Jubiläum beim HSV: 50 Jahre Hainberger SV / Traditionsmannschaft des FC Carl Zeiss Jena kommt zum Jubiläumsfestwochenende

Karl-Heinz Birke, Vorsitzender des Hainberger SV.
 
Die Sportschule "Kurt Rödel", wo der Hainberger SV seinen Vereinssitz hat.
 
Das Logo des Vereins (Foto: Verein)
Greiz: Hainberg | Der HSV wird 50. Gemeint ist diesmal aber nicht der Fußball-Bundesligist von der Elbmündung, sondern der Hainberger SV in Greiz – mit seinen immerhin rund 460 Mitgliedern der größte Sportverein der Ostthüringer Kreisstadt. Anlässlich des Jubiläums sprach der Allgemeine Anzeiger mit dem Vereinsvorsitzenden Karl-Heinz Birke.

Wo liegen die Ursprünge Ihres Vereins?

Unseren Ursprung haben wir auf dem Greizer Hainberg und auch heute noch trainieren die meisten unserer Abteilungen hier in der Sportschule „Kurt Rödel“. Die Wurzeln des HSV liegen im Jahre 1961. Damals gründeten Martel und Helmut Wünsch eine Frauengymnastikgruppe. Im Folgejahr wurde die SG „Am Hainberg“ gegründet.

Wie ging es mit der Sportgemeinschaft weiter?

Das Sporttreiben wurde ergänzt durch weitere Gymnastikgruppen, die Sektion Fußball, die Sektion Boxen und die Sektion Gewichtheben. In den Kindergärten wurde das Kinderturnen praktiziert. 1980 fusionierten die Fußballer mit der Mannschaft von WEMA-Greiz. Elf Jahre später traten die Fußballer des SV Aubachtal unserem Verein bei. Ebenso fanden die Selbsthilfegruppen „Frauen nach Krebs“ und „Parkinson“ eine sportliche Heimstatt beim HSV. Im Behinderten-und Rehasport trainieren seit 1990 Menschen mit körperlichem Handicap, die Selbsthilfegruppe „Menschen nach Herzinfarkt“ trat 1996 dem Verein bei. Die Abteilung „Tischtennis“ spielt seit 1994 mit zwei Mannschaften in der Kreisliga. Die Abteilung „Eiskunstlauf“ gründete sich im Jahre 2001. Mit der Eishockeymannschaft „Hainberger Füchse“ spielten wir ab 2002 in der Thüringenliga und wurden Thüringenmeister. Die Abteilung wurde im Jahre 2007 aufgelöst. Im Jahre 2000 wurden die Skiläufer von SV Textil Greiz aufgenommen. Es bildete sich die Abteilung „Ski“. Im selben Jahr traten die Wanderfreunde der „Freien Greizer Wandergruppe“ dem Verein bei. Es folgten im Jahre 2001 die Sportfreunde der Gruppe „Per pedes“.

Dies ist ein recht breites Sport- und Freizeitangebot!

Richtig, unser Verein bietet acht Sportarten in 18 Abteilungen an.

Darunter einige für unsere Region eher ungewöhnliche Disziplinen wie das Eiskunstlaufen.

Das Eiskunstlaufen hat sich sogar zum Flaggschiff des Hainberger SV entwickelt. Dabei startete das Kindertraining im Herbst 2001 mit gerade einmal zwei (!) Läuferinnen. Im Jahr darauf absolvierten bereits vier Sportlerinnen und Sportler einen Übungsleiter-Grundlehrgang. Silke Hartmann und Gerd Kittelmann nahmen die Lizenz der Deutschen Eislaufunion in Empfang. So war ein qualifiziertes Breitensporttraining möglich. Seit 2003 nehmen Eiskunstläufer des Hainberger SV am Deutschlandpokal der Hobbyläufer teil. Und das mit teilweise beeindruckenden Ergebnissen. So belegte Silke Hartmann bereits fünf Mal den ersten Platz, dazu gemeinsam mit Gerd Kittelmann noch drei Mal im Paarlaufen Rang eins! Aber auch Peter Rehm, Irina Döring und Stefanie Oswald belegten beim Deutschlandpokal vordere Platzierungen. In diesem Jahr vertraten wir erstmals Greiz beim Wintercup in Chemnitz, wo Julia Wolf vor drei Chemnitzer Sportlern den ersten Platz belegte!

Aber auch der Fußball gehört von Anfang an zum Verein?

