Bergner: Vorgehen des Wirtschaftsministers abenteuerlich

„Machnigs Pumpspeicherkataster nicht mit den Betroffenen abgestimmt“

Ein „abenteuerliches Vorgehen“ wirft Hohenleubens Bürgermeister Dirk Bergner (FDP) dem Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig vor. „Es zeugt zumindest von schlechtem Stil, wenn die betroffenen Kommunen von Machnigs Pumpspeicherkataster lediglich aus der Presse erfahren.“, so Bergner weiter, der mit Erstaunen in der OTZ gelesen hatte, dass die Talsperre Hohenleuben für den Ausbau zum Pumpspeicherwerk vorgesehen sei.

Mit „großem Tamtam“ habe der Minister den Anschein erweckt, dass die neuen Standorte feststünden. „Das ist jedoch nicht so.“, weiß der ehrenamtliche Bürgermeister. Vielmehr seien aufgrund einer Studie Aussagen getroffen worden, welche Standorte dem ersten Eindruck nach geeignet sein könnten. „Es steht noch gar nichts fest.“, betont der 46-jährige und fügt hinzu: „Der Teufel steckt im Detail.“ Zunächst müsse neben der Verfügbarkeit der Grundstücke die technische Eignung geprüft werden. „Dazu müssen unter anderem die Baugrundverhältnisse untersucht und begutachtet werden wie weitere technische und auch rechtliche Parameter.“, unterstreicht Bergner, der von Beruf selbst Tiefbauingenieur ist. „Wo soll überhaupt das Oberbecken hin, wie soll die konkrete lage – und höhenmäßige Einordnung erfolgen? Sind der Damm wie auch der anstehende Baugrund ausreichend standfest mit Blick auf den Porenwasserüberdruck?“

Unabhängig von diesen Fragen verschließt sich der Hohenleubener Bürgermeister nicht einer soliden, fachlich begründeten Diskussion. „Man soll nicht von vornherein alles verhindern.“, ist das Credo des Liberalen. Er sei gespannt, welche Vorstellungen seitens des Ministeriums bestehen, die Interessen von Anliegern und Fremdenverkehr angemessen zu berücksichtigen. „Ich beurteile auf der Grundlage von konkreten Grundlagen, nicht von medialen Luftblasen.“, sagt der Ingenieur und Politiker. „Vielleicht kann ja in Hohenleuben zumindest ein Laufwassergenerator installiert werden, wenn sich möglicherweise ein Pumpspeicherwerk als ein Luftschloss erweist.“, erinnert Bergner daran, dass Machnig im Landtag vehement gegen den Antrag der FDP zu Felde gezogen war, den Anteil der Wasserkraftgewinnung an Thüringer Talsperren zu erhöhen. Eine grundsätzliche Verweigerungshaltung wolle die Stadt jedenfalls nicht einnehmen. „Allerdings hätte es der Sache mehr gedient, zunächst konstruktiv die Rahmenbedingungen zu klären und erst gemeinsam an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn konkrete Fakten vorgelegt werden können.“ Stattdessen habe der Minister mit einem Versuchsballon viel Aufregung in der Bevölkerung erzeugt, ohne dass irgendetwas spruchreif sei, so der Hohenleubener abschließend.
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