Vom Wir-Gefühl in Schleiz

                  Die Einwohnerzahl von Schleiz ist im vergangenen Jahr erstmals nach der Wende wieder angestiegen. Das ist eine der guten Nachrichten, die Bürgermeister Juergen K. Klimke zum Schleizer Neujahrsempfang am 9. Januar 2014 in der vollbesetzten Wisentahalle verkündete. Die Zahl der Einwohner stieg in der Rennstadt im Jahr 2013 auf 8465. Dazu habe beigetragen, das vermehrt Menschen die Rennstadt als Wohnsitz gewählt haben. "Insgesamt zogen 367 Menschen aus Schleiz weg, aber 429 kamen zu uns. Das ist eine positive Wanderungsbilanz von 68 Einwohnern", rechnet Klimpke vor.

Positiv entwickelt habe sich auch das "Wir-Gefühl" der Schleizer. Als Beispiele dafür nennt der Bürgermeister unter anderem den im vorigen Jahr erstmals durchgeführten Frühjahrsputz, bei dem nicht nur in der Rennstadt selbst, sondern auch in zahlreichen Ortsteilen freiwillige Helfer im Einsatz waren. Gemeinsame Höhepunkte 2013 waren die Jubiläen 100 Jahre Vereinsfußball in Schleiz und 90 Jahre Schleizer Dreieck sowie die Veranstaltungen auf diesem.

Als positive Ergebnisse für die Stadt wertete der Schleizer Bürgermeister den ersten Unternehmerabend 2013 und die Anerkennung des klimafreundlichen Umbaus eines historischen Gebäudes zur Stadtbibliothek Schleiz mit einem Preisgeld von 40.000 Euro. Dank dafür gelte all denen, die das Projekt auf den Weg gebracht, begleitet und umgesetzt haben: "Hauptanteil daran haben vor allem die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, voran meine Amtsvorgängerin Bürgermeisterin a. D. Heidemarie Walther".

Klimpke erinnerte auch an den Hochwassereinsatz von neun Feuerwehrleuten aus Schleiz und Möschlitz in Sachsen-Anhalt und dankte den Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter für die Hochwasserhilfe freigestellt hatten. Die Vertreter dieser Unternehmen erhielten Plüsch-Wisentas, genauso wie Lena Fischer vom Budo SV Nippon Schleiz und Julian Puffe vom MSC Schleizer Dreieck, die Nachwuchssportler des Jahres 2013 des Saale-Orla-Kreises.

Für ihr Engagement im sportlichen Bereich wurden die "gute Seele" des FSV Schleiz Elfriede Oertel, Wolfgang Leistner von der SG Gräfenwarth und der Pressesprecher des MSC Schleizer Dreieck, Guntmar Schwarz, mit Einträgen in das Ehrenbuch der Stadt geehrt.

Die sieben Gewinner des Blumenschmuckwettbewerbes 2013 wurden mit Blumen geehrt und als Unternehmer des Jahres zeichnete Juergen K. Klimpke den Geschäftsführer der Schleizer DAFA Dachdecker GmbH, Steffen Heinrich, aus.

Zur musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs spielten das Ensemble Musica Wisenta und die Gitarristin Vanessa Axt beschwingte Melodien von Bach bis Beatles.

Für einen zusätzlichen Farbtupfer der Veranstaltung sorgte Lebohang Dube. Der junge Mann aus Südafrika weilt auf Einladung des Rotary Clubs Schleiz seit einem Jahr als Austauschhüler in der Stadt. Er wird nun die Rückreise in seine Heimat antreten. Lebohang trug ein Gospel-Lied vor und erinnerte daran, dass viele Kindern in Südarfika Not leiden. Er selbst sei in einem Waisenprojekt engagiert, für das er während seines Aufenthaltes in Schleiz über 3500 Euro gesammelt hat. Bürgermeister Klimpke regte eine Spendensammlung unter den Gästen des Neujahrsempfanges an, worauf Lebohang binnen kürzester Zeit 1200 Euro einsammeln konnte. Diesen Betrag erhöhte die Sparkasse Saale-Orla um 1000 Euro, so dass Lebohang weitere 2200 Euro für sein Kinderhilfsprojekt nach Südafrika mitnehmen kann.

