Letzter Tag in London mit Radsprinter Robert Förstemann

Robert (2.vr.) mit Ehefrau Jenni und weiteren Sportlern vor dem Riesenrad in London (Foto: privat)
 
Robert Förstemann zum Diner auf der "MS Deutschland" (Foto: privat)
Die Spiele sind für uns zu Ende. Gestern schien uns die Stimmung im deutschen Fahrerlager wesentlich entspannter. Wir sahen Robert lächelnd und mit sehr guten Sprintläufen, die dann gemeinsam mit Detlef Uibel am Monitor ausgewertet wurden. Roberts 3 Läufe wurden alle erst unmittelbar an der Ziellinie entschieden. "Fantastical sprints" kommentierte der Sprecher im Velodrom die Läufe gegen G. Bauge. Nach dem zweiten Lauf nahm der siebenfache Weltmeister immer wieder die Hand von Robert und streckte sie nach oben. Eine schöne und ungewöhnliche Geste des Franzosen. Schade, dass wir derzeit Bilder dazu nicht liefern dürfen...
Den vorletzten Abend in London verbrachten wir gemeinsam ganz in Familie auf der MS Deutschland. Der Berliner Champions Club hatte uns alle auf das "Traumschiff" eingeladen, wo wir dann u.a. auch auf unsere Ruderfrauen und -männer stießen. Diesmal gab es keine Interviews und Kameras, wir wurden einfach zum Auspannnen und gutem Essen aufgefordert.

Heute war dann endlich "London Eye" dran. Hier begleitete uns auch letztmalig Dajana Rupert vom "Berliner Kurier". Sie war seit den letzten Tagen der Olympiavorbereitung in Berlin bis heute fast durchweg in Roberts und in unserer Nähe, machte gute Presse für den Bahnradsport.

Es entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis.
Gestern Abend und heute konnte wir auch erstmals seit Monaten wieder ausführlich mit Robert reden. Ihm geht es sehr gut, vor allem nach dem Wegfall des gesamten Nominierungs- und Erwartungsdrucks. "Nach Peking 2008 sagten mir viele Sportler, dass sie auf Grund dieses Drucks nach den Spielen aufhören und sich das nicht mehr antun. Das konnte ich damals nicht nachvollziehen. Jetzt weiss ich was sie meinten."

"Mit der Teilnahme und der Startmöglichkeit bei den Olympischen Spielen hat sich mein Lebenstraum erfüllt .Schreib das allen bitte!" so Robert heute nachmittag bei einem Italiener an der "Tower Bridge". "Ich danke allen sehr, die mir dabei geholfen und mich unterstützt haben, gerade in den letzten Monaten und Wochen. Ich danke vor allem meinem Trainer Emanuel Raasch, der Bundespolizei, dem SSV Gera, meinen Sponsoren und Unterstützern sowie den vielen Helfern!"
"Schreibe bitte auch, dass es keine Rückkehr in das Team Erdgas.2012 geben wird. Ich freue mich auf die weitere schöne und gute Zusammenarbeit mit meinen derzeitigen Partnern"
"Dass ich sogar mit einer Olympischen Medaille nach Hause komme, das kann ich auch im Moment noch nicht richtig realisieren. Die anderen 3 Sprinter hatten über Monate hinweg die Möglichkeit, auf den Tag X hin zu trainieren. Ich musste ins Leere trainieren, was so viel schwerer war. Selbst am Tag X wusste ich nicht, daß es der Tag X ist. Mit mir als Ersatzmann, aus dem Kalten heraus, ist das deutsche Olympiatteam die zweitschnellste Zeit aller deutschen Zeiten gefahren. Wir waren selbst schneller als die sogenannte `Idealbesetzung` zur WM 2012. Das schreibt niemand, deshalb kannst Du das jetzt mal tun" so Robert.
Mit dem Public Viewing der Sprintfinals unmittelbar an der "Tower Bridge" klang unser heutiger gemeinsamer Tag aus.
Im Hotel angekommen erfuhren wir, dass es Robert mit seiner Oberschenkel-Story nun bis in die "New York Times" geschafft hat. Zum Glück ist hier ein schöneres Bild dabei. Mit dieser Geschichte hat Robert weltweit auf den Bahnradsport aufmerksam gemacht. Wir durften selbst erleben, wie er deswegen hier in London immer wieder angesprochen und manchmal sogar bedrängt wurde. Über unsere Homepage treffen weiterhin Interviewanfragen aus aller Welt ein. Vielleicht geht es dem Bahradsport in Deutschland zukünftig ein klein wenig besser. Was bezüglich dieser Sportart hier in Großbritannien abgeht, das lässt sich nicht mehr in Worte fassen.
Das war nun unsere letzte Mail aus London. Morgen Mittag geht es in Richtung Heimat. Wann Robert zurückfliegen wird, dass entscheidet sich morgen. Er hat ja auch noch einen Mountainbike-Job zu erledigen.
Vielen Dank für Ihr/Euer Interesse

Uta und Frank Fö.
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Karin Jordanland aus Artern | 07.08.2012 | 11:54  
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