Der Herr der Hürden: Alexander John startet bei den Olympischen Spielen über 110 Meter Hürden

Möge das Hufeisen Glück bringen: Alexander John am „Zeulenrodaer Meer“, der Talsperre seiner Heimatstadt. Das Hufeisen erhielt er von seinem Heimatverein, dem TSV Zeulenroda.
 
Wieland Ressel, Präsident von Johns Heimatverein TSV Zeulenroda, überreicht dem Olympioniken ein goldenes Hufeisen als Glücksbringer.
Für Alexander John ist der 7. August 2012 der wichtigste Termin in seiner sportlichen Laufbahn. Dann geht der schnellste Hürdensprinter Deutschlands bei den Olympischen Spielen in London an den Start, um sich in einem der 10 Uhr beginnenden Vorläufe über 110 Meter Hürden für die nächste Runde zu qualifizieren. Der Olympiateilnehmer aus Zeulenroda beantwortet bei seiner Verabschiedung aus seiner Heimatstadt einige Fragen:

1. Was haben Sie sich für Ihre erste Olympiateilnahme vorgenommen?
Erst einmal den Vorlauf zu überstehen. Ich denke, das ist immer das Schwierigste an der ganzen Sache, da kann man nur verlieren. Das ist ähnlich wie in der Vorrunde bei den Fußballern. Dann im Halbfinale, wenn man da einmal ist, gibt es nur noch eins: Attacke! Da lasse ich mich überraschen, was dabei heraus kommt. Wenn es ein guter Lauf wird, stehen die Chancen nicht so schlecht, Bestzeit zu laufen. Vielleicht reicht die ja für den Endlauf.

2. Gibt es eine besondere Vorbereitung auf Ihren ersten Olymiastart?
Auf den Vorlauf in London bereite ich mich wie auf jeden anderen Wettkampf vor. Wenn ich etwas anders machen würde, würde mich das nur aus dem Konzept bringen. Daher mache ich alles so wie immer und hoffe, dass das Beste dabei heraus kommt.

3. Wie werden Sie in der Nacht zum 7. August schlafen?
Schlecht!

4. Gibt es da nicht Hilfsmittel, ein Bierchen oder so?
Nein, ich bin leider einer der wenigen, die kein Bier trinken. Deshalb kann ich mir auch keinen solchen Beruhigungsdrink genehmigen! Vor solchen Läufen schlafe ich immer ziemlich schlecht und habe inzwischen gelernt, damit umzugehen. Von daher ist es vielleicht ganz gut, wenn ich vor dem ersten Lauf schlecht schlafe!

5. Nehmen Sie ein Maskottchen oder einen Glücksbringer mit nach London?
Ich habe in meiner Waschtasche immer ein kleines Glücksschwein dabei. Das ist vielleicht etwas untypisch für einen Mann – deshalb ist es auch in der Waschtasche!

6. Warum gerade Hürdensprint?
Weil mir das unter den vielen Disziplinen der Leichtathletik am besten liegt und ich bin ja bisher ganz gut damit gefahren. Begonnen habe ich als Kind mit dem Mehrkampf.

7. Erinnern Sie sich an Ihren ersten Hürdenlauf?
Nein, keine Ahnung, wann und wo der war. (Mutti Christine John hilft aus: „Alexander hat mit neun Jahren mit dem Hürdenlauf begonnen“, und Peter Fleißner, Trainer beim TSV Zeulenroda, ergänzt: „Alex wurde 1997 Ostthüringer Meister über die 60 Meter Hürden in 10,23 Sekunden“).

8. Gab es Momente in Ihrer Karriere, in denen sie den Sprint über den Hürdenwald verflucht haben?
Noch nie. Der 100-Meter-Sprint über die flache Distanz zum Beispiel ist doch langweilig, eben weil da keine Hürden stehen. Von Null auf die volle Geschwindigkeit bis zur ersten 1,06 Meter hohen Hürde – das hat doch was!

9. Sind Sie bisher immer gut über die Hürden gekommen?
Eigentlich ja. Außer in der Hallensaison 2009, als ich mir den Unterarm brach.

10. Wie motivieren Sie sich nach Rückschlägen?
Ich denke, jeder fällt manchmal hin. Die Kunst ist nur, immer wieder aufzustehen! Mir ist zum Glück noch nicht soviel passiert. Ich versuche, mich jeden Tag neu zu motivieren und zu verbessern. Das ist mein Antrieb.

11. Mit wem werden Sie während der Olympische Spiele Kontakt halten?
Na mit meiner Mama! Und mit meinem Bruder noch. Die beiden werden alle Verwandten, Freunde und Bekannten hier auf dem Laufenden halten!

12. Welche Sportarten werden Sie sich in London anschauen?
Natürlich die Leichtathletik. Aber vielleicht auch Basketball. Und dann interessieren mich die Schwimmwettbewerbe, vor allem die mit Britta Steffen und Paul Biedermann.

Steckbrief
Geburtstag: 3. Mai 1986
Geburtsort: Zeulenroda
Größe:185 cm
Gewicht: 81 kg
Verein: LAZ Leipzig
Vorherige Vereine: TSV Zeulenroda (noch Mitglied), TuS Jena (bis 2006)
Persönliche Bestzeit: 13,35 Sekunden (2009)
Saisonbestzeit 2012: 13,38 Sekunden

Erfolge
2012: Deutscher Meister 2012; Vierter bei der EM in Helsinki
2010: Deutscher Hallenmeister; Achter EM
2008: Deutscher Vizemeister; Dritter Hallen-DM
2007: Dritter DM
2005: Deutscher Jugendmeister und Deutscher Jugend-Hallenmeister; Dritter U20-EM
2004: Deutscher Jugendmeister und Deutscher Jugend-Hallenmeister
2003: Dritter U18-WM
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige