Bewegende Momente, Gänsehaut und jede Menge Ehrungen

Erfolgreiche ehemalige Greizer Ringer, v.l.: Johannes Wrensch, Lars Wolf, Martin Kittner und Steffen Gottschalk.
 
Fritz Mattern (M.) erhält von KSB-Chef Uwe Jahn die Kurt-Rödel-Ehrenplakette. Rechts RSV-Präsident Thomas Fähndrich.
GREIZ. „80 Jahre RSV Rotation Greiz“ – die Festveranstaltung des Greizer Ringervereins am 14. April 2012 hatte jede Menge Ehrengäste, aktive und ehemalige Ringer sowie Sponsoren und ehrenamtliche Mitstreiter zu Gast. Bewegende Momente gab es bei zahlreichen Auszeichnungen. Und Gänsehaut pur vor allem bei der Begrüßung und Ehrung von Martin Kittner.

Der Ringer aus Franken gewann von 1995 bis 2002 zahlreiche Kämpfe für den RSV Greiz. Bei den Fans war Martin Kittner wegen seiner spektakulären Kampfweise und seiner sympathischen Art Publikumsliebling. Ein tragischer Unfall beendete im Herbst 2006 die Karriere des damals 28-Jährigen, der als Kandidat für die Olympischen Spiele in Peking galt. Bei einem Zweitligakampf zwischen seinem damaligen Klub AC Lichtenfels und der RWG Mömbris-Königshofen II fiel er bei einem Wurf so unglücklich, dass er sich zwei Halswirbel brach und seitdem vom sechsten Halswirbel an querschnittgelähmt ist. Mit stehenden Ovationen wurde Martin Kittner jetzt erstmals seit sechs Jahren wieder von seinen ehemaligen Weggefährten und Anhängern in Greiz begrüßt. Bürgermeister Gerd Grüner, Landrätin Martina Schweinsburg und natürlich der RSV Rotation ehrten ihn zum Vereinsjubiläum mit Blumen und Präsenten. Dabei standen manchen der hartgesottenen Ringer Tränen in den Augen, deren sich keiner schämte.

Während der Festveranstaltung ließ RSV-Präsident Thomas Fähndrich die Geschichte des Vereins Revue passieren. Die ist von zahlreichen Höhen und Tiefen geprägt. Nach dem Krieg boomte der Ringkampfsport in der Elsterstadt. 1949 und 1952 waren die Greizer Ringer DDR-Mannschaftsmeister, 1951 errangen drei RSV-Athleten DDR-Einzeltitel. Bis zu 3000 Zuschauer besuchten damals die Heimkämpfe, die – wie zur 750-Jahrfeier am 27. Juni 1959 auf dem ehamaligen Karl-Marx-Platz – unter freiem Himmel ausgetragen wurden! Dennoch erfolgte in jenem Jubiläumsjahr der Abstieg aus der Oberliga. Im Jahre 1977 dann der absolute Tiefpunkt: Erstmals konnte Greiz keine Mannschaft für den Wettkampfbetrieb stellen. Doch dank des Engagements vieler „Ringkampfverrückter“ ging es in Greiz bald wieder aufwärts, im Jahre 1983 stieg der RSV wieder in die DDR-Oberliga auf. Mit in der damals von Erhard Schmelzer trainierten Mannschaft standen unter anderem Frank Böttger und Jens Geißler. Alle drei sind heute noch in unterschiedlichster Weise für den Verein aktiv.

Am 17. August 1991 absolvierten die Greizer Ringer ihren ersten Kampf in der 2. Bundesliga und 1999 stieg der RSV gar in die 1. Bundesliga auf! Die legendäre Mannschaft mit Martin Kittner, Sören Hoemcke, Steffen Gottschalk, Heiko Geffke, Johannes Wrensch, Tino Hempel und natürlich Victor Peikow errang in ihrer ersten Erstligasaison gleich den sechsten Platz. In der Saison 2001/02 schafften es die Greizer Ringer sogar bis ins Halbfinale der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften und machten so ganz Ringer-Deutschland auf die Ostthüringer Kreisstadt aufmerksam.

Ein Jahr später dann ein erneuter Tiefschlag: Durch den Rückzug des Hauptsponsors Finstral konnte die erste Bundesliga nicht mehr finanziert werden und die Mannschaft musste vom Wettkampfbetrieb zurückgezogen werden. Im Dezember 2003 wagte ein neuer Vereinsvorstand unter der Leitung von Thomas Fähndrich den sportlichen Neustart und schickte eine Mannschaft in der Regionalliga auf die Matte. Seit 2005 kämpft der RSV Rotation wieder in der 2. Bundesliga, eine Zweite Mannschaft spielt in der Regionalliga eine gute Rolle und auch die Jugendarbeit stimmt: 2010 wurde die Greizer Nachwuchsmannschaft Jugendmeister in Sachsen/Thüringen. Zahlreiche Einzelmedaillen auf Landes- und Bundesebene vom Nachwuchs- bis in den Erwachsenenbereich zeugen von der guten Arbeit des RSV Rotation Greiz.

Landrätin Schweinsburg zollte dem Verein und allen, die für die Erfolgsgeschichte der letzen Jahre verantwortlich sind, Respekt und Anerkennung. Nicht umsonst wurde der RSV vom Landkreis Greiz zum achten Mal in Folge als Talentförderzentrum anerkannt. Bürgermeister Gerd Grüner appellierte an alle Mitstreiter, weiter gemeinsam für den Ringkampfsport in Greiz aktiv zu sein und hob dabei besonders die Rolle der Stadt hervor: „Ich bin überzeugt, dass wir auch in den nächsten Jahren etwas auf die Beine stellen werden.“ In diesem Zug gab er sich optimistisch, dass die neue Mehrzweckhalle in Aubachtal gebaut wird, wo dann auch die Ringer ihr Domizil haben werden.

Grüße und Glückwünsche zum RSV-Geburtstag gab es auch von den Zweiligavereinen KSV Pausa und Germania Markneukirchen. Der KSV-Vorsitzende Ulrich Leithold und Markneukirchens Sportchef André Backhaus verliehen dabei ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die drei vogtländischen Ringer-Hochburgen noch lange gemeinsam gegeneinander in der 2. Bundesliga ringen.

INFORMATION: Zum Festakt des RSV Rotation wurden Ehrenamtliche des Vereins ausgezeichnet.
- Kurt-Rödel-Ehrenplakette des Kreissportbundes (KSB): Fritz Mattern, Tino Hempel, Erhard Schmelzer, Mario Neudeck und Hans-Peter Zipfel.
- Urkunde und Nadel des KSB: Andrea Grundmann und Birgitt Böttger.
- Ehrennadel des Landessportbundes: Thomas Fähndrich.
- Präsente und Blumen: Ines Watzek und Luise Wendler
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