Unlautere geschäftliche Handlung oder schon Betrugsversuch?

Sieht amtlich aus, ist es aber nicht! Die Falle liegt im Kleingedruckten (rot unterstrichen)! (Foto: mh)
In diesen Tagen haben Thüringer Händler, Gewerbetreibende und Kleinunternehmen von einer so genannten "Gewerbeauskunft-Zentrale" bekommen. Die Post sieht wie ein amtliches Schreiben aus (siehe Fotos). In dem Schreiben werden die Empfänger aufgefordert, ihre Daten zu prüfen und mit Unterschrift zu bestätigen. Doch Vorsicht! Wenn man das Kleingedruckte nicht liest und unterschreibt, geht man einen Vertrag ein, für den man für zwei Jahre bezahlen muss: pro Jahr 569,06 Euro!!!

Hinter der „Gewerbeauskunft-Zentrale“ verbirgt sich die GWE Wirtschaftsinformationsgesellschaft mbH in Düsseldorf. Betroffen von diesen Schreiben sind vorwiegend Unternehmen, Vereine, kirchliche Einrichtungen und öffentliche Stellen, wie etwa Schulen oder Bibliotheken. Insofern sollte der Begriff „Gewerbeauskunft-Zentrale“ keineswegs zu wörtlich genommen werden.

Im Schreiben dieser "Gewerbeauskunft-Zentrale" wird der Empfänger aufgefordert, dies auszufüllen bzw. fehlerhafte Angaben zu korrigieren und zurückrückzuschicken. Tut er dies nicht, erhält er nach wenigen Wochen erneut Post von der "Gewerbeauskunft-Zentrale" bzw. der GWE Wirtschaftsinformationsgesellschaft mbH. Im zweiten Brief wird er darauf hingewiesen, dass ihm ein Schreiben bereits zuvor übersandt worden ist. Zudem wird der Empfänger ermahnt, das Schreiben nunmehr unbedingt auszufüllen. Viele Betroffene fallen erst auf dieses zweite Schreiben herein.

Hat sich ein Empfänger verleiten lassen, die Aufforderung unterschrieben zurückzusenden, erhält er wenig später eine Rechnung von der "Gewerbeauskunft-Zentrale", meist über 569,06 Euro. Aber auch dies ist leider noch nicht die ganze Wahrheit. Die 569,06 Euro sind nämlich nur die Kosten, die für das erste Vertragsjahr in Rechnung gestellt werden. Der Branchenbucheintrag bei der "Gewerbeauskunft-Zentrale" soll nämlich für eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren beauftragt sein. Also erwartet die Betroffenen, die sich nicht gegen die Forderung dieser ominösen Zentrale zur Wehr setzen, im nächsten Jahr erneut eine Rechnung über 569,06 Euro. Vergisst man dann auch noch zu kündigen, wird man im dritten Jahr nochmals abgezockt ...

Mein Tipp: Die Briefe der „Gewerbeauskunft-Zentrale“ ignorieren und mit hohem Bogen in die "Rundablage" befördern! Und wenn man schon unterschrieben hat? Dann dürfte die Anfechtung des Vertrages erfolgversprechend sein, schätzen Rechtsexperten ein, weil der Vertrag durch "unlautere geschäftliche Handlungen" zustande gekommen ist.
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6 Kommentare
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Thomas Triemner aus Gera | 10.07.2012 | 22:09  
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Hans-Gerd Born aus Erfurt | 10.07.2012 | 23:53  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 11.07.2012 | 07:14  
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Manuela Deutschland aus Sömmerda | 21.08.2012 | 13:52  
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