Hier die Rede von Bürgermeister Juergen K. Klimpke zum Neujahrsempfang 2014:
Sehr geehrte Frau Bundestagsabgeordnete Carola Stauche,
sehr geehrte Damen und Herren Landtagsabgeordnete Regine Kanis und Ralf Kalich,
sehr geehrter Herr Landrat Thomas Fügmann,
sehr geehrte Damen und Herren Bürgermeister und VG-Leiter,
sehr geehrte Damen und Herren Stadträte, und Ortsteilbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren Vorstände, Direktoren und Geschäftsführer,
sehr geehrte Damen und Herren Vereinsvorsitzende,
liebe verdiente Bürger unserer Stadt und Gäste.

Ich wünsche Ihnen allen ein gesundes neues Jahr und dass sich Ihre Wünsche im Jahr 2014 erfüllen mögen.

Das Jahr 2013 war im Grunde wie seine Vorgänger. Wieder sagten die Schleizer: Hier ist doch nichts passiert – und wieder könnte man ein dickes Buch über die Geschehnisse der vergangenen 365 Tage schreiben. Wieder einmal haben wir uns um das Schleizer Dreieck und seine Zukunft gestritten, wieder einmal gab es die üblichen Probleme, von denen das des jeweils Vortragenden immer das wichtigste war.

Wer jetzt aufgehorcht hat, hat richtig gehört: So begann auch meine Rede vor einem Jahr. Dann sprach ich vom WIR-Gefühl, dass es zu entwickeln gilt.
Hierbei sind wir in unserer Stadt vorangekommen. Ein Beispiel dafür ist der erstmals durchgeführte Frühjahrsputz. Es war aufgrund des langen Winters nicht einfach, diesen zu organisieren, da er auf alle Fälle vor dem Maifeuer stattfinden sollte.
Der letzte Schnee schmolz am 10. April. Am 13. April griffen über 50 Schleizer in der Kernstadt und den Ortsteilen zu Besen, Schaufel und Schubkarre.
All diesen freiwilligen fleißigen Helfern möchte ich an dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Dank aussprechen.

Ein besonderer Dank gilt hier auch dem HMS Hausmeisterservice, der kurzentschlossen die Aktion mit eigener Technik unentgeltlich unterstützte.
Angepackt haben im Mai auch die Einwohner von Oberböhmsdorf. Sie reinigten in einem Arbeitseinsatz im Mai den oberen Teich. In Dröswein packten die Bürger gemeinsam an, als es galt, den Feuerlöschteich auszubessern. Die Stadt stellte das Material, die Arbeit wurde in Eigeninitiative der Drösweiner erledigt.
Diese Beispiele zeigen deutlich, dass es das WIR-Gefühl in Schleiz und seinen Ortsteilen gibt. Ich möchte mich an dieser Stelle bei all den Bürgern bedanken, die im vergangenen Jahr uneigennützig mit angepackt haben, damit unsere Stadt und die dazugehörigen Dörfer schöner werden.

Das Jahr 2013 prüfte uns erst mit Schnee, der bis in den April liegen blieb. Dieser Winter kostete der Stadt viel Geld und die Menschen viel Geduld. Nur zwei Monate später, Anfang Juni, kam nach schweren Regenfällen eine neue Bewährungsprobe. Es fiel soviel Regen, dass viele Bäche und Flüsse über ihre Ufer traten. Am Abend des 3. Juni bot sich dann ein Schauspiel, dass es nicht alle Tage zu sehen gibt. Der Zulauf zur Bleilochtalsperre wurde so stark, dass das maximale Stauvolumen erreicht wurde. Im Ortsteil Gräfenwarth lief nach rund 30 Jahren die Talsperre über.
Unsere Feuerwehrleute waren in diesen Tagen im Dauereinsatz. Die Einsätze sind im Internet detailliert nachzulesen. Unter den Einträgen findet sich auch folgender:
„3.6.2013, Einsatzorte Wisenta und Saale. Eins ist schon einmal klar. Schleiz hat seine Hausaufgaben gemacht. Kein einziger Keller der Stadt musste trotz unwetterartigen Regen durch die Schleizer Feuerwehr ausgepumpt werden. Das noch recht neue Kanalsystem scheint perfekt zu funktionieren.“

Bis auf wenige Häuser direkt im Wisentatal waren keine größeren Schäden zu verzeichnen. Wir hatten Glück gehabt.

Weniger Glück hatten die Menschen in Sachsen-Anhalt. Am 8. Juni kam um 18 Uhr der Einsatzbefehl, dass der SOK Hilfe für unser nördliches Nachbarland bereit zu stellen hat. Drei Stunden später waren 21 Einsatzkräfte aus dem Oberland, darunter Feuerwehrleute der Wehren Schleiz, Möschlitz und Tanna, auf der Autobahn unterwegs nach Norden.

