Seit dem 1. Januar 2012 gibt es die Landgemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf / Dezentrale Verwaltung als bürgerfreundlicher Dienstleister

Christian Häckert zeigt das erste Amstblatt der neuen Landgemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf.
 
Sitz der neuen Landgemeinde ist im bisherigen Amtssitz Teichwolframsdorf, Steinberg 1.
 
Seit Jahren sorgen die Kleinreinsdorfer Schalmeien zur Mohlsdorfer Salatkirmes für Stimmung im Festzelt.
Mohlsdorf: Bürgerbüro | Am 16. 12. 2011 hat der Thüringer Landtag per „Gesetz zur Freiwilligen Neugründung kreisangehöriger Gemeinden“ der Fusion von Mohlsdorf und Teichwolframsdorf zugestimmt. Dass in den Wochen und Monaten davor Teile des Landesparlaments gegen die Gemeindeneugründung im Osten Thüringens agiert haben, darüber ist genug geschrieben worden und soll an dieser Stelle nicht noch einmal erörtert werden. Fakt ist: „Der breite Bürgerwille konnte nicht ausgebremst werden“, so die Ortsbürgermeister Christian Häckert (Mohlsdorf) und Jürgen Reinhardt (Teichwolframsdorf) – seit dem 1. Januar 2012 gibt es die Landgemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf.

Mit diesem für die rund 5300 Einwohner der neuen Gemeinde historischem Datum endete auch die reguläre Amtszeit des hauptamtlichen Mohlsdorfer Bürgermeisters. Christian Häckert wurde zum 1. Januar von der Thüringer Kommunalaufsicht zum Beauftragten für die neue Landgemeinde bestellt. Als solcher leitet er die Verwaltung und vertritt die Gemeinde rechtswirksam bis zur Wahl des Bürgermeisters am 22. April. Der Allgemeine Anzeiger sprach mit ihm über Vergangenes und Künftiges der neuen Landgemeinde.

Was hat sich seit dem 1. Januar 2012 für die Bürger in Mohlsdorf und Teichwolframsdorf sowie ihren Ortsteilen geändert?

Zu allererst natürlich der Name unserer Heimatgemeinde, die seit Jahresbeginn Mohlsdorf-Teichwolframsdorf heißt. Dann gibt es die einheitliche Postleitzahl 07987, die uns die Deutsche Post AG bereits am 15. Dezember 2011 schriftlich mitgeteilt hat. Diese Postleitzahl tritt am 1. Februar in Kraft, wenn die Umbenennung von doppelt vergebenen Straßennamen gültig wird.

Welche Straßen erhalten einen neuen Namen?

Die Gemeinderäte in Mohlsdorf und Teichwolframsdorf haben am 13. Januar beschlossen, dass aus dem Gartenweg in Mohlsdorf die Gartenstraße wird, aus der Dorfstraße im Teichwolframsdorfer Ortsteil Waltersdorf wird die Waltersdorfer Dorfstraße und aus der Bahnhofstraße in Mohlsdorf die Mohlsdorfer Bahnhofstraße.

Was hat sich verwaltungstechnisch geändert?

Für die Organisationsstrukturen der neuen Verwaltung musste nichts Neues geschaffen werden, wir haben bereits vorhandene Dinge wieder neu zusammengesetzt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zwischenzeitlich in Berga eingesetzt waren, sind wieder in ihre Ursprungsgemeinden Mohlsdorf und Teichwolframsdorf zurückgekehrt. Manche haben neue Aufgaben übernommen, aber alle sind engagiert und stehen zu der neuen Verwaltungsstruktur. Der Sitz der neuen Landgemeinde ist im bisherigen Amtssitz Teichwolframsdorf, Steinberg 1. Das ist einstimmig beschlossen worden, darüber gab es keine Diskussion. Zumal zu dem Zeitpunkt, als diese Entscheidung gefallen ist, noch nicht feststand, ob das Mohlsdorfer Gebäude, in dem die Gemeindeverwaltung nur untergeordneter Mitnutzer ist, zum Zeitpunkt der Gemeindegründung noch steht. Die Bürgerbüros in Mohlsdorf und Teichwolframsdorf bleiben dauerhaft erhalten. Wir setzen als Dienstleister für unsere Einwohner auf eine dezentrale Verwaltung als tragende Säule unseres Gemeindekonstruktes, um den Bürgern Wege zu ersparen.

Welche Veränderungen kommen auf die Bürger der Landgemeinde zu?

