Ringen, 2. Bundesliga: Greiz fegt Spitzenreiter Aue mit 23:5 von der Matte!

Daniel Sartakov (unten) rollt Brian Bliefner und gewinnt gegen den Auer den letzten Kampf des Abends mit 5:4!
 
Sven Cammin punktet sich gegen Kirk Reimer zum 10:3-Sieg.
 
Sebastian Wendel (r.) unterliegt Michael Dengler mit 0:5.
Greiz: Sporthalle an der Eisbahn |

Greizer Ringer weiter auf Erfolgskurs: Im zweiten Heimkampf des Wochenendes besiegt der RSV Rotation Greiz nach dem Sieg am Sonnabend gegen Lübtheen am Tag darauf auch den Tabellenführer FC Erzgebirge Aue.

765 Zuschauer bejubeln am Sonntagnachmittag einen in dieser Höhe nicht erwarteten 23:5-Erfolg ihrer Heimmannschaft gegen die Gäste aus dem Erzgebirge. Acht Greizer Siegen stehen lediglich zwei Auer Erfolge gegenüber.

Die einzelnen Kämpfe der Begegnung RSV Rotation Greiz - FC E. Aue:

57 kg/G-r: Sven Cammin - Kirk Reimer 2:0
61 kg/F: Vladimir Codreanu - Pierre Vierling 4:0 (SS)
66 kg/G-r: Brian Tewes - Bence Kovacs 3:0
66 kg/F: Vladimir Gotisan - Philipp Herzog 4:0 (TÜ)
75 kg/G-r: Toni Stade - Krisztian Jäger 0:3
75 kg/F: Daniel Sartakov - Brian Bliefner 1:0
86 kg/G-r: Thomas Leffler - Gabor Madrasi 4:0 (TÜ)
86 kg/F: Adam Sobiraj - Willi Wendel 2:0
98 kg/G-r: Lukasz Konera - Bastian Kurz 3:0
130 kg/F: Sebastian Wendel - Michael Dengler 0:2

Hier der Bericht von Erhard Schmelzer:

Greiz im Ringkampfhoch. Vier Mannschaftskämpfe am Wochenende und vier deutliche Siege gegen namhafte Konkurrenz aus Deutschlands zweiter und dritter Liga.

Die erste Mannschaft des RSV Rotation bezwang nicht nur den Tabellenzweiten RV Lübtheen 15:8, sondern auch Tabellenführer FC Erzgebirge Aue völlig unerwartet deutlich mit 23:5. Damit ergibt sich an der Tabellenspitze eine völlig neue Konstellation. Aue führt zwar noch immer die Tabelle der 2 .Bundesliga Nord an, aber nur noch mit zwei Punkten Vorsprung vor dem punktgleichen Trio Greiz, Thalheim und Lübtheen. Auch die zweite Mannschaft liegt auf den zweiten Rang. In der Regionalliga Mitteldeutschland wurde erst der Tabellenzweite RC Germania Potsdam 20:10 bezwungen, dann am Sonntag der Tabellendritte WKG Pausa/Plauen II mit 22:14.

Nicht nur Lübtheens Trainer Jens-Peter Sivertsen ging von einem Auer Erfolg in Greiz aus, als er sagte: „Wir kamen als Zweiter und wir werden Sonntag – nach einem Sieg über Artern – wieder Zweiter sein.“ Daraus wurde aber nichts, da ihm die Ringer des RSV einen dicken Strich durch die Rechnung machten. Während die Greizer von Kampftag zu Kampftag immer stärker werden und jetzt auch die Fortune haben, die bei den ersten Saisonkämpfen oftmals schmerzlich vermisst wurde, kamen die Erzgebirgler gehörig unter Räder. Die Auer hatten am Tag zuvor in Pausa zwar standesgemäß 17:6 gewonnen, dabei verletzte sich Felix Wolf (66 kg/greco) so, dass er in Greiz nicht eingesetzt werden konnte. Aue ließ daraufhin den Ungarn Bence Kovacs aufrücken und stellte Routinier Pierre Vierling in die 61 kg-Klasse.