Sechs Tage standen unsere Feuerwehrleute jenen hilfreich zur Seite, die sich allein gegen die Fluten nicht hätten zur Wehr setzen können. Aus Schleiz und Möschlitz waren folgende Kameraden an der Hochwasserhilfe in Sachsen-Anhalt beteiligt: Gert Reißig, Andreas Oertel, Maik Elschner, Simon Wetzel, Jens Reißig, Tobias Wittich, Jörg Zschächner, Ludwig Geschke, Frank Reißig.

Sie wurden inzwischen schon mehrfach geehrt und haben gebeten, nicht schon wieder auf eine Bühne geholt zu werden. Trotzdem möchte ich Ihnen allen von dieser Stelle aus noch einmal herzlich Dank sagen und denke, dass Ihr Einsatz uns heute einen Applaus wert sein sollte.

Doch dieser Dank soll erweitert werden. Wir haben hier in Schleiz eine freiwillige Feuerwehr. Der Dienst der Kameraden erfolgt außerhalb ihrer Arbeitszeit. Leider nehmen Katastrophen darauf keine Rücksicht und treten auch dann ein, wenn nicht Freizeit ist. So auch der Hochwassereinsatz im Juni. Unsere Kameraden waren ganze sechs Tage weg. Da ist es auch für manchen Arbeitgeber nicht einfach, auf seine Angestellten zu verzichten. Für uns als Stadtverwaltung war es selbstverständlich, für die Fluthilfe eine Freistellung zu gewähren. In der freien Wirtschaft ist diese Selbstverständlichkeit nicht immer gegeben.

Und so soll heute einmal jenen Arbeitgebern gedankt werden, die unsere Kameraden von der Arbeit frei gestellt hatten, damit diese den Flutopfern helfen konnten.

Zu diesen vorbildlichen Arbeitgebern gehören
- der Zweckverband Wasser Abwasser
- HBS Elektrobau Oettersdorf
- die Firma Hammer-Sanitär Schleiz
- das Sachverständigenbüro für Heizung und Sanitär Carl Heinz Hammer
- STS Systemtechnik
- Microtech Gefell.

Ich bitte die Vertreter dieser Firmen,
Herrn Engelmann vom Zweckverband Wasser/Abwasser,
Herrn Schindler von HBS Elektrobau,
Herrn Cybala von der Fa. Hammer-Sanitär,
Herrn Carl Heinz Hammer zu mir auf die Bühne.
Von den Firmen STS Systemtechnik und Microtech Gefell konnte heute leider kein Vertreter teilnehmen.

Meine Herren, sie erhalten heute als Anerkennung für Ihre Unterstützung bei der Fluthilfe unseren Wisi. Der Wisent steht sinnbildlich für Kraft und Ruhe. Möge er Ihnen in diesem Sinne Glück bringen.

„Tue erst das Notwendige, dann das Mögliche – und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Diesen Rat gab uns Franz von Assisi. „Wer viel verlangt, wird viel bekommen. Wer zuviel verlangt, bekommt gar nichts.“, sagt ein anderes Sprichwort.
Es gilt also immer das richtige Maß zu finden, um die täglichen Aufgaben so zu bewältigen, dass man sich nicht verzettelt. Diese Politik mit Augenmaß versuche ich seit 1 ½ Jahren umzusetzen. Es bringt nichts, auf jeden Zug aufzuspringen oder jede Sau, die durchs Dorf getrieben wird, gleich wieder einfangen zu wollen. Vielmehr gilt es den eingeschlagenen Kurs verlässlich weiter zu steuern und den Gegebenheiten entsprechend anzupassen.

Vielleicht erinnern sie sich, dass noch vor wenigen Monaten lauthals gerufen wurde, unbedingt das eine oder andere sofort zu tun. Wir haben es nicht so getan, wie die Rufer von uns forderten. Wir sind eigene Wege gegangen - und die Probleme beginnen sich trotzdem zu lösen. Bei einigen Punkten tun wir inzwischen zwar sogar das, was die Rufer eigentlich wollten – aber ihre Rufe verstummen nicht.
Ich wollte eigentlich in diesem Jahr nichts zum Problem Schleizer Dreieck sagen. Ich wollte lieber Lösungen finden, wie wir den gordischen Knoten zerschlagen können. Leider gibt es in diesem Spiel Spieler, die nicht nach den Regeln spielen. Sie wollten viel, und wollen jetzt zuviel. Man sollte erkennen, wann das Maß voll ist und die Unglaubwürdigkeit beginnt. Ich werde weiter den Weg gehen, eine Lösungen zu finden, die von breiten Schultern getragen werden.

