Man muss nicht immer Leuchttürme politischer Eitelkeit bauen!

Kai Dittmann wurde Ende Januar erneut zum Bürgermeister von Langenwetzendorf gewählt.
 
Die Ortsteile. Altgernsdorf und Wittchendorf sind als Teile des neuen Ortsteils Wildetaube am Eingang der Gemeindeverwaltung extra aufgeführt.
 
Das Gemeindeamt am Platz der Freiheit 4.
Langenwetzendorf: . | .

Am 25. Januar wurde Amtsinhaber Kai Dittmann (CDU) erneut zum Bürgermeister von Langenwetzendorf gewählt. Ich sprach mit dem alten und neuen Bürgermeister der Landgemeinde:

95,9 Prozent der abgegebenen Stimmen haben für sie votiert. Wie erklären Sie sich das tolle Wahlergebnis?
Das hängt sicherlich zum einen damit zusammen, dass ich mich als einziger Kandidat zur Wahl gestellt hatte. Andererseits waren die Leute vielleicht auch davon angetan, wie wir die Vorhaben, die ich vor sechs Jahren angekündigt hatte, umgesetzt haben. Als Bürgermeister ist man ja nicht allein, wir haben eine sehr gut funktionierende Verwaltung und das Wichtigste sind die Bürger. Die immer „mitzunehmen“ und dabei stets ehrlich zu sein, ist ganz wichtig. Sicher ist es immer einfacher, positive Entscheidungen zu fällen. Wenn es aber um Entscheidungen geht, die beispielsweise die Bürger finanziell betreffen, muss man mit den Leuten reden können. Wenn man mit der Bevölkerung offen spricht, akzeptieren die meisten auch unpopuläre Entscheidungen. Und ich denke, ich habe stets offen mit den Leuten gesprochen.

Andererseits lag die Wahlbeteiligung nur bei 42,6 Prozent.
Ich gehe mal davon aus, dass auch hier die Ursache ist, dass es nur einen Kandidaten gab.

Auf welche Ergebnisse der vergangenen Wahlperiode können Sie mit Freude zurückblicken?
Zu meinen politischen Zielsetzungen gehörten und gehören Bürgernähe, Steigerung der Finanzkraft der Gemeinde, Unterstützung der Wirtschaft sowie die Erneuerung und Sicherung von Kindertagesstätten und Schulen. Bei den Kindertagestätten konnten wir bereits Ende 2011 für alle drei Einrichtungen unserer Gemeinde den Rechtsanspruch für unter Dreijährige gewährleisten. Sehr engagiert haben wir uns auch bei der Unterstützung der Vereinsaktivitäten. Wobei die Unterstützung nicht immer nur direkt erfolgt. Wir beteiligen uns bei den Betriebskosten und helfen mit unserem Equipment, beispielsweise beim Fischfest in Wellsdorf, dem Lunziger Markt oder dem Weihnachtsmarkt in Naitschau. Es gilt dabei einfach, die Standarts, die mein Vorgänger bereits aufgebaut hat, weiter zu erhalten. Man muss nicht immer das Rad neu erfinden oder Leuchttürme politischer Eitelkeit bauen!

Welche konkreten Probleme konnten Sie in ihrer ersten Amtsperiode lösen?
Zu meinem Amtsantritt vor sechs Jahren waren noch nicht alle Ortsteile mit schnellem Internet ausgestattet. Um das Problem zu lösen, haben wir Fördermittel in die Hand genommen und die Voraussetzungen für die DSL-Versorgung geschaffen. Heute sind alle Ortsteile mit schnellem Internet ausgestattet. Natürlich gibt es einzelne Haushalte die auf Grund ihrer Lage nicht vollständig über schnelles DSL mittels Kabel versorgt werden können. Hier bleiben nur Funklösungen als Altenative.
Ein weiteres Problem war die Deponie in Daßlitz. Die ehemalige Deponie bereitete der Gemeinde seit Jahren Kopfzerbrechen, denn der Besitzer war vor Jahren in Insolvenz gegangen. Zur Lösung gab es zwei Varianten: Refinanzierung mit Erdablagerung oder durch eine Photovoltaikanlage. Ich bin froh, dass wir einen Investor gefunden haben, der über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf dem Standort der ehemaligen Mülldeponie einen Solarpark errichtet hat.
Zu den gelungenen Vorhaben gehört auch die Ortsdurchfahrt in Wellsdorf, die in Zusammenarbeit mit dem Wasser-Abwasser-Zweckverband 2013 realisiert werden konnte. Alle Entscheidungs- und Versorgungsträger haben hierbei hervorragend zusammen gearbeitet.
Wir haben auch die energetische Sanierung kommunaler Einrichtungen vorangetrieben. So gibt es mittlerweile vier Erdwärme betriebene Gemeindeobjekte – die Kindergärten in Langenwetzendorf und Nitschareuth sowie das Dorfgemeinschaftshaus Daßlitz, die Begegnungsstätte Langenwetzendorf
und die Kegelbahn in Langenwetzendorf.
Und ein ganz wichtiger Aspekt ist die Verbesserung der Ausrüstung unserer Feuerwehren. Dadurch sind auch unsere kleineren Wehren einsatzbereit.

