Elke Gebhardt gewinnt Schlussetappe der 27. Thüringen-Rundfahrt der Frauen

lke Gebhardt siegt im Schlussspurt vor der Britin Elizabeth Armitstead.
 
Massenankunft zur letzten Etappe.
Zeulenroda-Triebes: Marktplatz |

Die Breisgauerin Elke Gebhardt vom Bigla Cycling Team setzte sich auf der sechsten und letzten Etappe der 27. Internationalen Thüringen-Rundfahrt der Frauen nach 117 Kilometern im Zielsprint durch und gewann die Schlussetappe in Zeulenroda-Triebes vor der Britin Elizabeth Armitstead und der Neuseeländerin Reta Trotman.

Tour-Gesamtsiegerin ist die US-Amerikanerin Evelyn Stevens vor Elizabeth Armitstead und Lisa Brennauer.

Mehr Impressionen von der Schlussetappe und der Siegerehrung hier und nachfolgend der offizielle Tourabschlussbericht:

Die wesentliche Frage der Abschlussetappe der 2014er Thüringen-Rundfahrt war, ob das starke Boels-Dolmans-Team trotz 50 sec Rückstands seiner Kapitänin Elizabeth Armitstead (GBR) auf Evelyn Stevens (USA, Specialized-Lululemon) und trotz wieder heißer, wenn auch nicht ganz so erbarmungsloser Temperaturen wie in Schmölln noch einen Angriff auf das Gelbe Sparkasse-Trikot der Gesamtführenden wagen würde. Gewagt wurde er, wenn es auch nicht gelang, das Feld auseinanderzufahren und Specialized-Lululemon abzuhängen. Mit erneut Punkten bei fast allen Zwischenwertungen sicherte sich die Britin jedoch sowohl das Weiße Herbacin-Sprinttrikot als auch das Schwarz-Gelbe Opel-Bergtrikot. Der Etappensieg wurde auf den letzten Metern durch einen trockenen Antritt von Elke Gebhardt (Freiburg im Breisgau, Bigla) aus einer Gruppe entschieden, die sich erst wenige Kilometer vor dem Ziel gebildet hatte.

Bei der Konstellation, in der noch 67 Fahrerinnen die letzten 118 km der Thüringen-Rundfahrt 2014 unter die schmalen Reifen nahmen, war nicht unbedingt mit einem Aureißertag zu rechnen. Es war sehr unruhig im Feld, von km 0. Doch Specialized-Lululemon und, mehr noch, Boels-Dolmans waren von Beginn an bemüht, Ruhe und Ordnung ins Feld zu bringen. Alle Attacken wurden im Keim erstickt, und erst bei der ersten von drei Querungen des „Hanka-Bergs“ bei Dörtendorf kam eine Dreiergruppe um Reta Trotman (NZL, maxx-solar) etwas weg, wurde jedoch bereits in der Abfahrt wieder eingefangen.

Boels-Dolmans war fortan bemüht, das Feld auseinanderzufahren, vor allem Evelyn Stevens möglichst von Elizabeth Armitstead zu trennen. Doch die US-Amerikanerin und ihr Team waren wachsam, und so führte die Pattsituation etwa bei Rennmitte dazu, dass sich Sarah Roy (AUS, Nationalteam Australien) bis zu gut 50 sec absetzen konnten. Der einzige erfolgreiche etwas längere Ausreißversuch bedeutete für sie das Grüne Saalfelder-Trikot für die Aktivste der Etappe. Überhaupt zeigte sich v.a. die australische Nationalmannschaft, für die die Zeulenrodaer Etappe wohl stets auch eine in memoriam Amy Gillett ist. Jessica Mundy löste Sarah Roy später ab, kam aber nicht entscheidend weg. Ein letzter Versuch einer Siebenergruppe um Sofie de Vuyst (BEL, futurumshop.nl-Zannata) und Reta Trotman einige Kilometer vor dem Ziel wurde erneut vom wachsamen Feld vereitelt, das vor dem Ziel auf die Gruppe aufschloss. Er brachte die Neuseeländerin aber auf Rang drei der Etappe und damit zum drittenmal zum Sonderpreis für die Beste unter den Amateurfahrerinnen. Als Gesamtfünfte gewann sie denselben Preis auch für das Gesamtklassement.

Zu den ersten an der 500-m-Marke, als die Lücke auf die Gruppe bereits wieder zugefahren war, gehörte auch die Siegerin Elke Gebhardt, die im Ziel erläuterte: „Als ich Reta Trotman an mir vorbeifahren sah, wusste ich, ran und dann hoffentlich vorbei, das ist meine Chance. Wenn eine Rundfahrt im Heimatland stattfindet, dann möchte man sich ja schon zeigen.“ Als Siegerin wurde sie naturgemäß beste Deutsche der Etappe und so Trägerin des Blauen Thüringen-Tourismus-Trikots.

Mit sechs Bonussekunden im Ziel verkürzte Elizabeth Armitstead zwar den Abstand, konnte aber der im Ziel zeitgleichen Evelyn Stevens nicht gefährlich werden. Die Britin war trotz etwas Enttäuschung über den verpassten Gesamtsieg ebenso überrascht wie zufrieden, sowohl die Berg- als auch die Sprintwertung gewonnen zu haben. „Eigentlich passen Berg und Sprint nicht so zusammen“, meinte sie im Ziel und will sich nun auf zwei weitere Großereignisse konzentrieren, die unmittelbar bevorstehen: La Course in Frankreich und die Commwealth Games in Schottland.

Sicher im Feld der Spitzenfahrerinnen hat sich Anna Plichta (POL, TKK Pacific Toruń) etabliert, die erneut zeitgleich mit den Gesamtwertungsführenden ankam und sich definitiv das Weiß-Blaue proloxx-Trikot der stärksten Nachwuchsfahrerin sicherte, vor Jenelle Crooks (AUS, Nationalteam Australien) und Demi de Jong (NED, Boels-Dolmans).

Zu ihrer eigenen Überraschung nimmt Evelyn Stevens das Gelbe Sparkasse-Trikot für den Gesamtsieg mit nach Hause. „Nach 17 Tagen im Rennsattel bin ich froh, dass unser Team die Rundfahrt gewonnen hat. Aber dass ich es bin, hätte ich absolut nicht gedacht, zumal es beim Giro Rosa nicht so rund für mich lief“, sagte die New-Yorkerin im Ziel. „Damit habe ich aber zumindest gezeigt, dass auch Frauen lange Rundfahrten unter Hochleistung fahren können.“

Nicht überraschend sicherte sich Specialized-Lululemon mit Evelyn Stevens auf Platz eins und Lisa Brennauer (Kempten) auf Platz drei des Gesamtklassements auch die Teamwertung vor Boels-Dolmans mit Elizabeth Armitstead auf Platz zwei und Christine Majerus (LUX) auf Platz vier. Zwei Fahrerinnen brachte auch maxx-solar in die Top 10 der Gesamtwertung, Reta Trotman auf Platz fünf und Beate Zanner auf Platz sieben.

Weitere News und Informationen finden Sie unter www.thueringenrundfahrt-frauen.de.
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