Aus Liebe zum Holz - Gesellenfreisprechung eines „richtig guten Jahrganges“

Kevin Wöllner zeigt auf die Intarsienarbeit in seinem Gesellenstück.
 
Dr. Thomas Heyn mit dem Lehrgangsbesten Kevin Wöllner an dessem Gesellenstück.
„Das ist ein richtig guter Jahrgang“, schwärmt Dr. Thomas Heyn. Der Beauftragte im Qualitätsmanagement der Handwerkskammer für Ostthüringen meint damit die elf Tischler und fünf Holzbearbeiter sowie zwei Maler/ Lackierer und den Bauten-Objektbeschichter, die im September 2013 in Zeulenroda ihre Gesellenbriefe erhielten. Nicht nur, dass alle 19 Absolventen, die an den Abschlussprüfungen teilgenommen haben, diese auch bestanden. Die Junggesellen und Jungfacharbeiter haben diese auch mit durchweg guten Ergebnissen absolviert. „Durchschnittsnote 2,2 in Theorie und Praxis“, verrät Dr. Heyn. „Das sind Ergebnisse, die für die Zukunft Mut machen“, freut sich Kammerpräsident Klaus Nützel. Vor allem die Gesellenstücke würden einem ganz neuen Level entsprechen: "Die praktischen Arbeiten entsprechen in Qualität und Ausführung Meisterstücken, wie wir sie vor zwanzig Jahren gesehen haben."

Die besten Gesellenstücke der Tischler waren zur Zeugnisübergabe in der Zeulenrodaer Bildungsstätte der Handwerkskammer ausgestellt. „Sie sehen hier hervorragende Stücke, ausgewogen in Form und Funktionalität sowie präzise in der Verarbeitung“, stellte Dr. Thomas Heyn bei einem Rundgang die sechs Exponate vor. Vier Gesellenstücke wurden mit Sehr Gut bewertet: Die TV-Kommode von Sandro Kellner (Neuform Türenwerk Zeulenroda), der Schreibsekretär von Matthias Schröder (Firma Rosenmüller, Schleiz), das Flurmöbel von Maximilian Staps (Firma Rahnfeld, Zeulenroda) und der Sekretär von Kevin Wöllner (Reinü-Fefa Zeulenroda).

Letzterer erhielt nicht nur für sein Gesellenstück die Note 1, Kevin Wöllner schloss auch die theoretische Prüfung mit Sehr Gut ab. Der 21-Jährige ist Jahrgangsbester. Sein Gesellenstück, einen Schreibsekretär aus Esche mit aufwändig verarbeiteten Intarsien, für die Wöllner verschiedene Holzarten verwendet hat, lobt Thomas Heyn in den höchsten Tönen als „gelungene Kombination von Tradition und Moderne, aufwändig verarbeitet und mit vielen ausgewogenen Gestaltungsvarianten.“ Natürlich hat der Sekretär auch ein Geheimfach, das über zwei versteckte Magnete zu öffnen ist, und überrascht durch ein freundlich helles Erscheinungsbild. „Ich wollte mit traditionellem Handwerk etwas Modernes schaffen“, beschreibt Kevin Wöllner die Intension seines Gesellenstückes. Den Schreibsekretär hat er selbst entworfen und in zweieinhalb Wochen gebaut.

Die Liebe zum Holz hat Kevin Wöllner zum Tischlerberuf geführt. Der junge Mann aus Linda bei Weida ist bereits gelernter Landwirt, „der Großeltern wegen“, wie er sagt. Doch während der Agrarausbildung entdeckter er seine Vorliebe für den Modellbau. „Als 16-Jähriger habe ich mir nach eigenen Entwürfen eine Windmühle und eine Kirche aus Holz gebaut“, verrät er. Danach stand für ihn fest, dass seine berufliche Perspektive nicht in der Landwirtschaft liegt. Tischler wollte er werden. „Die Handwerkskammer hat mir die Reinü-Fefa in Zeulenroda als Ausbildungsbetrieb vermittelt“, blickt Kevin zurück. Hier absolvierte er unter den Fittichen von Jacueline Nützel-Köppel und Lutz Köppel in den vergangenen drei Jahren seine praktische Ausbildung. Das Zeulenrodaer Unternehmen hat den frisch gebackenen Tischlergesellen selbstverständlich in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Für Kevin Wöllner ist damit die berufliche Qualifizierung aber längst noch nicht abgeschlossen: Im Januar kommenden Jahres will er bei der Handwerkskammer ein berufsbegleitendes Meisterstudium beginnen.
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