Vom Weg zum " grünen Abitur" oder Der Jagdschein ist nicht Ohne !

Jägerschlag und Übergabe der Jägerbriefe (Foto: Trautmann)
 
Jagdhornbläser der Jägerschaft Schleiz (Foto: Trautmann)
Schleiz: Jagdschule Wähner | Vor etwa einem Jahr begannen wir unseren fast einjährigen Kurs in der Jagdschule Wähner in Schleiz zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung. Unsere Truppe war ein bunt zusammengewürfelter Haufen, unterschiedlichsten Alters und Berufsstand, 9 Männer und ich als Frau. Zu diesem Anfangs war uns allen nicht wirklich bewusst auf was wir uns da eingelassen hatten. Schon nach den ersten Unterrichtsstunden, die im Übrigen auf die Abendstunden zwischen 18.30 Uhr und 21.30 Uhr fielen, war uns klar das dies kein leichtes Vorhaben werden sollte. Die Fülle des Wissens welches uns vermittelt werden sollte, war enorm! Die Fächer Haarwild, Federwild, Waffenkunde, Naturschutz, Jagdhunde, Jagdrecht, Jagdliche Praxis, Krankheiten u.s.w. waren eine echte Herausforderung. Es schien als sei uns so manches Tier bisher völlig fremd gewesen, von den Waffen oder den verschiedensten Gesetzen ganz zu schweigen.
Der theoretische Unterricht war teilweise mit praktischen Übungen gespickt wie z.B. das zerwirken eines Wildschweins, zerlegen verschiedenster Waffen, feststellen des Alters von Wild anhand der Zähnen oder einfach erkennen verschiedener Baumarten anhand von Holzstücken mit Rinde. Alles Dinge die der zukünftige Jäger können oder wissen muss. Dazu kamen Tests zur Überprüfung des Wissensstandes zu Beginn fast jeder Unterrichtseinheit. Wir empfanden das anfangs als ziemlich nervig, aber im Nachhinein stellte sich diese Unterrichtsmethode doch als recht nützlich heraus, da man so gezwungen war, Gelerntes zu wiederholen .
Was uns allen aber die meisten Nerven kostete war das Tontaubenschießen. Anfangs fragten wir uns oft, ob wir überhaupt Schrote in unseren Patronen hatten. Trafen wir dann endliche einige der Tontauben, wurden wir spätestens beim nächsten Schießtermin wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Bis zur Prüfung war es eigentlich ein ständiges Auf und Ab. Beim Kugelschießen waren wir da wesentlich sicherer.
Nach Reviergang, verschiedenen Schießterminen jede Menge Unterricht und optimaler Prüfungsvorbereitung rückte die Prüfung näher. Im Oktober stand als erstes die schriftliche Prüfung an, die wir zu zehnt in Angriff nahmen. Diese erste Hürde schafften neun von unserer Klasse. Eine Woche später folgte die mündliche/praktische Prüfung, in der jeder von uns allein vor der Prüfungskommission saß. Nach anfänglicher Aufregung, meisterten die Prüfung alle neun von uns recht souverän. Wiederrum eine Woche später erreichte der Prüfungsmarathon den Höhepunkt, die Schießprüfung! Neben Langwaffe auf der 100 m Bahn und Kurzwaffe stand auch das Nervenaufreibende Tontaubenschießen als Prüfungsteil auf dem Plan. Wie geahnt sollte sich das als der schwierigste Teil herausstellen. Drei von unserem Kurs sollten hier beim ersten Versuch scheitern, doch im zweiten Anlauf haben auch sie das Meisterstück der Jägerprüfung geschafft.
Zu unserer Abschlussfeier am 7. November in der Schwarzen Küche im Mühltroffer Schloss konnten wir endlich unsere Jägerbriefe entgegennehmen. Nach einer interessanten Schlossführung begrüßten uns die Jagdhornbläser der Schleizer Jägerschaft in den Reihen der Jäger und rundeten so den festlichen Rahmen ab. Im Anschluss sprach der Leiter der unteren Jagdbehörde Herr Dressel ein paar Grußworte und wertete die Leistung der Prüflinge aus. Dabei wurde festgestellt das die Leistung unseres Kurses (90% bestanden) über dem Durchschnitt lag.

Standesgemäß wie es sich für Jäger gehört, gab es zum Abendbrot eine Wildsau am Spieß die wirklich spitzenmäßig lecker war !
An diesem Abend ließen wir unser letztes gemeinsames Jahr Revue passieren und dankten unseren Ausbildern für ihre Geduld mit uns. Mit ihrer jagdlichen Erfahrung und dem Fachwissen standen sie uns hilfreich zur Seite. Die Schulungsräume in der Wilhelmshöhe waren auch außerhalb der „Schulzeit“ für uns immer offen.
Kurz vor der Prüfung haben wir dort nochmal sämtliche Prüfungsfragen der vergangenen Jahre „durchgekaut“, was für uns Kriegsentscheidend war und uns doch auch Sicherheit für die bevorstehenden Prüfungen gab.
Für unsere Ausbilder hatten wir außer der Dankesworte auch noch einen lebendigen Weihnachtsbraten mitgebracht, damit die Erinnerung an uns nicht ganz so schnell verblasst !
Auch möchten wir an dieser Stelle Hermann vom Schießstand in Nohra und Udo vom Schießstand in Neustadt/Orla danken, die uns einige zusätzliche Schießtermine ermöglichten, was nicht unwesentlich zu unserem Erfolg beigetragen hat.
Letztendlich stellen wir fest das es ein sehr lehrreiches wenn auch anstrengendes Jahr war und wir uns gut gerüstet fühlen für unsere Zukunft als Jäger.
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17 Kommentare
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 20.11.2014 | 17:53  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 20.11.2014 | 18:20  
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Petra Hirsch ( aus Oettersdorf ) aus Zeulenroda-Triebes | 20.11.2014 | 19:49  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 20.11.2014 | 20:48  
7.498
Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 20.11.2014 | 20:50  
3.050
Antje Hellmann aus Jena | 21.11.2014 | 12:30  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 21.11.2014 | 13:05  
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Petra Hirsch ( aus Oettersdorf ) aus Zeulenroda-Triebes | 21.11.2014 | 17:04  
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Hannelore Grünler aus Artern | 21.11.2014 | 17:42  
7.102
Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 21.11.2014 | 20:02  
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Renate Jung aus Erfurt | 21.11.2014 | 20:10  
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Petra Hirsch ( aus Oettersdorf ) aus Zeulenroda-Triebes | 22.11.2014 | 11:20  
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Renate Jung aus Erfurt | 22.11.2014 | 13:06  
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Petra Hirsch ( aus Oettersdorf ) aus Zeulenroda-Triebes | 24.11.2014 | 10:50  
12.762
Renate Jung aus Erfurt | 24.11.2014 | 23:36  
5.254
Hans-Gerd Born aus Erfurt | 26.11.2014 | 20:33  
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Petra Hirsch ( aus Oettersdorf ) aus Zeulenroda-Triebes | 27.11.2014 | 20:20  
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