Im Mai 1962 fand auf dem Sportplatz der Sportschule „Kurt Rödel“ ein Fußballspiel Alt gegen Jung statt, bei dem sich quasi Väter gegen Söhne gegenüber standen. Die Initiative dazu ging vom Sportfreund Helmut Wünsch – dem damaligen Leiter der Sportschule – aus. Das war die Geburtsstunde der Abteilung „Fußball“. Kurz darauf wurde aus ihr und der schon länger arbeitenden Abteilung „Frauengymnastik“ die „SG am Hainberg“. Der Name „HSV“ durfte nicht genommen werden, da „eine zu große Ähnlichkeit mit dem Hamburger SV“ bestand.

Wie ging die fußballerische Entwicklung weiter?

Die erste Mannschaft setzte sich aus fußballbegeisterten Jugendlichen und ehemaligen aktiven Fußballern der Jugendmannschaft von Elsterberg zusammen. Unter der Betreuung von Otto Dünkel, Helmut Sattler und Helmut Wünsch ging es nun Jahr für Jahr um Punkte und Tore im Wettspielbetrieb. Unser Fußballspiel war Amateursport pur. Nicht selten fuhren wir mit einem Kleintransporter – unserer „Bergziege“ – zu Auswärtsspielen. Die Freude am Fußball und die Kameradschaft waren wichtiger als Punkte. Gern erinnern wir uns an solche herausragende Sportler wie Klaus Bernhardt oder Dieter Döhler. Im Laufe der Jahre litten wir immer wieder einmal unter Spielermangel. Da kam es dann schon einmal vor, dass ein Betreuer in Filzstiefeln und langen Unterhosen im Tor stand oder wir nur mit neun Spielern aufliefen!

Sportlich ging es dann aber doch bergauf?

Im Jahre 1990 wurden wir Hallenkreismeister. Bis zum Jahre 1994 spielten wir in der Kreisklasse. Von 1994 bis 2000 spielten wir Kreisliga. Die größten Erfolge erzielten wir in dieser Zeit, als wir Pokalsieger und Vizekreismeister wurden. Herausragenden Anteil an diesen Erfolgen hatten Frank-Thomas Titze, Frank Gerbeth, Uwe Schneider, Detlev Wild – und natürlich der Trainer Joachim Jatho. Im Jahre 1995 wurden wir Hallenkreismeister. Danach spielten wir bis zum Jahre 2007 in der 1. Kreisklasse, danach zwei Jahre in der 2. Kreisklasse. Ab 2005 formierte sich unter dem Trainer Uwe Birke eine junge Mannschaft, die im Jahre 2009 wieder in die 1. Kreisklasse aufstieg. Seitdem spielen wir wieder eine gute Rolle im Fußball des Kreises Greiz. So wurden wir im Januar dieses Jahres Hallenkreismeister!

In der Vergangenheit mussten Sie auch Spieler in höherklassige Vereine ziehen lassen?

Herausragende Fußballer, die für den Hainberger SV eigentlich nicht zu ersetzen waren, ließen wir schweren Herzens trotzdem zu anderen Vereinen gehen. Erinnert sei an Klaus Bernhardt, Mario Mohr, Kevin Meinhardt, Alexander Bauch, Thomas Müller, Volkmar Höfer und Denny Dressler.

Der Fußball spielt auch beim Jubiläumsfest Ende Juni eine große Rolle?

Zum 50. Jubiläum des Hainberger SV steigt am 23. Juni an der Sportschule „Kurt Rödel“ ein großes Wohngebietsfest mit Musik, Tanz und Fußball. Als Höhepunkt des Jubiläumsfestes haben wir die Traditionsmannschaft des FC Carl Zeiss Jena zu Gast, die gegen eine Hainberger Auswahl antritt.

Mehr dazu im Juni im Allgemeinen Anzeiger!

INFORMATION:

Der Hainberger SV hat über 460 Mitglieder. Der Mehrsparten-Verein bietet Sport in acht verschiedenen Abteilungen an. Das Angebot reicht von Fußball über Volleyball, Tischtennis, Reha-Sport, Gymnastik und Wandern bis hin zu Eiskunstlauf und Skisport.

Höhepunkt des Jubiläumsfestes am 23. Juni ist ein Gastspiel der Traditionsmannschaft des FC Carl Zeiss Jena, zu der mit Rainer Schlutter und Konrad Weise auch zwei Akteure gehören, die aus Greiz kommen und in der Ostthüringer Kreisstadt das Fußball-ABC erlernt haben.
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