Durch den neuen Gemeindenamen müssen alle bei uns gemeldeten Einwohner ihre Dokumente umschreiben lassen. Für die Teichwolframsdorfer ist ja auch die Postleitzahl neu und für manche Bürger gibt es neue Straßennamen. Die Umschreibung der Anschriften in den Personalausweisen und Reisepässen ist kostenfrei und wird in den Bürgerbüros Mohlsdorf und Teichwolframsdorf vorgenommen. Die zu ändernden Kfz-Zulassungsdaten müssen die Fahrzeughalter in der Zulassungsstelle des Landratsamtes in Weida umschreiben lassen. Hierfür kann bis zum 30. 11. 2012 in unserer Gemeinde ein Antrag auf Kostenerstattung dieser Ummeldung gestellt werden. Darüber hinaus werden wir für die Fahrzeughalter den Service anbieten, ihre Kfz-Papiere in unseren Bürgerbüros abgeben zu können. Genaue Informationen dazu gibt es in unserem zweiten Amtsblatt im Februar.

Das erste gemeinsame Amtsblatt der Gemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf im Januar war ja eine weitere Neuerung für die Einwohner der Landgemeinde!

Richtig. Die Nummer 1 erschien am 5. Januar 2012. Neu ist ebenfalls der gemeinsame Internetauftritt www.mohlsdorf-teichwolframsdorf.eu. Hier sind auch die Amtsblätter einsehbar, für die ich um rege Zuarbeiten aller Bürger und Vereine bitte!

Was bringen die beiden Orte Mohlsdorf und Teichwolframsdorf in die neue Landgemeinde ein?

Eine funktionierende Infrastruktur und eine hohe Lebensqualität. Beispiele sind das Gewerbegebiet in der Raasdorfer Straße in Mohlsdorf mit Industrie- und Gewerbebetrieben, die Agrar GmbH als innovatives Unternehmen in Teichwolframsdorf, gut funktionierende Wiedereinrichter in allen Ortsteilen, die Unifrax GmbH in Kleinreinsdorf als beschäftigungsintensiver Betrieb sowie Handwerk und Mittelstand in der gesamten Landgemeinde.

Gibt es neben der Verwaltung bereits weitere Projekte der Zusammenarbeit?

Gemeinsamkeiten und Verbindungen zwischen unseren Orten bestehen bereits seit vielen Jahren. So bestellten schon in der Vergangenheit Landwirte aus Teichwolframsdorf ihre Felder auf Reudnitzer Flur und umgedreht. Auch zwischen den Vereinen, beispielsweise denen der Freiwilligen Feuerwehr, gibt es seit langem eine gute Zusammenarbeit. Ein weiteres Beispiel sind die Schalmeienmusikanten des TSV Kleinreinsdorf, die alljährlich immer wieder gern gesehene Gäste bei der Mohlsdorfer Salatkirmes sind und hier das Festzelt zum Kochen bringen!

Welche Zielstellungen hat die Landgemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf?

Beide Gemeinden sind sich auf Augenhöhe begegnet. Das ist die beste Voraussetzung, den ländlichen Raum in den nächsten Jahren weiter zu entwickeln, um noch vorhandene Defizite gemeinsam zu beheben. Daran arbeiten wir und das sind unsere Zielstellungen, die jetzt in Form von Beschlüssen und Konzepten auf den Weg gebracht werden müssen. Wir müssen sehen, was umsetzbar ist und haben gute Aussichten, eine Menge zu bewegen. Was das im Einzelnen sein wird, gilt es in den Bürgerversammlungen zu erfragen, die wir in den kommenden beiden Monaten in allen Ortsteilen durchführen werden.

Da stellt sich die Frage der Finanzierbarkeit?

Sicher, unsere Vorhaben werden Kraft und Geld kosten. Doch dieses Geld ist in den ländlichen Gemeinden eher noch vorhanden. Wir sind von der Verschuldung her gesehen am unteren Ende im Landkreis Greiz, haben in den letzten Jahren kontinuierlich unsere Verschuldung abgebaut. Die Altgemeinde Mohlsdorf beispielsweise liegt bei 370 Euro pro Kopf. Im Gegenzug haben wir jedes Jahr in unseren Ortsteilen insgesamt zwischen einer und anderthalb Millionen Euro investiert – in die Infrastruktur, den Straßenbau, in die Dorferneuerung, in ländlichen Wegebau, in Schulen, Kindergärten und Feuerwehr beispielsweise. Die sind die Schwerpunkte auch für die künftige Gemeindearbeit.
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