„Mut schöpfen“ – Ausstellung thematisiert häusliche Gewalt

Landrat Thomas Fügmann, Ausstellungs- und Gleichstellungsbeauftragte Silvia Koberstädt und die 2. ehrenamtliche Beigeordnete des Landrates, Anette Feike (r.), beim symbolischen Wasserschöpfen.
Schleiz: Landratsamt Saale-Orla-Kreis |

Mit der aktuellen Ausstellung "Mut schöpfen" möchte das Landratsamt in Schleiz auf die Problematik der häuslichen Gewalt hinweisen.

"Wir greifen damit ein aktuelles Thema auf, das durchaus auch im Saale-Orla-Kreis eine Rolle spielt", so Landrat Thomas Fügmann, der die Ausstellung heute im Foyer des Landratsamtes eröffnete. Die Bilderausstellung „Mut schöpfen“ der Thüringer Interventionsstellen e.V. zeigt in den Durchgängen vom Alt- zum Neubau Fotos von bisherigen "Mutschöpfaktionen" in Thüringen und Gefäße, die dabei zum Einsatz kamen. Bei diesen Aktionen werden Gefäße aufgestellt und sorgfältig mit Wasser befüllt – stellvertretend für alle Betroffenen häuslicher Gewalt.

Eine solche Aktion fand beispielsweise am 5. Juni 2013 auf dem Schleizer Neumarkt statt. Hier standen die Gefäße symbolisch für Menschen, die 2012 im Saale-Orla-Kreis Opfer häuslicher Gewalt wurden: 200 Krüge und andere Behälter versinnbildlichten die Opfer, die sich in Beratungsstellen oder bei der Polizei Hilfe geholt haben. 3000 Gefäße standen für die, die ebenfalls häusliche Gewalt oder Stalking erlebten, jedoch keine Hilfe anforderten. Diese werden nach statistischen Berechnungen dem sogenannten Dunkelfeld zugeordnet.

Die Ausstellung "Mut schöpfen" möchte Betroffenen Mut machen, sich Hilfe zu holen. Konzipiert wurde die Exposition Ende 2015 von den Thüringer Interventionsstellen e.V.. Sie ist, nachdem sie an mehreren Stellen in Erfurt gezeigt wurde, jetzt erstmals außerhalb der Landeshauptstadt zu sehen.

Kathrin Nordhaus von der Interventionsstelle Gera ließ zur Ausstellungseröffnung in Schleiz die bisherige Entwicklung seit dem Auftakt am 5. Mai 2012 Revue passieren. Die Kampagne „Mut schöpfen“ und eine Kooperation der Landesarbeitsgemeinschaft der Thüringer Interventionsstellen und der Landeskoordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt beim Ministerium für Soziales Familie und Gesundheit hatte damals auf den Markt nach Weimar eingeladen. Hier standen 4.000 Gefäße stellvertretend für alle beratenen Frauen und Männer in den Thüringer Interventionsstellen. Diese Frauen und Männer haben häusliche Gewalt oder Stalking durch PartnerInnen, Ex-PartnerInnen und Familienangehörige erlebt. Der Erfolg der Aktion und die Resonanz darauf überwältigte die Organisatoren. Mittlerweile hat es landesweit 15 weitere solcher "Mutschöpf"-Aktionen sowie zahlreiche kleinere Aktivitäten gegeben. Immer wieder erregen dabei die Gefäße die Aufmerksamkeit der Passanten. "So unterschiedlich wie dabei die Gefäße sind, so unterschiedlich sind auch die Formen der häuslichen Gewalt", weiß Kathrin Nordhaus und appelliert an alle Betroffenen, sich Hilfe zu suchen: "Die Angebote sind da, vertreten in verschiedenen Netzwerken und Bündnissen."

Die Ausstellung „Mut schöpfen“ wird bis zum 25. November im Landratsamt des Saale-Orla-Kreises zu sehen sein. Die Eröffnung war der Auftakt für die vom 21. bis 25. November stattfindende „Aktionswoche gegen Gewalt“ im Saale-Orla-Kreis.
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