Große Herzen für kleine Kostbarkeit - „Kleinste Kirche Mitteldeutschlands“ – Die Nikolaus-Kapelle in Dörflas im neuen Glanz

Die Nikolaus-Kapelle Dörflas steht im Saale-Orla-Kreis und ist die Kleinste Kirche Mitteldeutschlands
 
Pfarrer i.R. Klaus Herden (l) und Lothar Knäschke ergriffen 1998 die Initiative zur Renovierung der Kapelle.
Crispendorf: Nikolaus-Kapelle | Sie ist 5,40 Meter breit, 8,80 Meter lang und der Innenraum misst zirka 30 Quadratmeter – die Nikolaus-Kapelle in Dörflas. Keine großen Abmaße für eine Kirche. Pfarrer i.R. Klaus Herden zeigt stolz die Aufschrift „Kleinste Kirche Mitteldeutschlands“ am Eingang zum Park. „2010 bekamen wir dieses Prädikat vom MDR-Fernsehen verliehen. Im Wettbewerb um das kleinste Gotteshaus mit Turm im Sendegebiet.“
Im Saale-Orla-Kreis, zwischen Saale und Wisenta findet man das Kirchen- Kleinod. Karl-Wilhelm Wetzel, Sohn einer Fabrikantenfamilie aus Gera, ließ 1935 diese Gutskapelle als Dank an Gott für eine gelungene Augenoperation errichten. In Form und Grundriss gleicht die Kapelle der Geraer Trinitatiskirche, seiner Heimatkirche. Nach drei Monaten Bauzeit konnte bereits Kirchweih gefeiert werden. Im Zuge der Bodenreform wurden 1945 der Besitz der Wetzels in Dörflas enteignet und das Gutshaus abgerissen. „Zum Glück ging damals die Kapelle in das Eigentum der Kirchengemeinde Crispendorf über, sonst würde sie heute auch nicht mehr stehen, sagt Klaus Herden (80).
In den 90er-Jahren wurde die Kapelle immer weniger genutzt und verfiel. Das Ehepaar Knäschke aus Dörflas wollte den Verfall aufhalten. In dem pensionierten Pfarrer aus dem nahen Schöndorf hatte es einen Mitstreiter gefunden. Bald begannen engagierte Einwohner, den Park und das „Kapellchen“, wie Klaus Herden liebevoll „seine Kirche“ nennt, zu renovieren.
Mit einem Freilandgottesdienst wurde die Kirche 1999 auf den Namen des Bischofs Nikolaus von Myra geweiht. Vom Namenspatron zeugen eine geschnitzte Bischofsfigur und eine Ikone neben dem Altar. Die originalen Leuchter vom Kirchweihtag stehen wieder auf dem Altar. Sie sind von den Nachkommen der Wetzels aus München gekommen. Platz ist in der kleinsten Kirche. Zusammen mit der Empore kommt man auf etwa 30 Plätze. „Wir hatten auch schon mal 60 Leute drinnen, da war es aber tüchtig eng“, erinnert sich Klaus Herden.
Nach einer Einweihung hört die Arbeit nicht auf, solch ein Kleinod möchte erhalten werden. Dazu hat sich 2001 ein Förderverein gegründet. „Wir haben derzeit 30 Mitglieder. Die meisten helfen bei den laufenden Arbeiten“, sagt Pfarrer Herden. Fünf Jahre später konnte eine elektronische Orgel mit 24 Registern, zwei Manualen und Pedal angeschafft werden. Die gute Akustik der Holzdecke trägt den Orgelklang durch die gesamte Kapelle.
„Mit Fräsgut der Schleizer Rennstrecke hat der Verein die Zufahrt von Crispendorf nach Dörflas befestigen lassen und in diesem Jahr wurde eine Wasseranlage an der Kirche installiert“, sagt Herden. In Personalunion ist er Pfarrer der Nikolaus-Kapelle im (Un-) Ruhestand und Vorsitzender des Fördervereins. Die Gottesdienste und geistlichen Konzerte werden vorwiegend von ihm organisiert.
Die Knäschkes sind so etwas wie die guten Seelen der kleinen Kirche. Sie pflegen den Park und halten die Kapelle über die Sommermonate offen. „Dörflas liegt am Saale-Orla-Wanderweg und am Europäischen Fernwanderweg Eisenach - Budapest. Menschen können hier innehalten. Dieser Ort soll einfach für alle ein Platz der Ruhe und der Besinnung sein.“
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
7.094
Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 12.01.2015 | 09:55  
12.760
Renate Jung aus Erfurt | 20.01.2015 | 22:01  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige