Ringen, 2. Bundesliga: Greiz gewinnt gegen Thalheim

Vladimir Codreanu (rot) besiegt Hristan Yordanov durch Technische Überlegenheit.
    Greiz: Jahnturnhalle | .

Der RSV Rotation Greiz hat zum Saisonauftakt der 2. Ringer-Bundesliga, Staffel Nord, den RV Thalheim mit 12:6 besiegt.

Die Gastgeber gewannen in der heimischen Jahnturnhalle sechs der zehn Kämpfe: Vladimir Codreanu, Florian Crusius, Brian Tewes, Adam Sobiraj, Thomas Leffler und Boris Eisenstein verließen die Matte als Sieger. Den packendsten Kampf des Abends lieferten sich Radoslaw Kisiel und Dawid Takunow in der 66 Kilo Freistil-Klasse, den der für Greiz ringende Pole knapp gegen seinen Landsmann abgeben musste.

Hier der Kampfbericht von Erhard Schelzer:

Greizer Ringer mit Saisonauftakt nach Maß

Der Saisonauftakt der Greizer Ringer hätte nicht besser verlaufen können. Der Greizer Ringerverein, der vor Kampfbeginn von Ines Watzek, der Stellvertreterin des Greizer Bürgermeisters, für die Erfolge der letzten Saison, als das Triple gelang und alle drei Teams Staffelsiege errangen, geehrt wurden, steht nach dem ersten Kampftag der Saison schon wieder mit zwei Mannschaften an der Tabellenspitze. Das ist natürlich noch nicht sehr aussagefähig, beweist aber doch, dass die Greizer gut vorbereitet an den Start gingen und auf jeden Fall bei der Vergabe der Spitzenplätze auch in diesem Jahr wieder ein gewichtiges Wort mitsprechen wollen.

Während die Bundesligamannschaft, die gegenüber dem Vorjahr verstärkten Thalheimer 12:6 bezwang, ließ das Jugendteam mit einem überraschend hohen 24:10 Erfolg über den größten Kontrahenten der letzten Jahre, der WKG Pausa/Plauen, aufhorchen. Außerdem wurden die jungen Weißwasseraner 34:4 bezwungen.

Die Jahnturnhalle platzte zum ersten Punktkampf wieder aus allen Nähten. Die Ringkampffans waren auf den Punkt zur Stelle und füllten die traditionsreiche Kampfstätte zusammen mit Prominenz aus Politik und Wirtschaft fast bis zum letzten Platz. Für besondere Stimmung sorgten die zahlreichen Schlachtenbummler aus dem Erzgebirge, die ihre Mannschaft enthusiastisch anfeuerten.

Der Moldawier Vladimir Codreanu (57 kg/Freistil) hatte mit Hristian Yordanov, dem drei Jahre jüngeren Dritten der bulgarischen Juniorenmeisterschaften, einen starken Gegner erhalten. Der Bulgare begann mit überfallartigen Angriffen, wurde aber jedes Mal gekontert. Wie der Greizer die Achselwurfversuche seines Kontrahenten mit Spaltgriffen abwehrte, war sehenswert. Die Greizer Nachwuchsringer haben nun wieder einen Supertrainingspartner. Schon zu Beginn der zweiten Runde stand der 15:0 Sieg des Greizers fest. Es sollte der einzige vorzeitige Erfolg des Abends bleiben. (Zwischenstand 4:0)

Boris Eisenstein (130 kg/greco) hatte mit dem 13 kg schwereren Marcel Böhme seine liebe Not, konnte aber im ersten Durchgang die beiden Siegpunkte erringen. Dieser Erfolg brachte bei der neuen Punkteverteilung allerdings nur einen Zähler ein. (5:0)

Routine gegen Jugend hieß es im nächsten Duell zwischen dem Greizer Neuzugang Florian Crusius (61 kg/greco), der auf den deutschen Jugendmeister von 2012, Peter Haase, traf. Crusius, der in Waltershausen mit dem Ringen begann, siegt in diesem Gefecht auf Augenhöhe durch drei blitzschnelle Aktionen, die jeweils einen Punkt einbrachten. (7:0)

Der RSV Rotation Greiz muss in dieser Saison auf den etatmäßigen Schwergewichtler im freien Stil verzichten. Sebastian Wendel hat sich verletzt und wurde am Donnerstag am Kreuzband operiert. Gute Besserung. Für ihn sprang Stefan Lippke (98 kg/frei) in die Bresche. Das Greizer Eigengewächs verließ nach der Saison 2010 aus beruflichen Gründen den RSV und kämpfte für Lübtheen. Der Spezialist im griechisch-römischen Stil weiß sich auch im Freistil zu behaupten, musste aber gegen den routinierten Deutsch-Polen Radoslaw Dublinowski eine 0:10 Niederlage hinnehmen. (7:3)

Von den folgenden sechs Kämpfen endeten vier mit einer Punktdifferenz von einem oder zwei Punkten, was beweist, wie stark und ausgeglichen beide Mannschaften waren. Ein echtes Fest für die Zuschauer.

Radoslaw Kisiel (66 kg/frei) lieferte sich mit seinem Landsmann Dawid Takunow einen Klassekampf. Der in Rückstand geratene Greizer kam zwar zur 1:1 Führung, geriet aber wieder 1:4 ins Hintertreffen. Mit Superkampfgeist auf 3:4 verkürzend, wäre ihm mit einer Rolle am Boden fast der Sieg gelungen, doch der ausgezeichnet agierende Kampfrichter Thomas Hausmann aus Luckenwalde („Das war eine Superstimmung in der Halle.“) konnte diese Wertung, da sie auf der Hilfsmatte angesetzt war, nicht geben. (7:4)

Neuzugang Thomas Leffler (86 kg/greco) brachte mit einer guten Leistung einen 3:0 Sieg gegen Kevin Mehlhorn auf das Greizer Konto. (9:4)

Zwei deutsche Spitzenringer trafen mit dem Vizemeister Brian Tewes (66 kg/greco) und dem eine große Zukunft vorausgesagten Alexander Grebensikov aufeinander. Der Greizer spielte seine ganze Routine aus und erarbeitete sich zwei Punktvorteile. Entscheidend war aber wohl, dass er sich nach einer Verwarnung unbeschadet aus dem Bodenkampf befreien konnte. (10:4)

Adam Sobieraj (86 kg/frei) musste eine ganze Reihe technischer Raffinessen aufbieten um den jungen Auswahlringer Benjamin Opitz 10:4 zu bezwingen. (12:4)

Den Vergleich der zwei jungen Freistiler ging an den Thalheimer Neuzugang Alexander Hast, der in einem offensiven Kampf gegen den keinesfalls enttäuschenden Daniel Sartakov (75 kg/ frei) beim 6:5 das bessere Ende für sich hatte. (12:5)

Waren alle Kämpfe bis dahin in vorbildlicher Fairness verlaufen, brachte Gastringer Tobias Löffler unnötige Härte ins Spiel. Toni Stade (75 kg/greco) ließ sich davon nicht beeindrucken, wurde aber bei dem Versuch in Führung zu gehen gekontert und unterlag 1:2.

Der Thalheimer Trainer Rüdiger Möhring konnte dem Greizer 12:6 Sieg viel positives abgewinnen: „Die neue Punktvergabe und die modifizierten Regeln führen zusammen mit den sehr ausgeglichenen Mannschaften der Staffel zu äußerst spannenden Kämpfen. Wir stehen vor einer sehr interessanten Saison. Ein, zwei Siege mehr für uns wären möglich gewesen“.

Der Greizer Trainer Tino Hempel lobt vor allem sein Team: „Die ganze Mannschaft hat hervorragend gekämpft und keine Lücke offenbart. Die Staffel ist ausgeglichener als im Vorjahr besetzt. Da kommt es auf jeden Kampf an.“
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