In einem Presseinterview wurde ich in dieser Woche gefragt, was passieren muss, damit in Schleiz alle zufrieden sind. Ich habe geantwortet, dass es in der menschlichen Gesellschaft unmöglich ist, dass alle zufrieden sind. Das liegt im Wesen der Menschheit begründet. Wir sind nun mal Individualisten. Deshalb haben wir auch eine Demokratie, in welcher sich Mehrheiten finden und diese dann den Lauf der Dinge bestimmen. Und das ist gut so.

2013 war für Schleiz ein besonderes Jahr. Wir feierten gleich zwei Jubiläen. Und rationell wie wir Schleizer sind, taten wir das in einer Festwoche. Unter dem Motto 90/100 begingen wir 90 Jahre Schleizer Dreieck und 100 Jahre Vereinsfußball in Schleiz. Mit vielen Veranstaltungen haben die beiden Motorsportklubs MSC und AMC sowie der FSV Schleiz gezeigt, dass Sport in Schleiz groß geschrieben wird. Und mit dem gemeinsamen Historischen Abend, in welchem die Geschichten beider Sportarten miteinander verschmolzen, haben Motorsportler und Fußballer deutlich gezeigt, dass man in Schleiz gemeinsam gestalten kann. Den beiden Hauptakteuren Guntmar Schwarz und Dirk Gründlich sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt. Sie haben beide eine hervorragende Arbeit geleistet.

In Erinnerung werden auch einige Ereignisse des Doppeljubiläums bleiben. Mit einem Motoballspiel wurden wie in früheren Zeiten Motorsport und Fußball kombiniert. Der Schlackeplatz hatte in den letzten Jahren nicht so viele Zuschauer gehabt, wie an diesem Tag.

Das Spiel des FVS Schleiz gegen die ehemaligen DDR-Nationalspieler lockte ebenso viele Zuschauer an und wird wegen seines Ergebnisses auch einen besonderen Platz in den Annalen des Schleizer Fußballs finden. Das Spiel ging 5:5 aus. Schleiz hatte lange Zeit geführt. Am Ende gab es dann noch eine technische Panne, die von den Schleizern mit besonderer Kreativität behoben wurde: „5 : 4+1“ stand dann auf der Anzeigetafel.
Die drei Motorsportveranstaltungen des Jahres 2013 zeugten wieder von der hohen Qualität, mit denen unsere Motorsportclubs ihre Aufgaben erledigen. Die Investitionen in die Infrastruktur der Rennstrecke wurden von Zuschauern und Aktiven positiv aufgenommen. Insgesamt kann man sagen, dass Schleiz sich auch 2013 wieder als guter Gastgeber erwiesen hat.

Die Motorsportsaison 2013 hat uns aber auch gezeigt, wo die Grenzen liegen. Unser Ziel sollte künftig sein, an der Qualität festzuhalten und Möglichkeiten zu schaffen, wie wir das Ganze auch finanzieren können.

Dass es am Schleizer Dreieck auch anders gehen kann, zeigen wir ja schon seit einigen Jahren mit dem Schleizer Dreieck Jedermann Rennen. Nun ist eine neue Sportart hinzugekommen: Kiteboarding. Organisiert von Pfarrer Ingolf Scheibe-Winterberg und den Schleizer Unternehmern Roland Wetzel und Manuel Metzner fand erstmals am Rande der Rennstrecke ein solcher Wettbewerb statt. Am Ende gab es Pokale aus der Hand des Bürgermeisters und die Gewissheit: Hieraus lässt sich etwas weiterentwickeln.

Um das Kapitel Sport, dass anlässlich des vorjährigen Jubiläums heute etwas umfangreicher ausgefallen ist, abzuschließen, sei noch an zwei junge Sportler erinnert, welche zu besonderen Ehren kamen. Lena Fischer vom Budo-SV Nippon Schleiz und Julian Puffe vom MSC Schleizer Dreieck belegten 2013 bei der Wahl zum Sportler des Jahres im Saale-Orla-Kreis jeweils den ersten Platz als Nachwuchssportler.

