Hilflose oder verletzte Wildtiere – was tun?

Für diesen Mäusebussard kam jede ärztliche Hilfe zu spät. (Foto: Kittelmann)

Was zu tun ist, wenn ein verletztes Tier gefunden wird, darüber informiert die Naturschutz- und Jagdbehörde in Greiz.

Das Bundesnaturschutzgesetz und das Bundesjagdgesetz bestimmen die Pflege und Aufzucht von verletzten, hilflosen oder kranken Tieren. Bei Tieren die dem Jagdrecht unterliegen, muss z. B. der zuständige Jagdpächter, in dessen Jagdbezirk das Tier gefunden wurde, sein Einverständnis zur Pflege und Aufzucht des verletzten bzw. hilflosen Tieres geben. Die fehlende Zustimmung des Jagdpächters kann als Jagdwilderei ausgelegt werden.

Was im Gesetz so einfach klingt, erweist sich in der Praxis oft als Problem. Ab wann ist ein Tier hilflos?

Hierzu einige Grundsätze: Vögel füttern ihre Jungen nach dem Ausfliegen aus dem Nest oder Horst in der Regel weiter (Ästlinge). Auch wenn diese Jungen noch nicht richtig fliegen können, sind sie nicht hilflos. Hilflos mit zusehen müssen dagegen die Elternvögel, wenn Menschen sich dieser vermeintlichen Pfleglinge annehmen. Aber wissen diese Menschen auch, was und wie viel so ein Vogel wirklich fressen darf und wie lange die Aufzucht dauert? Man sollte also vorher genau beobachten, ob die Altvögel weiter füttern. Dabei ist es sicher leichter eine Amsel, als einen Mauersegler aufzuziehen.
Es sollten grundsätzlich aus dem Nest gefallene Vögel in das Nest zurückgesetzt werden, wenn dieses bekannt ist.
Der Umgang mit Wildtieren sollte zum Allgemeinwissen gehören. So sind junge Wildtiere wie z. B. Rehkitze nicht anzufassen oder mitzunehmen, und nicht jeder Igel ist im Herbst untergewichtig.

Verletzte Tiere sind grundsätzlich einem Tierarzt vorzustellen, denn nur dieser kann feststellen, was dem Tier fehlt, welche Behandlung sinnvoll ist und dem Tier möglicherweise größere Qualen ersparen, wie zwei sicherlich besonders krasse Beispiele belegen. In einem aktuellen Fall wäre ein Mäusebussard noch zu retten gewesen, hätte der Finder nicht über Wochen selbst versucht, die Verletzung zu heilen. In einem anderen Fall hat ein freilaufender Hund ein Rehkitz apportiert und dabei die Wirbelsäule des Tieres durchgebissen. Das Rehkitz wurde vom Hundehalter drei Tage versorgt, ehe es dem Tierarzt vorgestellt wurde. Das Leiden des Tieres und das Ende sind wohl jedem klar.

Und noch ein Hinweis: Die kurzzeitige Pflege eines verletzten Tieres berechtigt in keinem Fall zur Dauerhaltung in menschlicher Obhut. Die Tiere sind unverzüglich freizulassen, sobald sie selbstständig und gesund sind.

Für weitere Auskünfte stehen die Fachbehörden in den Landratsämtern - in Greiz unter 03661/876638 (untere Jagdbehörde) und 876606 (untere Naturschutzbehörde) - gern zur Verfügung.
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1 Kommentar
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 17.07.2015 | 14:14  
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