Ringen, 2. Bundesliga: Greiz gewinnt Vogtlandderby in Pausa

Der Greizer Tom Linke (blau) wirft den Pausaer Maximilian Schwabe und gewinnt den Kampf in der 84 Kilo Greco-Klasse mit 5:1.
 
Die siegreiche Greizer Mannschaft
 
Den Greizer Fans hat's gefallen.
Der RSV Rotation Greiz hat seine Siegesserie in der 2. Ringer-Bundesliga Nord fortgesetzt. Die Ostthüringer gewannen am 19. Oktober auch das Vogtlandderby bei der WKG Pausa/Plauen mit 22:10. Für die Greizer siegten Vladimir Codreanu, Mateusz Bierzanowski, Radoslaw Kiesiel (kampflos), Konstantin Sommer, Toni Stade, Patryk Dublinowkski und Tom Linke. Auf Seiten der Gastgeber konnten Werner Schellenberg, Georgi Sredkov und Ricardo Melz ihre Kämpfe siegreich gestalten.

Hier der Kampfbericht von Erhard Schmelzer:

Der Tag begann erfolgreich für die Ringer der WKG Pausa/Plauen in der Schulturnhalle Pausa. Die Jugendmannschaft bezwang die WKG Lugau/Thalheim und dann auch den Spitzenreiter aus Greiz mit 20:16. Allerdings war bei diesem Erfolg schon ein Schönheitsfehler dabei, denn die Greizer haben den Vorkampf höher gewonnen und würden bei Punktgleichheit am Ende der Saison vorn liegen.

Am Abend freute sich dann nur noch der Kassierer der Wettkampfgemeinschaft. Zwar hatten mehr als 500 Zuschauer den Weg zum Spitzenkampf der 2.Bundesliga Nord zwischen der zweitplatzierten Wettkampfgeminschaft und dem ungeschlagenen Tabellenführer RSV Rotation Greiz gefunden, die Gastgeber hatten aber keine Chance auf den Sieg. Den Greizern, zur Zeit in hervorragender Form, scheint einfach alles zu gelingen. Nach dem sechsten Sieg im sechsten Kampf haben sie nun schon sechs Punkte Vorsprung vor den Verfolgern Pausa/Plauen, Markneukirchen und Werdau. Natürlich war auch eine vielköpfige Fangemeinde aus dem thüringischen Vogtland angereist, die für die nötige Derbystimmung sorgte. Und Klassekämpfe standen auf den Programm. Hallensprecher Andreas Seidel konnte bei der Vorstellung der Mannschaften fast bei jedem Aktiven auf Medaillen bei Meisterschaften in Deutschland, Polen, Bulgarien und Moldawien verweisen.

Bereits der erste Kampf hatte es in sich, zwei ungeschlagene Sportler kämpften um den Titel des Besten der Staffel. Vladimir Codreanu (55 kg/Freistil) ging zwar 4:0 in Führung, musste sich dann aber immer wieder der überfallartigen Angriffe der polnischen Jugendmeisters Adam Slowinski auf sein linkes Bein erwehren. Nach 9:4 Halbzeitführung nahm der Greizer das Heft des Handelns in die Hand, stand nach einem doppelten Beinangriff fast vor dem Schultersieg und siegte in 5:29 Minuten mit 16:4. (Kampfstand aus Greizer Sicht: 4:0)

David und Goliath trafen im Kampf von Mirco Redmann (120 kg/greco), der den erkrankten Boris Eisenstein ersetzen musste, gegen Ricardo Melz aufeinander. Genau 31,5 kg betrug der Gewichtsvorteil des deutschen Vizemeisters auf Seiten der WKG, der am Boden 2:0 in Führung ging. Doch der Greizer kämpfte unermüdlich und ließ kaum klare Aktionen von Melz zu. Der Greizer Trainer Tino Hempel feuerte seinen Mann leidenschaftlich an und hätte wohl gern selbst mitgekämpft. Melz siegte mit 4 Punkten Vorsprung, der Jubel in der Greizer Ecke galt aber dem wahren Sieger. (4:2)

Der Kampf zwischen dem bulgarischen Jugendmeister Nestar Nestarov und Mateusz Bierzanowski (60 kg/greco) brachte die Pausaer Volksseele zum Kochen. Der Greizer schob zwar den Bulgaren dreimal - zwar in seiner Angriffsfassart – nach außen und erhielt dafür 3 seiner 6 Punkte, doch die Schieberrufe des Pausaer Anhangs galten Schiedsrichter Nikolai Schum aus Hessen, der Nestarov in der vierten Minute wegen passiver Ringweise disqualifiziere. (8:2)

Der ungeschlagene bulgarische Vizemeister Georgi Sredkov tat sich mit seiner Favoritenstellung gegen Sebastian Wendel (96 kg/Freistil) schwerer als erwartet. Gegen den gut eingestellten Greizer gelang nur ein Beinangriff und ein Konter. Zwei 30 Sekundenstrafen, bei denen Wendel selbst keinen Punkt erzielte und deshalb bestraft wurde, und eine Verwarnung brachten den 0:6 Endstand. (5:8)

Nach der Verletzung ihres etatmäßigen Kämpfers ging WKG-Trainer Silvio Hoffmann über die Waage, trat aber nicht zum Kampf an. Radoslaw Kisiel (66 kg/Freistil) kam so kampflos zu vier Punkten. Die Greizer Fans feierten einen Pausenstand von 12:5.

