Vortrag im Wasserkraftmuseum: Untertägige Pumpspeicherkraftwerke im Kali- bzw. Salzbergbau zur Verbesserung der Netzintegration von Erneuerbaren Energien

Wann? 18.03.2016 19:00 Uhr

Wo? Wasserkraftmuseum, Lobensteiner Straße 6, 07924 Ziegenrück DE
(Foto: VENTIMOTOR® IBU)
Ziegenrück: Wasserkraftmuseum |

Diplomingenieur Stephan Hloucal vom Erfurter Ingenieurbüro für Erneuerbare Energien und Speichertechnologien VENTIMOTOR® IBU hält am 18. März im Wasserkraftmuseum Ziegenrück einen Vortrag zum Thema "Untertägige Pumpspeicherkraftwerke (PSWu) im Kali- bzw. Salzbergbau zur Verbesserung der Netzintegration von Erneuerbaren Energien". Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

Aus Gründen des Klimaschutzes, zur Schonung der endlichen fossilen Ressourcen, sowie wegen der langfristigen Versorgungssicherheit, ist die Energiewirtschaft auf 100% Erneuerbare Energien umzustellen (Energiewende!). Bis 2020 können nach Branchenangaben die Erneuerbaren mehr als 47 % des Stromverbrauchs bereitstellen. Aktuell sind es etwa 33 %. Den Hauptanteil tragen Wind- und Solarenergie.

Für die Energiewirtschaft ergeben sich daraus höhere Anforderungen bei der bedarfsgerechten Fahrweise konventioneller Kraftwerke und bei der
sicheren Netzführung. Unflexible Grundlastkraftwerke werden zunehmend überflüssig. Erneuerbare Energien Kraftwerke müssen künftig auch alle
Systemdienstleistungen im Netz erbringen. Trotz verbesserter Prognosen müssen wetterbedingte und tageszeitliche Schwankungen der
Stromerzeugung von Wind- und Solarkraftwerken an den Stromverbrauch angepasst werden. Die räumliche und zeitliche Verschiebung von
Elektroenergie, mittels Transportleitungen und Speichertechnologien, werden daher weiter an Bedeutung gewinnen.

Zur Speicherung existieren eine Vielzahl von Überlegungen, zB. Wasserstoffwirtschaft, flexible Kühlhaussteuerung oder Batteriespeicher in
Elektromobilen, Power to Gas, etc., deren Effizienz, Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit sich jedoch erst noch erweisen müssen. Von
besonderem Interesse ist bei allen Speichersystemen der Gesamtwirkungsgrad und der wirtschaftlich vertretbare Betrieb!

Seit mehr als 100 Jahren werden Pumpspeicherkraftwerke betrieben. Deren Zuverlässigkeit, Langlebigkeit, ausgereifte Technologie und höchste
Verfügbarkeit, bei sehr gutem Systemwirkungsgrad, sind hinlänglich belegt. Da sie jedoch mit Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden sind,
werden sie heute eher als bedenklich angesehen. Obwohl in vielen Gebirgen Deutschlands beste Voraussetzungen für neue Pumpspeicherkraftwerke
gegeben sind, erscheint es aus landschaftsästhetischen und naturschutzfachlichen Gründen eher unwahrscheinlich, solche Großprojekte neu realisieren
zu können.

Daher werden seit Jahren verstärkte Forschungsanstrengungen bezüglich unkonventioneller Pumpspeicherkraftwerke unternommen.
Der Autor hat 2010 in einer Gebrauchsmusterschrift die Idee eines untertägigen Pumpspeicherkraftwerkes im Kali- bzw. Salzbergbau (PSWu)
beschrieben. Diese Idee ist Gegenstand des Vortrags und es soll gezeigt werden, dass damit ein kostengünstiger und hochflexibler Stromspeicher bis zu
100 MW realisiert werden kann. Das PSWu wird prinzipell dargestellt und aufgezeigt, dass es sowohl im aktiven Schachtbetrieb (Kali-, Salzförderung,
Versatz), als auch als Nachnutzung, außer Betrieb gehender Schachtanlagen, betrieben werden kann. Es wird gezeigt, dass an Pumpen- und
Turbinentechnikhttp://www.wetteronline.de/wetter/erfurt im untertägigen Betrieb keine besonderen Anforderungen zu stellen sind. Des Weiteren
werden die technischen Aspekte beleuchtet, die sich mit dem Einsatz geeigneter Pumpen und Turbinen, sowie der Netzanbindung beschäftigen.
Insbesondere wird erörtert, welche elektrischen Maschinen besonders geeignet sind, neben der Lastverschiebung, dem Stromnetz vor allem sehr
flexibel Systemdienstleistungen, bereitstellen zu können. Weiterhin wird gezeigt, in welcher Weise das PSWu in ein “grünes Regelkraftwerk”
eingebunden werden kann und welche Vermarktungschancen auf dem Regelenergiemarkt, zusätzlich zur Lastverschiebung, erwartet werden. Die Vorund
Nachteile des PSWu gegenüber anderen untertägigen (unkonventionellen) Pumpspeichern, z.B. im Kohle- und Erzbergbau, werden skizziert,
ebenso bergrechtliche Aspekte, die für ein PSWu in einem aktiven Schacht maßgeblich sein könnten.

Abschließend wird ein Ausblick auf konkrete
Realisierungsmöglichkeiten und die Übertragbarkeit auf mögliche Standorte in Deutschland und Europa gegeben.
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