„Ihr seid wieder daheim, wenn das Laub fällt“ - Zeulenroda im Ersten Weltkrieg

Wann? 02.11.2014 09:00 Uhr bis 02.11.2014 16:00 Uhr

Wo? Städtisches Museum , Aumaische Straße 30, 07937 Zeulenroda DE
Die Zeulenrodaer Landwehr „auf nach Paris“. (Foto: Foto: Freytag/Sammlung Städtisches Museum)
Zeulenroda: Städtisches Museum |

„Ihr seid wieder daheim, wenn das Laub fällt“, versprach man den Soldaten, die vor 100 Jahren in den Krieg zogen. Für viele war es eine Reise in den Tod. Auch aus Zeulenroda.

Im August 2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum 100. Male. Aus diesem Anlass zeigt das Städtische Museum derzeit eine Ausstellung, bei der speziell die lokale Auswirkung dieses Krieges auf die Stadt Zeulenroda eine Darstellung erfährt. Nachdem das Deutsche Reich am 1. August 1914 die allgemeine Mobilmachung beschloss, begann auch für Zeulenrodas Söhne der Erste Weltkrieg. In den folgenden vier Jahren sollten Männer aus allen sozialen Schichten der Stadt zum Kriegsdienst gezogen werden. Dies hatte dramatische Auswirkungen auf alle Bereiche des politischen, öffentlichen und sozialen Lebens dieser Stadt.

Die Ausstellung im Städtischen Museum verfolgt einen zweifachen Ansatz. Zum einen soll den Gefallenen der Stadt ihre Individualität zurückgegeben werden, welche diese Männer im hundert-fachen anonymen Sterben auf dem Schlachtfeld verloren haben. Die Grundlage der Darstellung der Zeulenrodaer Schicksale bildet dabei das Buch „Tod oder vermisst. Ein Denkmal für Zeulenrodas Opfer im Weltkrieg“, welches aus der Feder des ehemaligen Stadtarchivars Friedrich Lorenz Schmidt stammt. Schmidt, selbst Weltkriegsteilnehmer, verzeichnete darin alle Gefallenen Zeulenrodas mit Namen, Geburts- und Sterbedatum sowie dem Ort ihres Todes im Feld oder Lazarett. Dieses personengeschichtliche Dokument wird durch Fotos, Feldpostbriefe und Todesanzeigen aus der lokalen Presse ergänzt. Daneben werden zahlreiche Leihgaben aus Zeulenrodaer Familienbesitz zu sehen sein, wie etwa Tagebücher aus den Schützengräben, zahlreiche Fotos und Egozeugnisse der Frontsoldaten wie Notizzettel oder persönliche Briefe. Des Weiteren wird ein anschauliches Bild der Situation der Zivilbevölkerung in der Stadt Zeulenroda aufgezeigt. Wie bei der Darstellung der Soldatenschicksale, wird auch hier gezeigt, dass die namenlose graue Menge von Vätern und Söhnen, von Müttern und Töchtern, von Ehefrauen, Schwestern und Brüdern der Gefallenen Persönlichkeiten mit eigenem Leid und Entbehrungen waren.

Ein Glücksfall für die Ausstellung ist der Umstand, dass mit den Nachlässen der renommierten ortsansässigen Photografenateliers Freytag und Schuhmann das Bildmaterial zweier Kriegsberichterstatter in die Ausstellung einfließen konnte. Die Ausstellung wird durch Schülerprojekte des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Zeulenroda begleitet und bedient sich neben Bild-Text-Fahnen, Photodokumenten und Sachzeugnissen auch multimedialer Bild-Ton-Produktionen.

Um sich thematisch nicht allein auf „100 Jahre Erster Weltkrieg“ zu beschränken, sondern auch die Geschichte von Demokratie und Diktatur in Europa in all seinen Facetten des 20. Jahrhunderts darzustellen, wird diese Ausstellung im angrenzenden Atrium durch die Schau „Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme“ des Münchner Instituts für Zeitgeschichte und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Berlin ergänzt.

Die Ausstellung „Ihr seid wieder daheim, wenn das Laub fällt“, Zeulenroda im Ersten Weltkrieg, wird bis zum 2. November 2014 im Städtischen Museum gezeigt.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9 bis 16 Uhr (Donnerstag bis 18 Uhr), Sonn- und Feiertag 13 bis 16 Uhr.
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