Schleiz sieht sich aber nicht nur dem Sport gegenüber verpflichtet, sondern auch Kunst und Kultur. Allein schon das Angebot der Wisentahalle lässt inzwischen unsere Stadt zu einem gewissen kulturellen Zentrum werden. Noch heute denke ich an den Tag zurück, als ich vor rund zehn Jahren mit Helmut Schmidt am Tisch saß und er seine Idee für eine neue Wisentahalle präsentierte. Was aus dieser Vision geworden ist, kann heute jeder sehen. Von der Qualität, die in diesem Hause geboten wird, sprechen die Zuschauerzahlen und der inzwischen gute überregionale Ruf der Wisentahalle Schleiz. Lieber Herr Schmidt – machen Sie bitte so weiter.
2013 fand erstmals ein Schleizer Unternehmerabend statt. Hier in diesen Räumen trafen sich Unternehmer aus der Region Schleiz zum Erfahrungsaustausch und Erkenntnisgewinn. Mit interessanten Vorträgen wollen wir dieses Konzept, das unter dem Motto „Wir sind Schleiz“ seht, 2014 fortführen. Die aus der ersten Veranstaltung resultierenden Rückmeldungen der Teilnehmer fordern uns dazu regelrecht auf.

In diesem Zusammenhang sei noch gesagt, dass Ende dieses Monats hier in der Wisentahalle eine Informationsveranstaltung für Unternehmer im touristischen Gewerbe stattfinden wird. Diese kam auf Anregung der Stadt Schleiz zustande und wird mit zahlreichen Partnern sicher auch ein Erfolg werden. Wir müssen beginnen, uns zu vernetzen und auch in der Region an einem Strang zu ziehen.
Im vergangenen Jahr wurden auch die Weichen für die weitere Entwicklung von Schleiz gestellt. Der Stadtrat beschloss – und das nicht auf Initiative der Freien Wähler, wie es fälschlich in der Presse zu lesen war – die Erarbeitung eines Stadtentwicklungskonzeptes. Der Auftrag ist vergeben und die Arbeit hat begonnen. Bis Ende des Monats wird die Lenkungsgruppe gebildet. Im Laufe des Jahres wird es dann mehrere Veranstaltungen geben, in welchen sich die Bürger der Stadt aktiv in den Prozess mit einbringen können. Ich lade alle dazu recht herzlich ein.
Doch auch ohne Konzept kann man inzwischen feststellen, dass sich das eine oder andere bewegt. Gut tut es, wenn die Bürger anmerken, dass das Klima in unserer Stadt ruhiger geworden ist. Es wird nicht mehr so oft gestritten und viele Dinge klären sich, ohne dass erst ein großes Tamtam gemacht wird.

So auch im Wohnungsbau. Inzwischen können wir feststellen, dass neben dem Engagement der Schleizer Wohnungsgesellschaft auch andere private Vermieter aktiv geworden sind bzw. planen, aktiv zu werden.

Im Bereich der sanierten Wohnungen ist es trotz zahlreicher Baumaßnahmen in den vergangenen drei Jahren mittlerweile eng geworden. Es gibt kaum noch freie Wohnungen. Das ist einerseits gut für die Stadt, andererseits kommen aber auch neue Probleme auf uns zu. Wir brauchen zusätzlichen Wohnraum, zumal es immer öfter Anfagen gibt, sich in Schleiz niederzulassen.

Kurz dazu einige Zahlen:
Die Zahl der Einwohner stieg in Schleiz im Jahr 2013 auf 8.465. Dazu trug bei, dass vermehrt Menschen Schleiz als Wohnsitz gewählt haben. Insgesamt zogen 367 Menschen aus Schleiz weg, aber 429 kamen zu uns. Das ist eine positive Wanderungsbilanz von 68 Einwohnern. Ich denke, dass wir uns auch hier auf einem guten Weg befinden.

Die Stadt stellt sich der Aufgabe nach neuem Wohnraum und wird sie mit Augenmaß in Verbindung mit einer nachhaltigen Entwicklung lösen.
Man kann aber auch sehen, dass es im Stadtbild bunter wird. Wir beobachten solche Initiativen inzwischen in mehreren Straßen. Und so möchte ich heute all jenen Bürgern danken, die durch die Verschönerung ihrer Hausfassadenunsere Stadt sehenswerter machen.

Bunt wurde es auch in der Stadtkirche. Das einmal durch die Sanierung des Altars und des Innenraums, aber auch durch eine besondere Idee von Pfarrer Ingolf Scheibe-Winterberg zum Tag des offenen Denkmals. Durch eine Illumination des Chorraums begleitet von sphärischer Musik bekam man im September einen anderen Blick auf die Stadtkirche. Doch die Aufgaben nehmen in diesem Haus kein Ende. Aber ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam auch eine Lösung für die Ziffernblätter finden.

Bunt wurde es auch wieder zur Modenacht. Die vom Handels- und Gewerbe-Verein organisierte Veranstaltung nimmt inzwischen heimlich den Status eines kleinen Stadtfestes ein. Im nächsten Jahr wird es die 10. Modenacht geben. Ich bin mir sicher, dass die Mitstreiter um Klaus Hoffman und Monika Wohlfahrt zu diesem kleinen Jubiläum sich wieder etwas Besonderes einfallen lassen werden. Die Stadt Schleiz wird ihnen wie in den vergangenen Jahren dabei hilfreich zur Seite stehen.
Freudig überrascht wurden wir gegen Ende des Jahres. Für den klimafreundlichen Umbau eines historischen Gebäudes zur Stadtbibliothek wurde Schleiz in Berlin mit dem Klimaschutzpreis 2013 geehrt. Verbunden ist die Ehrung mit einem Preisgeld i.H.v. 40.000 Euro, das wir für weitere ähnliche Projekte einsetzen werden.
Doch der Dank dafür gebührt nicht mir, denn ich habe das Objekt ja nur übernommen und damals im Stadtrat lediglich mit zugestimmt. Den Hauptanteil daran haben vor allem die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, voran meine Amtsvorgängerin Bürgermeisterin a.D. Heidemarie Walther.

Frau Walther lassen Sie mich heute einen Teil der uns zugeflossenen Ehren an Sie weitergeben. Wir hatten im Anschluss der Preisverleihung einen netten Empfang. Von dem sollen Sie auch etwas abhaben. Ich bitte Sie dazu einmal zu mir auf die Bühne.

Liebe Schleizer, liebe Gäste,

es gäbe über Schleiz und die Geschehnisse des Jahres 2013 noch viel zu berichten. Doch wie ich sehe, sind bei manchen von Ihnen die Gläser schon geleert. Und da wir hier nicht auf einem Parteitag sind, auf dem ellenlange Reden gehalten werden, sondern auf einem Empfang, auf welchem man sich unterhalten soll, werde ich jetzt die Bühne frei geben.

Über all das, was ich heute nicht gesagt habe, können Sie sich auch selbst informieren. Sie brauchen nur mit offenen Augen durch Schleiz gehen.

Blumenschmuckwettbewerb
4. Wettbewerb in Folge

Im August bewertete die Jury die beworbenen Gestaltungen, wobei ich an dieser Stelle dem Leiter der Jury, Herrn Ralph Waldert herzlich danken möchte.
Ein weiterer Dank gilt Frau Anette Feike, welche die Hauptarbeit bei der Organisation leistete.

Ein ganz besonderer Dank gilt auch den Sponsoren, durch deren Unterstützung eine Prämierung möglich wurde:
1. RHG Baustoffe Bau und Garten Schleiz
2. Hotel Luginsland
3. Kreissparkasse Saale-Orla
4. Stadtgärtnerei Ralph Waldert
5. Gärtnerei Irmela Sachs Oettersdorf

Die Preisträger sind im Jahr 2013:

7. Platz: Rosemarie Klostermann, Oberböhmsdorf
Frau Klostermann erhält als Preis einen Gutschein der Gärtnerei Irmela Sachs Oettersdorf.
6. Platz: Antje Leistner, Gräfenwarth
Frau Leistner erhält als Preis einen Gutschein der Gärtnerei Irmela Sachs Oettersdorf.

5. Platz: Ralf Köhler, Schleiz
Herr Köhler erhält als Preis einen Gutschein der Stadtgärtnerei Waldert Schleiz.
Leider kann er heute nicht teilnehmen. Der Preis wird ihm nachgereicht.
4. Platz: Lutz Wagner, Schleiz
Herr Wagner erhält als Preis einen Gutschein der Stadtgärtnerei Waldert Schleiz im Wert.
3. Platz: Christiane Berger, Möschlitz
Frau Berger erhält als Preis einen Gutschein des Flairhotels Luginsland und zwei Karten für das Frühlingskonzert der Vogtlandphilharmonie, gestiftet von der KSK S-O.
2. Platz: Sandy Kögler, Grochwitz
Frau Kögler erhält als Preis einen Gutschein der RHG Lichte eG, Filiale Schleiz – bei vielen noch bekannt als Baywa - und zwei Karten für das Konzert von Konstantin Wecker, gestiftet von der KSK S-O.
1. Platz: Gudrun Schaller, Lössau
Frau Schaller erhält als Preis einen Gutschein des Flairhotels Luginsland und einen Gutschein der RHG Lichte eG, Filiale Schleiz, im Gesamtwert.

