Investition in die Zukunft

Ulrich Werner zeigt den symbolischen Schlüssel für die neue Produktionshalle.
 

Neue Schleiferei eingeweiht / Barat Ceramics investiert an Produktionsstandort Auma

.

Fast auf den Tag genau sieben Monate nach Baubeginn konnte in der Barat Ceramics GmbH in Auma am 14. November die neue Schleiferei ihre Produktion aufnehmen. Mit dem Bau der Halle war am 15. April dieses Jahres begonnen worden, am vergangenen Freitag nun wurde die neue Produktionshalle eingeweiht.

„Der Kosten- und der Zeitplan wurden eingehalten“, konnte Geschäftsführer Ulrich Werner den zahlreichen Ehrengästen zur Einweihung berichten. Er dankte allen Mitarbeitern, Handwerkern und Firmen, die „in den letzten Wochen einen wahren Endspurt hingelegt haben.“ Doch die jetzt deutlich besseren Arbeitsbedingungen dürften die Beschäftigten in der Schleiferei für den Stress während der Bauphase entschädigen.

Die Bauleistungen wurden im Wesentlichen mit Firmen aus der Region erbracht. „Die einzelnen Gewerke haben hervorragend zusammengearbeitet", lobt Ulrich Werner die am Bau beteiligten Unternehmen. Mit der Investition in mehrfacher Millionenhöhe, genaue Zahlen wollte der Geschäftsführer nicht verraten, sei „ein weiterer Schritt für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens abgeschlossen.“

Hier nun die Baubeschreibung von Andreas Piotter (l.) vom gleichnamigen Zeulenrodaer Ingenieurbüro, das für die Gesamtplanung, Koordinierung und Bauleitung verantwortlich war:

Die ersten Gedanken zur Errichtung einer neuen Halle für die Umgestaltung der Schleiferei wurden im Juli 2012 geboren. Der Standort der neuen Halle war recht schnell im Betriebsgelände gefunden. Im Herbst wurde dann die endgültige Entscheidung zum Hallenneubau getroffen.

Danach begann die Planung der Halle und die ersten Ausschreibungsunterlagen wurden noch im Dezember 2012 verschickt um Angebote einzuholen. Parallel wurde ein Baugrundgutachten beauftragt und die Tragfähigkeit des Baugrundes ermittelt.

Die Gründung der tragenden Bauteile erfolgte in Köcher- oder Hülsenfundamenten aus Stahlbeton, die monolitisch und vor Ort hergestellt wurden. Die Außenwände liegen auf Frostriegeln auf. Problem bei der Gründung war der schlechte Baugrund, der nur geringe Sohlpressungen zuließ und daher eine Reihe besonderer Maßnahmen bei der Hallenkonstruktion erforderlich machte. Ebenso erfolgte die Gründungsphase in der besonders schlechten und regenreichen Frühjahrsphase, was Unterbrechungen im Bauablauf nach sich zog. Teilweise mußten die Arbeiten komplett unterbrochen werden, um am Baugrund keine Aufweichungen zuzulassen.

Die Halle selbst wurde aus Stahlbeton-Fertigteilen, Stützen und Bindern errichtet. Dies gewährleistet neben hoher Standsicherheit auch hohe Sicherheit bei den Brandschutzanforderungen.
Die Außenwände und das Dach bestehen aus Porenbetonelementen, womit eine besonders gute Wärmedämmung und sehr hohe Schallschutzwerte erreicht werden.

Das Dach selbst ist mit einer Reihe von Lichtkuppeln ausgestattet, die zum einen als RWA-Anlagen (Rauch- und Wärmeabzugsanlagen) dienen und andererseits ein hohes Maß an Tageslicht in der Halle gewährleisten.
Die Stahlbetonbinder weisen zusätzlich Durchbruchsöffnungen in den Stegen auf. Diese sind vorgesehen, um eventuell zu einem späteren Zeitpunkt erforderlich werdende Lüftungsrohre direkt an die Maschinen zur Absaugung zu bringen.

Im Inneren der Halle befindet sich ein Einbau, bei dem im Erdgeschoss weiter Produktionsräume bzw. Räume für produktionsbegleitende Prozesse wie Qualitätsprüfung QS, Reinigen, Messen, Sichtkontrolle und Verpackung untergebracht sind. Im Obergeschoss sind neben einem Meisterraum, Wasch- und Toilettenanlagen sowie Umkleide- und Pausenraum eingerichtet.
Eine Besonderheit ist der Fußboden. Hier sind nicht nur fundamentlose Aufstellung von Maschinen möglich, sondern der Fußboden ist über eine Fußbodenheizung auch als Flächenheizung für die gesamte Halle ausgelegt. Dazu musste unter dem Fußboden eine tragfähige und gleichzeitig hoch wärmedämmende Schicht aus Schaumglasschotter eingebracht werden.

Im Wesentlichen wird die benötigte Heizenergie aus der Wärmerückgewinnungsanlage der Brennöfen gewonnen. Der Anschluss erfolgt an der Übergabestation in den Bestandshallen.

Erneuert und verstärkt wurde der Elektroanschluss. Leistungsreserven der Trafostation wurden ausgeschöpft und der erforderliche Energiebedarf darüber gedeckt. Ansonsten wurde die Elektroanlage so konzipiert, dass ein hohes Maß an Flexibilität bei der Maschinenaufstellung gewährleistet werden kann und Umstellungen kein Problem mehr darstellen sollten.

In den Fußboden wurde dazu ein Versorgungskanal eingebaut, über den alle Versorgungsmedien zugänglich sind. Beginnend bei Druckluft, Wasser, Energie und Kommunikation sind alle Leitungen hier eingebracht und sind jederzeit erreichbar. Über ein System von Leerrohren können die Medien direkt an die Maschinen, oder an die gegenüberliegenden Außenwände gebracht werden.
Weiterhin ist im Boden ein System von kleinen Kanälen eingearbeitet, das das Kühlwasser der Schleiferei zu einer zentralen Kühlmittelreinigungs- und Aufbereitungsanlage führt. Die Einzelaufbereitungsanlagen an den Maschinen können damit ersetzt werden.

Die neue Halle in Zahlen:
• Planungsbeginn: Juli 2012
• Baubeginn: 15.04.2013
• Produktionsbeginn: 14.11.2013
• Fertigstellung: 20.12.2013
• Größe der Halle: 1.780 m²
• Nutzfläche: 2.030 m²
• Umbauter Raum: 15.100 m³
• Bauweise: Stahlbeton-Montagebauweise mit Stahlbetonstützen und Stahlbetonbindern in Stahlbeton-Hülsenfundamenten, Wand und Dach aus Porenbetonfertigteilen
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige