Besetzung – Befreiung – Integration

Wann? 20.09.2015 11:00 Uhr

Wo? Unteres Schloss, Burgplatz 12, 07973 Greiz DE
Greiz: Unteres Schloss |

Die Sonderausstellung "Besetzung – Befreiung – Integration: Das Ende des II. Weltkrieges in Greiz" folgt den Greizer Ereignissen der letzten Kriegstage bis zum
Einmarsch der amerikanischen Truppen und beschreibt den Neuanfang in Greiz sowie Thüringen, der auch maßgeblich durch die Integration der kriegsbedingten Flüchtlinge sowie Heimatvertriebenen geprägt war und weist auf die Aktualität in unseren Tagen hin.

Vor 70 Jahren war auch für die Greizer der Zweite Weltkrieg zu Ende. Am 17. April 1945 beendete der Einmarsch der amerikanischen Truppen eine Zeit, die sich vor dem Hintergrund unfassbarer Greuel des Zweiten Weltkrieges
mit fehlgeleiteter Begeisterung, Verblendungen, Irrtümern, Ernüchterungen, Entbehrungen, Ängsten, Verlusten, Schmerzen, Hass, Trauer und Hoffnungen nur bruchstückhaft erklären lässt.

Unvorstellbare Untaten und Verbrechen geschahen im Namen Deutschlands – der
kalkulierte und technisierte Massenmord an Millionen unschuldiger Menschen sowie
der Entfesselung des zerstörerischsten und verlustreichsten Krieges der jüngeren
Geschichte. Das Gedenken an die namenlosen Opfer und das unbeschreibliche Leid bilden bis heute ein Mahnmal und die Grundlage für ein friedliches Europa – seit nunmehr 70 Jahren. Das darf nie vergessen werden, denn Verharmlosungen verwischen den Unterschied zwischen freiheitlichem Rechtsstaat und Diktatur, die Deutschland viel zu lange geprägt hat.

Die neue Ausstellung im Museum im Unteren Schloss Greiz erinnert an eine Flüchtlingswelle ungeahnten Ausmaßes, welche inzwischen vergessen scheint. Ein
Viertel der Gesamtbevölkerung Thüringens waren in der Nachkriegszeit des Zweiten
Weltkrieges Flüchtlinge und Vertriebene. Sie wurden aus ihrer Heimat vertrieben
oder flüchtete vor der nahenden Front des Krieges. Sie verloren ihre Heimat, ihr Hab und Gut. Sie kamen teilweise schwer traumatisiert, ausgezehrt, krank und voller Trauer in Thüringen an. Tiefes Misstrauen und eine feindlich gesonnene Umgebung waren oftmals das Empfangskomitee in der neuen Heimat. Ängste und Entbehrung schlugen bei der Einheimischen Bevölkerung oft in Unverständnis und Hass um. Das wenige Verbliebene zu teilen oder zu verlieren war eine sehr verbreitete Angst vieler Einheimischer.

Diese Situation wurde so nachhaltig gelöst, dass den nachfolgenden Generationen der eigene Migrationshintergrund aus den Folgen des Zweiten Weltkrieges oft nicht mehr bewusst ist. In den letzten 70 Jahren ist diese Leistung der nachhaltigen Integration damaliger Flüchtlinge so selbstverständlich, dass heute dieser wichtige Baustein für eine stabile Bundesrepublik sowie ein friedliches Europa häufig vergessen wird.

Integration jetzt
Alltäglich sollten die weltweiten Berichte immer neuer Kriege, Bürgerkriege und
Krisenherde uns und unseren Alltag erschüttern – nur selektiv werden diese
Nachrichten in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Doch nun kommen sie zu uns – in unser Land, in unsere Stadt, in unsere unmittelbare Umgebung. Im Stadtbild der Kleinstädte sind Veränderungen alltäglich erlebbar, es wird bunter!

Wenn Menschen mit anderer Hautfarbe oder anderer Kleidung aus dem Alltag
herausfallen erweckt dies eine gewisse Aufmerksamkeit, jedoch sollte unser Interesse einen Schritt weiter gehen. Jeder Mensch, der die Strapazen einer Flucht auf sich nimmt handelt aus vielfältigen Gründen oder wird dazu gezwungen.
Diese Gründe zu verstehen ist durch die kulturelle und sprachliche Fremde nicht
immer leicht. In jedem Fall ist die Hoffnung auf diesem Weg aus der Not ein ständiger Begleiter – Hoffnung in ein oftmals kulturell entwurzeltes und fremdes, aber friedvolleres Leben.

Deshalb sollte Mitgefühl und Menschlichkeit unser Handeln bestimmen. Damals und Heute sind es oft Familien, die voller Hoffnung zu uns kommen und eine friedliche Zukunft für ihre Kinder suchen. Vielleicht sollten wir öfter unsere Existenzangst sowie Hartherzigkeit zur Seite legen und wieder von den Kindern lernen: Kinder kennen keine Unterschiede – sie begegnen Menschen vorurteilsfrei und offen!
Die Sehnsucht nach einem friedlichen Leben sowie einer friedlichen Entwicklung erfüllt fast alle Menschen weltweit und sollte sie verbinden, nicht trennen!

Ausstellungseröffnung:
Sonntag, dem 20.09.2015, im Museum im Unteren Schloss Greiz um 11.00 Uhr

Ausstellung:
20.09. – 15.11.2015 im Museum im Unteren Schloss Greiz, Di – So: 10.00 – 17.00 Uhr
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