Auch 2014 wird es wieder einen Blumenschmuckwettbewerb geben. Ich rufe alle Schleizer auf, sich daran zu beteiligen. Machen Sie Schleiz schön. Lassen Sie unsere Stadt und die Ortsteile aufblühen.

Ehrenbuch – Elfriede Oertel
Es gibt Menschen, deren Wert schätzt man meist erst richtig, wenn sie nicht mehr da sind.
Sie sind diejenigen im Hintergrund, die bereitwillig viel Freizeit investieren, um anderen zu helfen, um die Dinge am Laufen zu halten.
Beim FSV Schleiz gab es auch eine solche gute Seele, welche die Bezeichnung „gute Seele“ mehr als verdient hat.
Viele Jahre hat sie sich um die Kassierung der Eintrittsgelder zu den Spielen gekümmert und sorgte sich um die Sauberkeit des Funktionsgebäudes.
Sie kochte Kaffee und Tee für die Spieler und hatte ein großes Herz für den sportlichen Nachwuchs.
Und da beim Fußballspielen auch mal etwas schmutzig wird oder sogar kaputt geht, wusste jeder, wo er Hilfe bekam.
Sie wusch die Trikots und sorgte mit ihrer Nähmaschine dafür, dass sie zum nächsten Spiel wieder in Ordnung waren.
Inzwischen gönnt sie ihren Händen die wohlverdiente Ruhe, aber noch heute spricht man von ihr als „wahrer Goldschatz“.
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Stadt Schleiz ehrt für ihre langjährigen Verdienste um den Fußballsport in Schleiz Elfriede Oertel mit der Eintragung ins Ehrenbuch.

Ehrenbuch – Wolfgang Leistner
Das vergangene Jahr stand im Zeichen von 90 Jahren Schleizer Dreieck und 100 Jahren Vereinsfußball.
Doch es gibt in Schleiz nicht nur den FSV Schleiz, sondern noch eine Reihe anderer Vereine, in denen sich 22 Spieler und Spielerinnen um einen kleinen Lederball streiten.
Einer dieser Vereine hat in Gräfenwarth seine Heimstätte.
2013 feierten die Sportfreunde 60 Jahre Sport in Gräfenwarth.
Einer, dessen Herz schon seit Jahrzehnten für den Sport in unserem westlichsten Ortsteil schlägt, ist Wolfgang Leistner.
Seit Kindertagen ist er in verschiedenen Sportarten aktiv. Durch ihn hat der Gräfenwarther Sport an Ansehen gewonnen und ein beachtliches Niveau erreicht. Noch heute ist der Unternehmer auch aktiver Sportler und Förderer des SV Gräfenwarth.
Anlässlich des 2013 gefeierten Jubiläums machte sich Wolfgang Leistner daran, die 60 Jahre in einer Chronik nachvollziehbar zu machen. In mühevoller Kleinarbeit trug er Ereignisse und Fakten zusammen und bereitete diese für die Öffentlichkeit auf.
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Stadt Schleiz ehrt olfgang Leistner für sein Engagement für den Sport im Ortsteil Gräfenwarth mit der Eintragung ins Ehrenbuch.

