"Da hilft kein Jammern!" Wachkoma-Überlebender schildert Weg zurück ins Leben.

Passt scho! "Wachkoma-Überlebender" Bastian Potempka und Regionalleiter Peter Vucic bei der Selbsthilfe
Berg: Saale-Hotel Meister Bär |

(Rudolphstein) Es kann jeden jederzeit treffen: Eine schwerere Kopfverletzung bei einem Unfall, Schlaganfall, Hirnblutung, Vergiftung oder die Wiederbelebung nach einem Herzinfarkt - eben die "Risiken und Nebenwirkungen" des täglichen Lebens.

Über sein persönliches Wachkoma und das zweite Leben danach berichtete der heute neununddreißigjährige Bastian Potempka ("und net Pastewka, gell!") den interessiert lauschenden Anwesenden beim ersten Gruppentreffen der Wachkoma-Selbsthilfegruppe Dreiländereck im Rudolphsteiner Saale-Hotel direkt an der A9. Wie er mit gerade 18 Jahren bei einem Unfall mit Kopfverletzung ins Koma fiel, was er in dieser Zeit alles wahrnahm, wie mühselig und langwierig die Zeit der Rehabilitation war - das ging den anwesenden, vor allem pflegenden Angehörigen und Interessiertensichtlich unter die Haut. Wie die gerade frischgebackene Berger Bürgemeisterin in ihrem Grußwort erwähnte, war sie von Bastians Erlebnissen betroffen und gerührt, aber auch beeindruckt von seinem Optimismus und seinem Lebensmotto "Da hilft kein Jammern!" Nur so habe er den Weg vom Pflegebet über den Rollstuhl zurück auf zwei Beine, die Rückkehr ins Leben und sogar eine Umschulung geschafft.

Mehr Interesse seit Michael Schuhmachers Skiunfall

Der Skiunfall des beliebten Rennfahrers Michael Schuhmacher Wachkoma konfrontierte eine breite Öffentlichkeitmit den Folgen einer schweren Hirnschädigung. Deshalb nutzten die Teilnehmer, die sich sogar aus dem Plothener Teichland und der Porzellanstadt Selb auf den Weg nach Rudolphstein gemacht hatten, die Gelegenheit, sich von Andrea Tresch, die in der Zentrale des Bundesverbandes "Schädel-Hirn-Patienten in Not e.V. Deutsche Wachkomagesellschaft" für Pflegeberatung zuständig ist, aus erster Hand informieren.

Hilfe zur Selbsthilfe für Betroffene und (pflegende) Angehörige

Dem gelungenen Gruppenabend der länderübergreifenden Selbsthilfegruppe sollen noch viele folgen, merkte Regionalleiter Peter Vucic zum Schluss an. Die Selbsthilfearbeit soll beitragen, dass von Wachkoma Betroffene, ihre Angehörigen, Lebenspartner und Freunde sich über ihre Erfahrungen austauschen und wechselseitig stärken und unterstützen - und wissen, dass sie in ihrer Lage nicht allein sind.

Die Wachkoma-Selbsthilfe Dreiländereck trifft sich an jedem ersten Freitag im Monat um 17:30 Uhr im Saale-Hotel Meister Bär im Berger Ortsteil Rudolphstein an der A9. Kontakt: Peter Vucic, 0160/5510860, Email shg.wachkoma@gmail.com -
Vorschau: Für den Themenabend am 1.September konnte die Selbsthilfegruppe den Kölner Medizintechniker René Blaschke, einen Spezialisten beim Thema Beatmung und Trachealkanüle, als Referenten gewinnen, der im Anschluss auch den Fragen der Teilnehmer stellt. Herzliche Einladung!
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