Amtierender Deutscher Meister ringt für den RSV Greiz

Martin Obst (rotes Trikot) auf dem Weg zum deutschen Meistertitel in Freiburg. (Foto: Uwe Sauer)
 
Martin Obst (Foto: Erhard Schmelzer)
Greiz: . |

Der Deutsche Meister Martin Obst wechselt nach Greiz!

Von Erhard Schmelzer

Bei den deutschen Meisterschaften der Freistilringer schnitten die Vertreter aus den in Ostdeutschland beheimateten Vereinen stark ab. Elf Medaillen gingen an den Osten. Während drei Medaillengewinner ab September weite Reisen zu ihren Heimkämpfen in der 1. Bundesliga zurücklegen müssen, kämpfen die restlichen acht Medaillengewinner in den Mannschaften der 2. Bundesliga Ost.

Die beiden Luckenwalder Nick Matuhin (125 kg) und Martin Obst (74 kg) errangen den Meistertitel. Matuhin wird für den Erstliga-Krösus Ispringen kämpfen.

Martin Obst (74 kg) begann mit dem Ringkampf beim SV Preussen Berlin, wechselte 2003 zum SV Luftfahrt Berlin. Seit 2011war er für den 1.Luckenwalder SC aktiv. Seine sportliche Entwicklung verlief nicht nach dem üblichen Muster. Von der C- bis zur A-Jugend, wo vordere Platzierungen bei deutschen Meisterschaften noch relativ leicht zu erkämpfen sind, gelangen ihm nur Ränge sieben und acht. Aber davon ließ er sich nicht entmutigen und trainierte unter Anleitung von Sven Lieberamm in Berlin und an der Sportschule Luckenwalde zielgerichtet weiter. Im Jahr 2005 ließ er mit einem fünften Platz bei den Männern (66 kg) aufhorchen. Seine erste deutsche Meisterschaft errang er 2011 in der 74 kg-Klasse. In den beiden Folgejahren gewann er jeweils Bronze. Im Vorjahr konnte er zum zweiten Mal den Meistertitel erringen, den er nun in Freiburg erfolgreich verteidigen konnte.

Bei seiner Titelverteidigung hatte Martin Obst 15 Gegner und musste vier Kämpfe bestreiten. Dem zweimalige Nachwuchsmeister Marius Quinto war er in allen Belangen überlegen und siegte schon in der ersten Halbzeit mit technischer Überlegenheit 10:0. Den ehemaligen Fünften der Junioreneuropameisterschaften Andreas Walter aus Unterföhring bezwang er mit 9:2. Jetzt musste ein besonders schwerer Brocken aus dem Weg geräumt werden. In der Wiederholung seines Finalkampfes vom Vorjahr traf er auf den Köllerbacher Andriy Shyyka. Der aus der Ukraine stammende Sportler war im Jahre 2006 eingebürgert wurden mit dem Ziel für den Saarländischer Ringerverband die Olympia-Qualifikation zu erringen. Seit 2007 erkämpfte er sechs deutsche Meistertitel und blieb bis zum Finale im Vorjahr ohne Niederlage. Dann war erstmals Martin Obst besser, der bei 5:0 sogar zum Schultersieg kam. Diese Niederlage wollte der Saarländer vergessen machen und war besonders motiviert. Doch Obst hatte alles im Griff und kam mit einem 4:0 ins Finale. Hier traf er auf einen weiteren Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, Georg Harth. Das langjährige Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr vertrat Deutschland siebenmal bei Welt- und Europameisterschaften und startete gemeinsam mit Obst – allerdings erfolglos - bei der Olympiaqualifikation. Im Finale bewies der Luckenwalder seine Nervenstärke und verteidigte mit einem 2:1 Sieg seinen Titel erfolgreich.

Gleich nach der Siegerehrung gab er seinen Wechsel zum Zweitbundesligisten RSV Rotation Greiz bekannt: „In Ostdeutschland gibt es keinen Erstligisten mehr. Ein Wechsel nach Greiz bietet sich für mich an, weil ich hier weiter mit meinem langjährigen Trainer Swen Lieberamm arbeiten kann. Jetzt ist für mich nach den Europameisterschaften und den Olympiaqualifikationen aber erst einmal Entspannung angesagt. Die letzten Monate waren sehr hart. Den deutschen Meistertitel wollte ich aber auf jeden Fall verteidigen.“
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