Bewegende Momente: Martin Kempf zu Gast in Greiz

Martin Kempf freut sich über die große Anteilnahme der Greizer.
Greiz: Sporthalle an der Eisbahn |

Den meisten Applaus erhielt am Freitagabend beim Ringer-Freundschaftskampf in Greiz ein ganz besonderer Ehrengast: Stehende Ovationen gab es von den etwa 300 Zuschauern sowie den fast 50 Sportlern und Betreuern für den ehemaligen Greizer Publikumsliebling Martin Kittner.

Der einstige Leichtgewichtler, der seit seiner Heirat 2012 Martin Kempf heißt, kämpfte acht Jahre in Greiz und avancierte hier neben Victor Peikow zum absoluten Publikumsliebling. Martin kam als 16-Jähriger aus dem oberfränkischen Goldkronach an die Weiße Elster und war von Mitte der 90er Jahre bis 2003 neben dem Moldawier Peikow in der zweiten und ersten Bundesliga der fleißigste Punktesammler für den RSV Greiz. Der Blondschopf begeisterte nicht nur durch seine spektakuläre Kampfweise, sondern auch durch seine Bescheidenheit und Fairness.

Als sich Greiz aus der ersten Liga zurückziehen und in der Regionalliga neu anfangen musste, ging Martin zunächst nach Markneukirchen und rang danach für den AC Lichtenfels. Hier arbeitete der Junioren-Vizeweltmeister von 1994 und sechsfache Deutsche Meister hart, um seinen Traum zu verwirklichen: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Die Chancen für Peking 2008 standen nicht schlecht. Doch dann, am 30. September 2006, geschah das Unfassbare: Im Kampf gegen Mömbris-Königshofen bricht sich Martin den sechsten Halswirbel.

Einem 14-monatigen Klinikaufenthalt folgt das Leben im Rollstuhl. Eine embryonale Stammzellentherapie in China brachte nicht den erhofften Erfolg. Dennoch kämpft Martin Kempf täglich um kleine Fortschritte, unterstützt von einem Physiotherapeuten und seiner Frau Betti, und freut sich über jede noch so kleine Verbesserung. Im Juli 2008 wurde ihm der Bayerische Sportpreis in der Kategorie "Jetzt erst recht" verliehen. Die Laudatio dazu hielt Thomas Gottschalk, in dessen Sendung "Wetten dass ...?" Martin 20 Jahre zuvor eine Sportwette gewonnen hatte.

Seine Sportkameraden vom AC Lichtenfels und dem RSV Greiz halten dem heute 38-Jährigen die Treue. Bei seinem Besuch am Freitag in Greiz wurde er mit stehendem Applaus und "Martin Kittner"-Rufen begrüßt. Sichtlich bewegt bedankte er sich für den tollen Empfang: „Ich freue mich wahnsinnig, wieder hier zu sein. Es ist phantastisch, dass so viele Leute gekommen sind. Ich bedanke mich bei allen.“ Zu der Veranstaltung gab es ein Wiedersehen mit ehemaligen Greizer Kampfgefährten wie Tino Hempel, Johannes Wrensch, Lars Wolf, Ronny Rüger und André Weber. Die "alten Kämpen" sowie viele Aktive und die Besucher des Freundschaftskampfes füllten eine Spendenkanne mit Geldscheinen und Münzen, die RSV-Präsident Thomas Fähndrich am Ende des Abends Martin Kempf überreichte. Verbunden mit einer herzlichen Einladung zum 85. Vereinsjubiläum am 15. Oktober, an dem das Derby gegen Aue über die Matte geht.
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 09.08.2016 | 11:56  
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