anmelden. Zuvor laden die Organisatoren zum Denkmaltag mit Sensedengeln, mehreren Vorführungen Mähen auf dem Dorfanger in Nitschareuth ein. Interessierte haben an diesem Tag mit den Sensen von Klaus Hofmann die Möglichkeit zum Probemähen. Zur Weltmeisterschaft 2016 im Mähen nach Ostfriesland erhielt der Thüringer eine Einladung die er nach dem bisherigen Stand auch annehmen wird. Dazu viel Erfolg.
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5 Kommentare
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 04.09.2015 | 08:38  
Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes | 04.09.2015 | 09:10  
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Dieter Eckold aus Zeulenroda-Triebes | 04.09.2015 | 12:15  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 04.09.2015 | 14:14  
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Dieter Eckold aus Zeulenroda-Triebes | 04.09.2015 | 14:54  
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