Tom Linke (84 kg/greco) hatte gegen Maximilian Schwabe vor allem in der ersten Kampfhälfte Vorteile, als er den Syrauer im Standkampf zweimal von hinten zu packen bekam und 5 Zähler sammelte. Im zweiten Abschnitt kam der kampfstarke WKG-Aktive, der in seiner ersten Saison im 84 kg-Limit noch einige Anpassungsschwierigkeiten hat, auf 1:5 heran.(6:14)

Brian Tewes (66 kg/greco) hatte mit dem Plauener Werner Schellenberg einen sehr unangenehmen Gegner. Keiner der Ringer konnte trotz verbissenen Kampfes einen Vorteil erarbeiten. Bei solchen Kämpfen siegen gewöhnlich die Sportler im roten Heimtrikot. Dies war auch diesmal der Fall; 1:0 für Schellenberg. (14:8)

Schon als Stefan Bonev gegen Patryk Dublinowski (84 kg/Freistil) die Matte betrat, wurde er von den Pausaer Anhängern frenetisch gefeiert. Nicht einmal vier Minuten später verstummten die frustrierten Gastgeber und die Greizer skandierten: „Hier regiert der RSV!“ Was war geschehen? Nach einer Minute des Abtastens brannte der Greizer ein ringerisches Feuerwerk ab und ließ durch seine katzenhafte Geschmeidigkeit und technische Brillanz beim 13:0 Erfolg den Dritten der bulgarischen Meisterschaften wie einen Anfänger aussehen. (18:8)

Konstantin Sommer (74 kg/Freistil) wurde von Martin Waldeck zwar optisch in die Defensive gedrängt, blieb aber immer gefährlich. Die Führung des Greizers war von allerdings unbegründeten Protesten der Pausaer begleitet. Die Greizer Kampfmaschine baute die Führung nach zwei 30 Sekundenstrafen auf 3:1 aus und ließ trotz der ständigen Beinangriffe des Pausaers nur eine Resultatsverbesserung von 3:2 zu. (20:9)

Toni Stade (74 kg/greco) hat seine Erkrankung überwunden wie Martin Lehmann erkennen musste. Durch einen Kopf-Hüft-Schwung 4:2 führend, ließ der Greizer trotz ständiger Angriffe des Gegners durch seine Verteidigungskünste nur ein 4:4 zu, dass ihm durch seine Dreierwertung den Sieg brachte. Die Greizer Wand neben der Gästeecke feierte den 10:22 Auswärtserfolg enthusiastisch.

Stimmen zum Kampf

Tino Hempel, RSV-Trainer: „Eine Superleistung der ganzen Mannschaft. Da kann man eigentlich keinen herausheben. Mirco Redmann und Konstantin Sommer möchte ich auf Grund ihres hervorragenden Einsatzes doch nennen.“

Ulrich Leithold, 1.Vorstand des KSV Pausa: „Eine großartige Veranstaltung, der Sieg der Greizer fiel aber zu hoch aus.“

Jürgen Wolf, twowolfes-Filmproduktion Zeulenroda, der gerade einen Film über den RSV dreht: „Ich war das erste Mal beim Ringkampf und bin von dem Fluidum überrascht. Solche Stimmung habe ich noch nicht erlebt.“

Hier die Einzelergebnisse (Gastgeber immer zuerst):

Freistil, 55 kg: Adam SLOWINSKI - Vladimir CODREANU ... TÜ nach 5:29 min (0:4)
Gr.-röm., 60 kg: Nestar NESTAROV- Mateusz BIERZANOWSKI ... Disqu. (0:4)
Freistil, 66 kg: Radoslaw KIESIEL (RSV) siegt kampflos) (0:4)
Gr.-röm., 66 kg: Werner SCHELLENBERG - Brian TEWES ... 1:0 (2:0)
Freistil, 74 kg: Martin WALDECK - Konstantin SOMMER ... 2:3 (0:2)
Gr.-röm., 74 kg: Martin LEHMANN - Toni STADE ... 4:4 (0:2)
Freistil, 84 kg: Stefan BONEV - Patryk DUBLINOWSKI ... TÜ nach 3:55 min (0:4)
Gr.-röm., 84 kg: Maximilian SCHWABE - Tom LINKE ... 1:5 (1:2)
Freistil, 96 kg: Georgi SREDKOV - Sebastian WENDEL ... 6:0 (3:0)
Gr.-röm. 120 kg: Ricardo MELZ - Mirco REDMANN ... 4:0 (2:0)

Damit liegen die Greizer nach sechs Siegen ungeschlagen mit sechs Punkten Vorsprung vor den Verfolgern an der Tabellenspitze. Am Sonnabend, 26. Oktober, geht es zum letzten Kampf der Hinrunde zum Thüringenderby nach Jena. Mehr dazu hier:
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