Nichts zu vergessen – Lutz Zeidler hat ein Buch über das Leben in zwei Systemen geschrieben

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Lutz Zeidler zeigt sein Erstlingswerk: „Nur anders gelebt“ ist im Juli 2913 erschienen.
 
Erhältlich im gut sortierten Buchhandel und übers Internet.
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Nein, die DDR will er nicht wieder haben. Lutz Zeidler, Jahrgang 1944, hat zwar die ganzen 40 Jahre „real existierenden Sozialismus“ im Osten Deutschlands miterlebt und weiß das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen jener Zeit zu schätzen. Doch zurück möchte er nicht. Aber die Erinnerungen sollen bewahrt bleiben. Deshalb hat er ein Buch geschrieben. Das ist in diesem Sommer mit dem Titel „Nur anders gelebt. Nichts zu vergessen“ im Schiller-Verlag erschienen.

Den letzten Anstoß für sein Debüt-Werk haben ihm 2009 die offiziellen Reden zum 20-jährigen Mauerfall gegeben: „Die Schwarz-Weiß-Malerei vieler Politiker fand ich unerträglich“, erinnert sich Zeidler. Ihn störte die vorherrschende Darstellung, dass im Osten alles nur schlecht gewesen sei. „Dem war nicht so“, ist Zeidler überzeugt, denn „von 18 Millionen Bürgern waren nicht alle nur verfolgte und absolute Staatsfeinde.“ Er selbst sei allerdings auch kein Musterbürger gewesen. Geboren in Ammendorf, qualifizierte sich der gelernte Schlosser im dortigen Waggonbaukombinat zwar zum sozialistischen Leiter, kam aber immer wieder mit der Parteidoktrin in Konflikt. „Ich war kein Ja-Sager“, versichert der 67-Jährige heute, der Ende 1984 nach Wurzbach gezogen ist. Da war er schon nicht mehr Abteilungsleiter im Waggonbau Ammendorf, sondern Verkaufsstellenleiter beim Konsum in Halle. Den Ausschlag für den Umzug nach Thüringen hatte ein vorangegangener Urlaub in Wurzbach gegeben: „Die Natur und die gute Luft taten uns gut, vor allem unserem Sohn, der gesundheitliche Probleme mit der Lunge hatte.“ Zeidler leitete die HO-Kaufhalle in Lobenstein, handelte sich aber bald wieder Ärger mit der Partei ein, weswegen er im Sommer 1986 zum Spielwarenbetrieb Wurzbach wechselte. Hier wurde er Betriebsteilleiter in Oßla. Im September 1988 gab er sein Parteibuch ab – worauf der Ausschluss aus der SED erfolgte. „Betriebsteilleiter durfte ich bleiben“, schmunzelt Zeidler heute. Die Wendezeit erlebte er vom Krankenbett aus, danach war eine Rückkehr in den alten Betrieb nicht möglich. „Den hatten im Mai 1991 der ehemalige Parteisekretär und ein Mitglied der Kreisparteileitung übernommen“, erinnert sich Lutz Zeidler. Er schlug sich als Verkaufsfahrer einer Bäckerei und Wachmann durch, bis er vor einigen Jahren gesundheitsbedingt „schneller als erwartet ausgemustert“ wurde, wie er sagt.

Lutz Zeidler hat beide Systeme erlebt. Zurück möchte er nicht, auch wenn die sozialen Aspekte eher für das behütet sein im Sozialismus sprächen. Doch heute könne jeder relativ frei über sich selbst und sein Tun entscheiden: „Fast alles, womit man sich beschäftigen möchte, kann man verwirklichen“, ist er überzeugt. Lutz Zeidler hat mit 67 Jahren sein erstes Buch veröffentlicht. Und er schreibt schon sein nächstes. Das wird allerdings ein Abenteuerbuch mit utopisch-fantastische Elementen werden.

INFORMATION: Das Buch „Nur anders gelebt. Nichts vergessen“ von Lutz Zeidler ist im Schiller-Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich sowie unter anderem bei Amazon, Thalia und Weltbild gelistet.
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