Landrat Thomas Fügmann: „Beendigung des Modellprojektes ist glatte Fehlentscheidung“

Landrat Thomas Fügmann kritisiert Ende des Modellprojektes zur Kommunalisierung der Grundschulhorte. (Foto: Zeuner)
Schleiz: Landratsamt Saale-Orla-Kreis |

Der Landrat des Saale-Orla-Kreises und frühere Leiter des Schulamtes Ostthüringen, Thomas Fügmann, hält die Beendigung des Modellvorhabens zur Kommunalisierung der Grundschulhorte für eine Fehlentscheidung des Landes. Auch an der Kommunikationspolitik des Landes übt Fügmann Kritik.

„Ich sage aus voller Überzeugung: Wir können es besser als das Land. Wir sind in der Lage, auf die individuellen Bedürfnisse der Horteinrichtungen vor Ort gezielt einzugehen und damit auch den ländlichen Raum als attraktives Lebensumfeld mit einer guten Kinderbetreuung zu stärken. Diese Leistung kann das Land mit dieser zentralisierten Lösung nicht leisten“, konstatiert der Landrat des Saale-Orla-Kreises. „Seit etwa sieben Jahren läuft dieses Modellprojekt – und das sehr erfolgreich“, gibt Thomas Fügmann zu bedenken. Im Saale-Orla-Kreis sind etwa 80 % der Grundschüler in den Horten angemeldet – gut 10 % mehr als vor dem Start des Kommunalisierungsprojektes. „Dank des Modellprojektes sind wir in der Lage, schnell und flexibel auf die Bedarfe von Schulen, Horten und Erziehern zu reagieren – seien es Krankheitsfälle, geänderte Schülerzahlen oder auch Wohnortwechsel“, betont der Landrat weiter.

„Wir haben – wie auch andere Landkreise – unsere Bereitschaft signalisiert, die Kommunalisierung der Horte weiter voranzutreiben und für diesen Zweck auch entsprechende finanzielle Mittel in den Entwurf unseres aktuellen Haushaltsplanes eingearbeitet. Und nun erfahren wir plötzlich vom Ende des Projektes“, so Fügmann.

„Wir als Landkreis ziehen auch nach Beendigung des Modellprojektes zwar weiter die Hortgebühren ein, können aber keinen Einfluss mehr auf die Entwicklung der Horte nehmen. Daraus entsteht ein Konflikt, den ich den Eltern kaum vermitteln kann“, stellt Fügmann fest.

Vor allen Dingen aber die Art und Weise, wie das Ende dieses Modellprojektes kommuniziert wurde, kritisiert Thomas Fügmann scharf. „Wieder einmal erfahren wir aus den Medien von einer wichtigen Entscheidung für unsere Region, die das Land Thüringen getroffen hat“, beanstandet er. Schon der Wechsel der Zuständigkeiten vom Land auf die Landkreise bei den Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern sei den Kommunen über die Medien mitgeteilt worden.

Etwa zwei Drittel der Horte in Thüringen befinden sich derzeit in kommunaler Trägerschaft. „Als kommunale Einrichtungen arbeiten diese Horte sehr erfolgreich. Man kann hier nicht mehr von einem Modellprojekt sprechen. Diese gelungene Arbeit ist schon längst Realität“, macht der Landrat klar. Thomas Fügmann betont hierbei, dass vor Ort ein gelungenes Miteinander von Schulen, Horten, den Familien, Anwohnern und Behörden geglückt sei. Zudem arbeiten dank des Modellprojektes mittlerweile zahlreiche örtliche Bildungspartner – vorrangig verschiedene Vereine und Sportgemeinschaften – eng mit den Horten zusammen.

„Ein erneuter Wechsel der Zuständigkeiten hin zum Land hat weitreichende Konsequenzen“, ist sich Thomas Fügmann sicher.
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