Begehrter Fachkräftenachwuchs

Martin Gebhardt an einer CNC-gesteuerten Tieflochbohrmaschine.
 
Ausbildungsleiter Jörg Kühn erläutert Martin Gebhardt die Programmierung.
Eigentlich wollte Martin Gebhardt ja etwas mit Informatik lernen. Wie so viele junge Leute, wenn sie über ihre berufliche Zukunft nachdenken. Doch seit September vorigen Jahres ist der 17-Jährige Auszubildender in der Wöhlsdorfer Roth Werkzeugbau GmbH und lernt hier den Beruf des Werkzeugmechanikers. "Ich bin froh, hier zu sein", sagt der Aumaer in der Lehrwerkstatt des Unternehmens. "In diesem Beruf ist man nicht nur an der Maschine im Einsatz, sondern kann sich auch in der Konstruktion kreativ einbringen", ergänzt Martin, während er ein Werkstück in die CNC-gesteuerte Tieflochbohrmaschine einspannt und diese programmiert. Er sieht seine berufliche Perspektive hier in der Region und hofft, einmal vom Unternehmen übernommen zu werden.

"Wenn Martin seine dreieinhalbjährige Ausbildung erfolgreich absolviert, werden wir ihm einen Arbeitvertrag anbieten", sichert Yvonne Klose ihm zu. Denn es sei eines der Hauptanliegen des Betriebes, "durch die Ausbildung Jugendlicher den Fachkräftebedarf des Unternehmens zu sichern", so die Personalchefin der Roth GmbH. Jährlich vier bis fünf junge Leute bildet der Werkzeugbaubetrieb aus, mit "Übernahmegarantie" - entsprechende Ausbildungsergebnisse vorausgesetzt. Allerdings sei es gar nicht so einfach, interessierten Nachwuchs zu finden. "Durch die geburtenschwachen Jahrgänge müssen wir heute aktiver nach Auszubildenden suchen, als das vor zehn Jahren der Fall war", weiß Yvonne Klose. Jörg Kühn, Ausbildungsleiter im Betrieb und Mitglied der Prüfungskommission bei der IHK, drückt es sogar noch drastischer aus: "Während uns in den 1990er Jahren Eltern die ‚Bude eingerannt' haben, damit wir ihren Kindern eine Lehrstelle geben, müssen wir heute viel mehr Eigeninitiative entwickeln und bei den Jugendlichen werben, damit wir Nachwuchs ausbilden können." Kooperationen mit Schulen, Elternabende mit Berufsvorstellungen, Praktika für Jugendliche im Betrieb sowie die Präsentation bei Berufs- und Ausbildungsmessen sind einige der Aktivitäten zur Nachwuchsgewinnung. Dazu kommt die Werbung im Internet und in den Printmedien. "Ein gute Resonanz erhalten wir immer auf unsere Stellenanzeigen im Allgemeinen Anzeiger und im Azubi-Journal", wissen Yvonne Klose und Jörg Kühn. Das nächste "Azubi-Journal" erscheint am 30. Juni als Sonderheft des Allgemeinen Anzeigers.

Für das im September beginnende neue Lehrjahr konnte das Wöhlsdorfer Unternehmen, in dem 130 Mitarbeiter Werkzeuge für die Kunststoff verarbeitende Industrie in der ganzen Welt herstellen, zwar schon fünf Jugendliche mit einem Ausbildungsvertrag binden, würde aber gern noch ein bis zwei weitere junge Leute ausbilden. Selbstverständlich auch Mädchen! Ausgebildet wird in den Berufen Werkzeugmechaniker sowie Verfahrenstechniker für Kunststoff und Kautschuk, kurz: Kunststoffformgeber. Man würde jungen Leuten von Außerhalb sogar Wohnraum zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellen. Die praktische Ausbildung erfolgt in dem Werkzeugbaubetrieb in Wöhlsdorf, der Theorieunterricht findet im SBBZ Pößneck statt.

Informationen über die Ausbildungsmöglichkeiten in der Roth Werkzeugbau GmbH telefonisch über 036626/31740 und im Internet unter www.roth-werkzeugbau.de.


BILDER:
Azubi 1237/45: Martin Gebhardt an einer CNC-gesteuerten Tieflochbohrmaschine. Foto: Zeuner

Azubi 1232: Martin Gebhardt (l.) und Ausbilder Jörg Kühn programmieren eine CNC-gesteuerte Tieflochbohrmaschine. Foto: Zeuner

Azubi 1234: Martin Gebhardt (l.) programmiert unter den Augen von Ausbildungsleiter Jörg Kühn eine CNC-gesteuerte Tieflochbohrmaschine. Foto: Zeuner
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