Bioenergieregion "Thüringer Vogtland" soll fortgeführt werden / Saale-Orla-Kreis und Landkreis Greiz holen Altenburger Land mit ins Boot

Die Landräte Sieghardt Rydzewski (l., Altenburger Land), Martina Schweinsburg (Greiz) und Frank Roßner (Salle-Orla) unterschreiben für die Fortführung des Bioenergieregion-Projektes.
 
Dr. Albrecht Broßmann lässt die bisherige Entwicklung Revue passieren.
Zeulenroda-Triebes: Pahren Agrar GmbH | In der Bundesrepublik gibt es seit drei Jahren 25 so genannte Bioenergieregionen. Die Region "Thüringer Vogtland" mit dem Saale-Orla-Kreis und dem Landkreis Greiz ist eine davon. Unter Federführung der Pahren Agrar GmbH & Co. KG wurden in der „Bioenergieregion Thüringer Vogtland“ erfolgreiche Projekte umgesetzt. Verbunden damit ist eine Förderung, die am 31. Juli 2012 endet.

Am 11. Januar haben die Landräte der Landkreise Altenburger Land, SOK und Greiz sowie die Vorsitzenden der drei Kreisbauernverbände in Pahren eine Erklärung zur gemeinsamen Weiterführung des Projektes unterschrieben, um eine Fortführung der Förderperiode zu erreichen. Dazu soll Altenburg mit ins Boot geholt werden.

Die Landkreise Greiz und Saale-Orla hatten sich als Partner am deutschlandweiten Wettbewerb um die Anerkennung als Bioenergieregion beteiligt und als eine von 25 Regionen den Zuschlag erhalten. Ziele waren und sind die Platzierung des Themas Bioenergie in der regionalen Praxis und in den Medien, die Information und Qualifizierung bestimmter Zielgruppen, die Ansprache bestimmter Wirtschaftspartner sich an Netzwerken zu beteiligen und Investitionen anzuschieben.

"Die letzten drei Jahre wurden erfolgreich genutzt, um regionale Akteure aus Landwirtschaft, Wirtschaft und den Kommunen zusammenzubringen und regionale Konzepte zu erstellen beziehungsweise in Gang zu setzen", schätzt die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg ein. "Dies unter dem Gesichtspunkt, dauerhaft zu mehr Eigenständigkeit bei Einsatz von Bioenergie zu gelangen und im ländlichen Raum mehr Wertschöpfung zu generieren."

Dr. Albrecht Broßmann, Geschäftsführer der Pahren Agrar GmbH & Co. KG und Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Greiz/Zeulenroda, kann dazu fünf "Wertschöpfungsketten" in der Region aufzeigen: Die landwírtschaftliche Biogaserzeugung und deren Nutzung, zum Beispiel als Kraftstoff für den ÖPNV im Landkreis Greiz. Die Umweltfreundliche Fernwärmeversorgung in Band Lobenstein und Tanna auf Basis heimischer Holzhackschnitzel nennt Broßmann als Beispiel für den Anbau, die Gewinnung und energetische Nutzung von Holz. Weitere Wertschöpfungsketten sind die Nutzung von biogenen Nebenprodukten und Resten aus dem Landschaftsschutz sowie Anbau, Herstellung und Verwendung von Rapsölkraftstoffen und biogener Dämmstoffe. Bei letzterem besteht sogar ein Kooperationsprojekt mit der Bioenergieregion Mecklenburgische Seenplatte über die multifunktionelle Nutzung von Pflanzenfaserstoffen.

Aber auch an den anderen Projekten bestehe großes Interesse aus anderen Regionen, beispielsweise aus Bayern Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Alles in allem ziehen die Beteiligten eine positive Bilanz und sind sich einig, die vor fast drei Jahren begonnene Arbeit weiterzuführen. Deshalb haben die drei Landkreise am 11. Januar 2012 den Antrag auf Fortführung der Förderung gestellt. Das würde den Partnern ermöglichen, ihre Arbeit fortzusetzen, verlange aber, den qualitativ höheren Anforderungen insbesondere als Modellregion noch stärker zu entsprechen.

Im Rahmen dieser neuen Förderung sollen zum einen noch mehr der Charakter der Landkreise als Modellregion herausgearbeitet sowie verstärkt die Ziele beim Einsatz von Bioenergie und die Möglichkeiten zu deren Umsetzung kommuniziert werden. Dazu soll ein neues regionales Entwicklungskonzept erarbeitet werden, in dem klare Strategien zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung und Verstetigung auszuweisen sind mit dem Ziel, regionale Energiekreisläufe zu schaffen. Gleichzeitig gelte es, das Netzwerk in der Modellregion und die Kooperationen weiter auszubauen.

Im Rahmen dieser Zielstellung wird der Landkreis Altenburger Land als gleichberechtigter Partner, als so genannter „Zwilling“, in die Bioenergieregion integriert und bringt seine Erfahrungen aus dem Projekt „Praxisbetriebe Altenburger Energiefruchtfolge“ ein.

Zwischen dem dem Landkreis Greiz und dem Altenburger Land gibt es bereits seit Ende 2007 eine Kooperationsvereinbarung und es bestehe eine „enge Zusammenarbeit auf den verschiedensten Ebenen wie Wirtschaftsförderung, ländliche Entwicklung und Tourismus“, sind sich die Landräte Schweinsburg (Greiz) und Rydzewski (Altenburg) einig.

Die Landkreise Altenburger Land, Kreis und Saale-Orla werden nun zusammen mit den drei Kreisbauernverbänden bis zum 15. Mai 2012 einen gemeinsamen Antrag auf Fortführung der Bioenergieregion stellen. Hierzu werde kurzfristig gemeinsam eine geeignete Organisationsstruktur erarbeitet.

Um die möglichen 330.000 Euro Fördermittel bewilligt zu bekommen, müssen steigende Eigen- beziehungsweise Drittmittelanteile aufgebracht werden. Hierzu seien bereits erste erfolgreiche Gespräche mit den jeweiligen Sparkassen in den Regionen geführt worden. Die Landräte Martina Schweinsburg, Sieghardt Rydzewski und Frank rufen alle interessierten regionalen Akteure auf, sich „in diesen Prozess aktiv mit einzubringen."
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