Sven Cammin (57 kg/greco) traf aber auf den etatmäßig kämpfenden Spezialisten Kirk Reimer und wuchs wieder einmal über sich hinaus. Er dominierte in der Anfangsphase, führte nach einer Minute schon 6:0 und ließ sich auch von einem Kopfhüftschwung seines Kontrahenten nicht lange aus seinem Konzept bringen. Mit 10:3 verpasste er drei Punkte nur knapp. (Gesamtstand: 2:0)
Der Auer Trainer Björn Schöniger hatte sich etwas Besonderes einfallen lassen und bot den Ex-Greizer Michael Dengler gegen Sebastian Wendel (130 kg/frei) auf. Beide haben zusammen die Sportschule in Jena absolviert, zusammen trainiert, sogar in einem Zimmer gewohnt und sich viele kaum vorhersagbare Kämpfe geliefert. Wer würde diesmal gewinnen? Es war der Gästeringer, der effektiver kämpfte und den durch eine Platzwunde am Kopf behinderten Greizer mit 5:0 bezwang. (2:2)
Übereinstimmung herrschte darüber, dass Vladimir Codreanu (61 kg/frei) in dieser Stilart gegen den 38-jährigen Ersatzmann Pierre Vierling klarer Favorit war. Zum Schultersieg benötigte er dann überraschenderweise nur 23 Sekunden. (6:2)
Lukasz Konera (98 kg/greco) hatte anfangs hingegen mit den acht Kilogramm leichteren Ex-Pausaer Bastian Kurz einige Schwierigkeiten, setzte sich im Laufe der Zeit vor allem im Bodenkampf immer stärker durch und siegte mit 8:0 Punkten. (9:2)
Brian Tewes (66 kg/greco) spielte gegen den Ungarn Bence Kovacs seine körperliche Überlegenheit aus und ging bereits in der ersten Minute durch eine Rolle am Boden und einen Schulterschwung 6:0 in Führung. Diese Führung verwaltete er clever und siegte mit 8:0. (12:2)
Während der Pause sorgte ein Feueralarm für Aufsehen, als dessen Ursache sich ein defekter Alarmmelder in einer Toilette entpuppte.
Der immer besser in Form kommende Adam Sobieraj (86 kg/frei) hatte in Willi Wendel einen starken Widersacher. Der Pole siegte nach kampfstarken sechs Minuten mit 4:1. (14:2)
Vladimir Gotisan (66 kg/frei) traf auf einen seiner stärksten Gegner, den ehemaligen Luckenwalder Philipp Herzog, der dreimal Dritter bei deutschen Meisterschaften war. Die wohl beste Aktion des Kampfes brachte keine Zähler, dafür befreite sich der Greizer mit artistischer Gewandtheit aus einer Fassart des Auers. Im Standkampf war Herzog fast ebenbürtig, aber erstmal zu Boden gebracht, benötigte der Moldawier nur zwei Chancen, um mit seinen gefürchteten Bodentechniken zum 16:0 Sieg zu kommen. Die hingerissenen Greizer Fans skandierten: „Hier regiert der RSV!“ (18:2).
Greiz brachte Thomas Leffler (86 kg/greco) gegen den Ungarn Gabor Madarasi auf die Matte. Zwei und eine halbe Minute egalisierten sich die Kämpfer im Stand. Dann musste der Auer zu Boden. Und in nicht einmal 30 Sekunden war alles vorbei. Der als sehr starker Mann am Boden bekannte Greizer rollte den Ungarn achtmal fast nach Belieben und kam bei 16:0 zum Abbruchsieg. (22:2)
Den wohl stärksten Gegner an diesem Tag hatte Toni Stade (75 kg/greco), der auf den ungarischen Studentenweltmeister Krisztian Jäger traf. Je länger der Kampf dauerte, umso größer wurde die Überlegenheit des ungarischen Auswahlringers, der sein Land bei den European Games im Sommer in Baku vertrat. Der Greizer unterlag mit 0:13. (22:5)
Wieder einmal sorgte Daniel Sartakov (75 kg/frei) für dynamisches Ringen. Brian Bliefner war ein gleichwertiger Gegner. In diesem großartigen Kampf ganz nach dem Geschmack der an diesem Sonntagnachmittag erschienen 760 Zuschauer stand es bis zur fünften Minute 3:3. Dann der Kulminationspunkt des Kampfes, bei dem sich die Gäste über die Entscheidung von Kampfrichter Stefan Schlomann (Stralsund) beschwerten. Dem Auer gelang ein Knöchelgriff, Sartakov landete auf den Knien. Doch bevor Bliefner zugreifen und seinen Widersacher festhalten konnte, hatte dieser sich blitzschnell wieder um 180 Grad zum Gegner hingedreht. Die Gäste verlangten eine Zweierwertung, vergaßen dabei aber, dass keine Beherrschung vorlag. Der Greizer behielt die Nerven, punktete in letzter Sekunde, sicherte sich mit einem 5:4 Sieg den zweiten Erfolg in diesem Jahr über einen hoch eingeschätzten Gegner und sorgte für ein positives Ende eines unvergesslichen Kampftages.

Die erschienenen Zuschauer brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen und können den nächsten Heimkampf bereits am Samstag gegen Gelenau einplanen. Im Vorkampf kommt Tabellenführer Lugau.
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