Mäuse auf dem Vormarsch- oder mit wem teile ich mein Essen ?!

Die kahlen Stellen wurden alle von den Mäusen abgefressen und anschließend von Wildschweinen auf der Suche nach Mäusen umgegraben. Am 2. Oktober aufgenommenes Bild beim Einsatz der Legeflinte. Größere Felder mit Getreide werden aber sicher von uns auch im Flächenstreuverfahren behandelt.
 
Von Mäusen abgefressene Rapspflanze
Aus aktuellem Anlass bin ich der Meinung das ein kleiner Beitrag zur Mäuseplage auch aus Sicht des Landwirts von Nöten ist. Zu diesem Thema gibt es auch schon eine Diskussionsrunde zum Schnappschuss von Steffen Weiß mit dem Titel:" der Tod lauert auf dem Feld", wer gerne nachlesen möchte, sucht unter Region „Gera“ und „Natur“
Schon im letzten Jahr gab es genügend der kleinen grauen Pelzträger die mit großem Hunger sich an der Herbstsaat bedienten. Da es in der Regel so ist (falls es keine Ausnahmegenehmigung wie seit 1.10.12 gibt) , das jedes Mauseloch einzeln mit der Legeflinte mit Mäuseködern bestückt werden muss, war es schon letzten Herbst nötig, einige Zeit zu Fuß auf dem Acker zu verbringen um die Mäuse zu vergiften. Der folgende Winter bescherte uns dann zwar teilweise sibirische Kälte, welche die Mäuse aber nicht sonderlich störte da die Flächen mit einer Schneedecke überzogen waren, der die Mäusestädte vor zu starker Kälte bewahrte und gleichzeitig Schutz vor Greifvögeln und Füchsen bot. Somit war nicht mit einem merklichen Rückgang der starken Mäusepopulation zu rechnen.
Im darauffolgendem Frühjahr bestätigten sich die Befürchtungen. Im Laufe der Vegetation wurden immer mehr kahle Stellen die durch Mäuse abgefressen wurden sichtbar. Das zwang uns wieder dazu mit der Legeflinte loszuziehen. Hätte man einen Kilometerzähler am Schuh angebracht, wären einige Kilometer zusammengekommen. Es war aber nicht möglich alle betroffenen Felder zu behandeln. So bleibt dem Landwirt nur, sich der Übermacht der Mäuse zu ergeben und sie fressen zu lassen. Über den ganzen Sommer konnte man in den Getreidefeldern abgefressene Ähren liegen und verschwinden sehen. Aber dauerhaft ist die Einzellochablage keine Lösung bei der Masse an Mäusen , deswegen begrüße ich die Ausnahmegenehmigung zur großflächigen Ausbringung von Mäuseködern als richtige Entscheidung. Die Mäuse sind in der Vermehrung schneller als das der Bauer zu Fuß die Köder ausbringt.
Es ist äußerst wichtig die Menge der Mäuse zu dezimieren, da diese nicht nur unsere Arbeit und letztendlich wertvolle Nahrungsmittel zerstören, sondern auch Überträger von Krankheiten sind. Seit Jahrhunderten ist der Mensch bestrebt Maus und Ratte aus Haus, Hof und Vorratskammern fernzuhalten. Aber um qualitativ hochwertige und genügend Nahrungsmittel zu erzeugen ist es notwendig die Maus auch vom Acker fernzuhalten und gegebenenfalls zu vergiften wenn deren Population überhand nimmt.
Die Sorge über vom Himmel fallende Vögel durch die Mäuseköder sehe ich nicht als begründet. Aus dem einfachen Grund, das eine Sekundärvergiftung ausgeschlossen wird, das heißt : wenn der Vogel die tote Maus frisst geht das Gift nicht auf den Vogel über. Weiterhin ist zu bezweifeln das der Greifvogel eine vergiftete Maus überhaupt findet, denn Tiere ziehen sich instinktiv zurück wenn es ihnen schlecht geht, also die Maus verschwindet unter die Erde, wo der Vogel nicht hin kommt. Da Zugvögel auch in Thüringen genügend Sämereien und weiteres Futter für ihre Reise finden, werden sie sicher nicht ausgerechnet die Mäuseköder als Futter ansehen. Der NABU ist da zwar anderer Meinung, aber dann soll mir doch mal einer erklären, warum der Vogel andere für ihn ungenießbare Sachen nicht frisst, wie z.B. Zigarettenkippen, Glasstückchen, andere Giftpflanzen oder ähnliches.
Ich denke der Vogel ist schlauer als der Mensch, denn der isst ja sogar Kartoffeln mit Schale, die sogenannten Westernkartoffeln. Da in der Schale der Kartoffel Solanin enthalten ist, was so giftig ist, das es in Deutschland nicht mal eine Zulassung als Pflanzenschutzmittel bekäme, halte ich den Verzehr dieser Kartoffeln als äußerst bedenklich. Zumindest bekommt mein Kind so etwas nicht auf den Teller.
Weiterhin kann sich jeder sicher sein, das Landwirte nicht mehr als nötig von den Mäuseköder ausbringen werden, da ja alles mit Geld verbunden ist und wir auch wirtschaftlich arbeiten müssen. Außerdem wird nicht das ganze Feld gestreut sondern nur die befallenen Stellen.
Das Problem unserer Gesellschaft besteht darin, das die Erzeuger von Nahrungsmitteln also die Landwirte einen relativ geringen Stellenwert besitzen und ihre Wertschätzung gen Null geht, solang nicht "Bio" darauf steht. Es sollte sich aber jeder im Klaren sein das ein Land wie Deutschland nicht allein mit der Bio- Landwirtschaft satt wird und vor allem nicht zu den Preisen wie sie jetzt in den Läden zu finden sind.
Es kann sich auch jeder ein argentinisches Hüftsteak kaufen, aber diejenigen sollten sich nicht über Massentierhaltung in Deutschland aufregen, denn auch dort leben die Tiere in riesigen Herden. Genauso brauchen ihn Hygienemaßnahmen nicht interessieren, oder hat ein deutsches Veterinäramt oder das Amt für Verbraucherschutz eine Kontrolle in Argentinien oder sonst wo durchgeführt? Es gibt wahrscheinlich in keinem Land mehr Kontrollen und Vorschriften als in Deutschland und sie können sicher sein das jeder Landwirtschaftsbetrieb bestrebt ist, beste Qualität zu liefern. Unsere Nahrungsmittel sind gesund und billig. Und Sie werden keine billigeren Nahrungsmittel in den anderen führenden Nationen finden.
Im Mittelalter war gute Nahrung ein Statussymbol denn es nahm bis zu dreiviertel des Lohnes in Anspruch, wie viel jetzt dafür ausgegeben wird kann sich jeder selbst ausrechnen. Aber in Zeiten wo das Leben des Krankheitsüberträgers Maus mehr zählt als das Recht seine Arbeit und Produkte und somit sein Einkommen zu schützen muss man als Landwirt schon oft ein dickes Fell haben.
.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
5 Kommentare
16.680
Steffen Weiß aus Gera | 03.10.2012 | 22:40  
402
Petra Hirsch ( aus Oettersdorf ) aus Zeulenroda-Triebes | 03.10.2012 | 23:06  
402
Petra Hirsch ( aus Oettersdorf ) aus Zeulenroda-Triebes | 04.10.2012 | 15:41  
16.680
Steffen Weiß aus Gera | 04.10.2012 | 18:45  
7.498
Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 04.10.2012 | 20:36  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige