Motorsägenkurs – ab 2013 verpflichtend!

Das Thüringer Forstamt Schleiz informiert:

In Zeiten steigender Energiekosten geht ein eindeutiger Trend in Richtung Heizen mit Holz. In immer mehr Haushalten findet man Kaminöfen, mit denen sich vor allem im Herbst und Frühjahr sinnvoll Heizkosten einsparen lassen. Doch auch die Holzpreise passen sich dem Trend an, so dass auch hier oft nach Möglichkeiten zur Kosteneinsparung gesucht wird. Statt sich Holz ofenfertig liefern zu lassen, kommt es billiger, sich sein Holz in einem zugewiesenen Waldstück selber zu erarbeiten (Brennholzwerber).
Nun kann man aber nicht so einfach losziehen, und sich sein Holz aus dem Wald holen. Die meisten Wälder, ob Privat-, Kommunal- oder Landeswald unterliegen mittlerweile dem PEFC-Siegel, und Forstämter und Waldbesitzer verlangen meist einen Sachkundenachweis, auch als Motorsägenführerschein bezeichnet.

Ab 2013 ist der Motorsägenkurs für PEFC-zertifizierte Wälder verpflichtend.

Das PEFC-Siegel steht für verantwortungsvollen Umgang mit Holz, Engagement für die Umwelt und sorgt für die Erhaltung und das ökologische Gleichgewicht der Wälder.
PEFC zertifiziert sind in Thüringen der gesamte Landeswald, 97 000 ha Privatwald und 53000 ha Kommunalwald.

Die Brennholzwerber sollten die Möglichkeit nutzen, sich an 1-2 Tagen über sicheres Arbeiten mit der Motorsäge zu informieren, und etwas Übung unter fachmännischer Aufsicht zu bekommen. Das Arbeiten im Wald und mit der Motorsäge zählt zu einer der gefahrenträchtigsten Arbeiten. Selbst jeder 3. Waldarbeiter hat in seinem Berufsleben einen Arbeitsunfall. Und diese sind fachgerecht geschult! Da sollte man sich wirklich die Zeit nehmen, und wenigstens die Grundkenntnisse erwerben.

Beim Motorsägenkurs werden unter anderem folgende Lerninhalte in Theorie und Praxis vermittelt:
• sicherer Umgang mit der Motorsäge
• persönliche Schutzkleidung
• sicherheitstechnische Vorrichtungen der Motorsäge (z.B. Griffheizung, Handschutz)
• Gefahren bei der Brennholzgewinnung (z.B. Spannungen im Holz, Kettenbremse)
• Inhalte der Unfallverhütungsvorschriften (z.B. keine Alleinarbeit beim Fällen, Personen im Gefahrbereich)
• fachgerechte Fälltechniken (z.B. Fallkerb, Fällschnitt)
• Aufarbeitung von liegendem Holz
• Wartungsarbeiten und Instandhaltung der Motorsäge

Wir verweisen darauf, dass private Selbstwerber die Teilnahme an einem Motorsägen-Lehrgang durch eine entsprechende Urkunde belegen sollen, aus dem die Schulungsinhalte des Kurses hervorgehen und die von einer Person unterschrieben sind, welche die von der gesetzlichen Unfallversicherung definierte Qualifikationsanforderung (GUV I 8624) erfüllt.

Auch der Waldbesitzerverband weist daraufhin, dass ab 2013 in zertifizierten Wäldern folgendes gilt: Die Selbstwerber von Brennholz - auch wenn sie gerücktes Holz an der Waldstraße kaufen und einschneiden - müssen die Teilnahme an einem Motorsägenlehrgang nachweisen.

gez. Seyfarth, Forstamtsleiter
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