Ebola im Saale-Orla-Kreis unwahrscheinlich

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Ebolaviren (Orange eingefärbt). (Foto: Hans Gelderblom/RKI)
Schleiz: Landratsamt Saale-Orla-Kreis |

Schleiz. Aufgrund der anhaltenden Ebola-Epidemie in Westafrika und dem damit verbundenen, ungebrochenen Medieninteresse tauchen auch im Gesundheitsamt des Saale-Orla-Kreises immer wieder Fragen besorgter Bürger auf, wie sie sich im Ernstfall verhalten sollen.

“Viele Bürger sind aufgrund der intensiven Berichterstattung zum Thema Ebola und fehlender Informationen zum Virus und dessen Übertragungswegen beunruhigt”, schätzt der Fachdienstleiter Gesundheit im Landratsamt, Christian Kühne, ein. “Kenntnisse über den Virus an sich und seine Wirkungsweise bilden die Grundlage, um sich im Ernstfall richtig verhalten zu können”, mahnt der Fachdienstleiter.

Was ist Ebola?
Ebola ist ein fadenförmiger Virus und verursacht das Ebolafieber – eine Infektionskrankheit, die in etwa 40 - 90% der Fälle zum Tod führt.
Ein Verdacht auf Ebola gilt als begründet, wenn sich ein Patient in jüngster Vergangenheit in Westafrika aufhielt und/ oder der Patient Kontakt zu an Ebola erkrankten Personen hatte, und an Fieber (mehr als 38,8 Grad), Erbrechen, Durchfall und sonstigen plötzlich auftretenden Krankheitssymptomen leidet. Die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Kontakt mit dem Virus und Ausbruch der Krankheit – beträgt ca. 21 Tage. Erst, wenn der Patient die typischen Symptome aufweist, ist er für andere Menschen ansteckend.

Wie kann ich mich anstecken?
Infektionen des Menschen mit dem Ebolafieber entstehen durch Kontakte zu infizierten Tieren (z.B. durch Wildjagd, Verzehr und Zubereitung von Wildtierprodukten). Eine Übertragung von Mensch-zu-Mensch ist durch den direkten Körperkontakt mit an Ebolafieber erkrankten oder verstorbenen Menschen oder durch den Kontakt mit deren Blut oder anderen Körperflüssigkeiten möglich. Es findet demnach keine Übertragung durch Tröpfcheninfektion wie bspw. bei einer Grippe über die Atemluft statt.

Was passiert, wenn im Saale-Orla-Kreis ein Ebola-Verdachtsfall auftritt?
Leidet ein Patient an Erbrechen, hohem Fieber und weiteren Symptomen, und war er in jüngster Vergangenheit in Ebolagebieten in Westafrika, so muss er seinen Hausarzt telefonisch kontaktieren.
Wichtig: Der Patient sollte nicht persönlich einen Arzt aufsuchen, um eine Ansteckung weiterer Menschen zu vermeiden.
Liegt ein begründeter Ebolafieber-Verdacht vor, so werden umgehend das Gesundheitsamt des Saale-Orla-Kreises sowie das zuständige Gesundheitsamt und das St. Georg Klinikum in Leipzig informiert. Der Patient wird umgehend auf die Isolierstation des Leipziger St. Georg-Klinikums verlegt, um dort den Verdacht auf Ebola ggf. zu bestätigen und notwendige Behandlungsmaßnahmen einzuleiten.
Außerdem werden möglichst alle Personen, die mit dem Patienten in Kontakt getreten sind, durch das Gesundheitsamt des Saale-Orla-Kreises ermittelt, um sie zu untersuchen und für einen gewissen Zeitraum zu beobachten.

Niedergelassene Ärzte aller Fachrichtungen, die ansässigen Krankenhäuser, Rettungsdienste, und auch die Polizei im Landkreis sind durch das Gesundheitsamt über Maßnahmen bei dem Verdacht auf Ebola informiert. “Dass das Ebola-Virus den Saale-Orla-Kreis erreicht, ist zwar nicht ausgeschlossen, doch eine Verbreitung der Fiebererkrankung im Landkreis und auch in Thüringen ist nach wie vor unwahrscheinlich. Sollte doch der Ernstfall eintreten, sind wir gerüstet”, verspricht Kühne.


Die wichtigsten Punkte im Überblick:
• Haben Sie sich kürzlich in Westafrika aufgehalten bzw. hatten Sie Kontakt zu einer Person, die sich mit Ebola infiziert haben könnte, und weisen nun typische Krankheitssymptome wie Erbrechen und Fieber auf?
Dann gehen Sie nicht persönlich zum Arzt, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Bleiben Sie Zuhause und rufen Sie Ihren Hausarzt bzw. das Krankenhaus an.
(Außerhalb der üblichen Sprechzeiten steht Ihnen die Hotline des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes zur Verfügung: 116 117.)

• Halten Sie einen Mindestabstand von 1 Meter zu Personen mit Verdacht auf Ebola.

• Ebola kann nicht über die Atemluft verbreitet werden. Eine Ansteckung findet erst bei direktem Körperkontakt statt.


Weitere Info
Für Fragen zum Thema Ebola steht das Gesundheitsamt (Tel.: 03663-488 590 / E-Mail: gesundheit@lrasok.thueringen.de) zur Verfügung. Die wichtigsten Informationen zu Ebola gibt es unter www.infektionsschutz.de sowie www.rki.de/ebola.
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