Gibt es Nachwuchsprobleme bei den Freiwilligen Feuerwehren ihrer Gemeinde?
Wir können eine sehr gute Arbeit in der Jugendfeuerwehr verzeichnen, für die drei Verantwortliche zuständig sind: Im Stützpunkt Wildetaube sowie in Daßlitz und Langenwetzendorf. Insgesamt haben wir in den Jugendfeuerwehren 45 Mitglieder.

Was hat nicht so funktioniert, wie es sollte?
Ein großer Kraftakt war die Eingliederung der vier neuen Ortsteile. Bereits Anfang 2010, also ein dreiviertel Jahr, nachdem ich damals zum Bürgermeister gewählt wurde, habe ich erste Gespräche mit einzelnen Gemeinden der ehemaligen VG Leubatal geführt, um eine noch schlagkräftigere Gebietsstruktur zu erwirken. Vier Orte – Wildetaube mit Altgernsdorf und Wittchendorf sowie Neugernsdorf, Hain und Lunzig – sind ja dann nach Auflösung der VG Ende 2013 auch der Gemeinde Langenwetzendorf beigetreten. Hohenleuben hat sich leider nicht dazu durchringen können. Dabei hatten wir alle Forderungen der Hohenleubener erfüllt. Lediglich mit der Namensänderung zu Stadt Hohenleuben-Langenwetzendorf konnten wir nicht mitgehen. Hätte die Stadt Hohenleuben den Eingliederungsvertrag 2011 unterschrieben, dann wären in unsere Gemeinde in den Jahren 2012 und 2013 aufgrund der Gebietsgröße pro Jahr rund 400.000 Euro mehr „Schlüsselzuweisung“ geflossen, dazu das „Kopfgeld“ von 650.000 Euro. Das sind rund 1,5 Millionen Euro Eigenmittel, die wir durch Fördermittel auf 4,5 Millionen Euro erhöhen hätten können! Mit diesen Mitteln wäre ein Großteil der langfristig geplanten Vorhaben in Langenwetzendorf und den Ortsteilen sowie Hohenleuben sofort umsetzbar gewesen.

Welche Vorhaben haben Sie sich für die kommenden Jahre auf die Fahnen geschrieben?
Zunächst anstehende Maßnahmen sind die Ortsdurchfahrt durch Neugernsdorf und der zweite Bauabschnitt der Turnhalle in Wildetaube. Künftige Vorhaben werden ausschließlich der Erhaltung unserer Infrastruktur dienen und der Vorgabe, dem demografischen Wandel entgegen zu wirken. Ein gutes Beispiel dafür ist die Sanierung der Turnhalle in Langenwetzendorf. Hier sollen die Sanitärbereiche saniert, die Herstellung der Barrierefreiheit realisiert und die energetische Sanierung durchgeführt werden. Die Halle ist komplett ausgelastet, sie wird nicht nur durch den Schulsport genutzt, sondern generationsübergreifend von Kindersportgruppen bis hin zu Seniorengruppen. Die älteste Dame hat letztes Jahr mit 90 aufgehört!
Ein Thema im nächsten Jahr wird die Erneuerung der Ortsverbindungsstraße von Langenwetzendorf nach Zoghaus sein. Diese Maßnahme ist allerdings davon abhängig, ob dafür Fördermittel fließen. Das trifft auch auf die Weiterführung des ländlichen Wegebaus im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens in Nitschareuth zu.

HINTERGRUND
Langenwetzendorf hat 15 Ortsteile mit rund 4.400 Einwohnern. Die Gemeindefläche beträgt 55,99 Quadratkilometer. Zudem ist Langenwetzendorf erfüllende Gemeinde für Hohenleuben und Kühdorf.
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