Ehrenbuch – Guntmar Schwarz
Wir bleiben beim Sport, wechseln aber die Sportart.
Es gibt Namen, bei deren Klang man sofort an das Schleizer Dreieck denkt. Gerhard Elschner ist ein solcher, Hermann Kiss ein anderer.
Einen weiteren kann man dieser Reihe inzwischen getrost hinzufügen. Denn – auch wenn man diesen Namen hört, denken viele erst einmal an das Dreieckrennen. Dabei war und ist er nie einer derjenigen, die ganz vorn dran stehen.
Schon als Kind war er – wie fast alle Jungen damals in Schleiz – vom Schleizer Dreieck fasziniert.
Diese Faszination hält bis heute an und äußert sich in einer überaus aktiven Arbeit rund um das Renngeschehen.
Seit gefühlten 50 Jahren ist er mit der Kamera an der Rennstrecke unterwegs und kümmert sich um die immer faktenhungrige Schar der Journalisten.
Zugegeben, die 50 Jahre sind etwas übertrieben – aber eines kann man getrost sagen: Ein Schleizer Dreieckrennen ohne ihn ist undenkbar. Seit 1992 steht sein Name in den Rennprogrammen.
Seine Aufgabe: Öffentlichkeitsarbeit.
Kein Wunder, dass sich in diesem Metier im Laufe der Jahre viel Fachwissen ansammelt. Dieses gab er im vergangenen Jahr zum historischen Abend während der Festwoche in der vollbesetzten Wisentahalle bereitwillig weiter.
Vermutlich scheint er aber damit noch nicht ausgelastet zu sein, denn auch zur Schleizer Modenacht wurde er schon mehrfach gesehen: An der Seite seiner Frau Christel auf dem Laufsteg.
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Stadt Schleiz ehrt Guntmar Schwarz für sein langjähriges Engagement auf sportlichem und kulturellen Gebiet mit der Eintragung ins Ehrenbuch.

Unternehmer des Jahres 2012
Was haben ein 2-Euro-Stück mit dem Münzzeichen „G“ und die DAFA Schleiz Dachdecker GmbH miteinander zu tun?
Auf den ersten Blick erst einmal nichts. Die Schleizer Dachdecker sorgten jedoch in diesem Jahr dafür, dass Mitarbeiter der Staatlichen Münze in Karlsruhe weiterhin ein gutes Dach über dem Kopf haben.
Die anderen Dächer auf der Liste der Referenzobjekte Schleizer Handwerkskunst lesen sich wie eine Landkarte. So sind darunter das Ludwig-Meyn-Gymnasium in Uetersen bei Hamburg und die Universität Freiburg zu finden. In der näheren Umgebung haben die Schleizer in diesem Jahr dem Amtsgericht Rudolstadt und dem Rokoko-Schloss in Dornburg ein neues Dach gefertigt.
Seit sich 1958 das Unternehmen als PGH „Glück auf“ gründete, hat es eine stetige Entwicklung nach oben genommen. Heute hat das Unternehmen 30 Mitarbeiter. Dabei ist der Mitarbeiterstamm dem Alter nach relativ jung. 80 % der Mitarbeiter wurden im Unternehmen selbst ausgebildet. Aktuell durchlaufen 2 junge Menschen eine Ausbildung bei der Dachdecker GmbH.
Neben der eigentlichen Arbeit, dem Decken von Dächern mit Schiefer und Ziegeln hat sich die Dachdecker GmbH DAFA Schleiz neue Geschäftsfelder erschlossen. Man betreibt eine eigene Klempnerei, in welcher Blechdächer und -fassaden gefertigt werden. Den Erfordernissen der Zeit entsprechend werden auch Fassadenverkleidungen verschiedenster Art mit dazugehöriger Wärmedämmung aufgebracht. Auch für jene, die auf ihrem Dach die Energie der Sonne einfangen wollen sind die Schleizer Dachdecker inzwischen ein gefragter Partner.
Um den Kunden Kosten und Zeit zu sparen, werden kleinere Dachreparaturen inzwischen mit mobilen Hubbühnen erledigt. Das erspart den langwierigen Aufbau eines Gerüstes und bietet den Dachdeckern vor Ort flexible Arbeitsbedingungen.
Wer noch mehr über die Arbeit der Schleizer Dachdecker erfahren will, braucht nur hinaus zu gehen und nach oben zu schauen. Von der guten Handwerkskunst zeugen in Schleiz unter anderem das Landratsamt, das Rathaus, die Goetheschule und die Alte Münze, in Pausa das Dach des Rathauses mit seinen schönen Ornamenten in Potsdam der Kaiserbahnhof und im holländischen Houten das Schloss mit seiner altdeutschen Deckung von der hohen Qualität der Schleizer Dachdecker.

Seit 6 Jahren steht Steffen Heinrich an der Spitze der DAFA Schleiz Dachdecker GmbH und steuert das Unternehmen auf einem guten Kurs durch die Brandungen der Marktwirtschaft.

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Stadt Schleiz ehrt den Geschäftsführer der DAFA Dachdecker GmbH Schleiz, Herrn Steffen Heinrich als Unternehmer des Jahres 2013.
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