Ringen, 2. Bundesliga: Greiz setzt Siegesserie fort

Adam Sobieraj (rot) siegt gegen den deutschen Jugendmeister Benjamin Opitz vier Sekunden vor Ende der regulären Kampfzeit durch Technische Überlegenheit.
 
Auch Vladimir Codreanu (rot) siegt gegen Thomas Berger durch Technische Überlegenheit.
 
Codreanu hat Berger fast auf den Schultern.
Auch nach dem ersten Rückrundenkampf der 2. Ringer-Bundesliga Nordost bleibt der RSV Rotation Greiz ungeschlagener Tabellenführer. Die Greizer setzten sich auf der heimischen Matte gegen den RV Thalheim mit 19:9 durch. Die Gastgeber gewannen fünf Kämpfe souverän mit 3:0 bzw. 4:0, die Erzgebirgler konnten vier knappe Kampfsiege einfahren, eine Begegnung ging 0:0 in die Wertung ein.

Hier der Kampfbericht von Erhard Schmelzer:
Der Vorsprung des RSV Rotation Greiz an der Tabellenspitze der 2.Bundesliga Nord wächst weiter an. Auch der Ex-Erstligist RV Thalheim kam nach starkem Beginn noch klar unter die Räder. Am Tag der Überraschungen, als die Verfolger Pausa und Leipzig/Taucha und auch Markneukirchen unterlagen, zog der RSV weiter seine Kreise und führt nun bereits mit 7 Punkten Vorsprung die Tabelle vor Aufsteiger Lübtheen an.

Dabei begann der Start in die Rückrunde, bei der die Stilarten getauscht werden, sehr durchwachsen. Im leichtesten Limit konnten beide Teams keinen Kämpfer mit dem benötigten Gewicht stellen. Während Greiz Merlin Sewina mit Übergewicht aufbot, für ihn sind die 55 kg nicht mehr erreichbar, ließen die Erzgebirger diese Klasse frei. Beide starteten so mit 0:0 in den Kampfabend, Thalheim wird allerdings noch eine saftige Strafe erhalten.

Im schwersten Limit traf Sebastian Wendel (120 kg/Freistil) auf den elf Jahre älteren Routinier Radoslaw Dublinowski. Der Greizer hatte aus seiner 0:6 Niederlage vom Vorkampf gelernt, verteidigte sich geschickt, geriet aber nach einer 30 Sekundenstrafe 0:1 in Rückstand. Auch das Glück stand diesmal nicht auf seiner Seite, dreimal scheiterte er nur knapp an einem Punktgewinn. spielte Der Thalheimer spielte seine ganze Routine aus. Als er kurz vor einer 30 Sekundenstrafe stand, drängte er den Greizer von der Matte und siegte 2:0. (Zwischenstand 0:2)

Trainer Tino Hempel hatte Vladimir Codreanu in die 60 kg-Klasse gestellt um nicht auf die Freistilkünste des Moldawiers verzichten zu müssen. Das erwies sich als hervorragende Idee. Thalheim brachte den ehemaligen Luckenwalder Thomas Berger, der den Greizer zeigte, wie schwer es ist in einer höheren Gewichtsklasse zu kämpfen. Codreanu griff zwar sofort an, führte 2:0, sah sich aber bald 2:3 im Rückstand. Der Greizer ging zwar mit Beinangriff und Achselwurf 7:3 in Führung, doch der 42-jährige Berger stellte mit einem Konter den Greizer in die Brücke (7:6). Der stimmgewaltige Thalheimer Fanclub feierte, aber nicht lange. Jetzt rang nur noch Codreanu, der mit doppeltem Beinangriff und Bodentechniken in nicht einmal vier Minuten mit einer Klasseleistung zum 17:6 kam. (4:2)

Der Thalheimer Petr Novak hatte in der Vorwoche überraschenderweise den Markneukirchener Filigrantechniker Marian Mihalik durch Disqualifikation bezwungen. Wer sich das schlecht vorstellen konnte, sah nun die Ursache: taktisches Geschick gepaart mit teilweise die Regeln überschreitender Härte. Der wieder in die Mannschaft gerückte Boris Eisenstein (96 kg/greco) wurde so etwas in die Defensive gedrängt und unterlag mit 0:1 durch Verwarnung. Das auch ein guter Schiedsrichter wie Mario Schmidt aus Torgelow nicht alles sieht, beweist die Tatsache, das der mehrmalige tschechische Meister nicht bestraft wurde, als er bei einer Sägebockstellung von Eisenstein diesen dreimal mit dem Knie in die Kniekehle sprang. (4:4)

Für Brian Tewes (66 kg/greco) wurde es der erwartet schwere Kampf gegen den dreimaligen Juniorenmeister Alexander Grebensikov. Der Greizer kämpfte beherzt, geriet aber durch einen Armdrehschwung 0:2 ins Hintertreffen. Erst in der letzten Minute gab er noch einige Zähler ab. Ein 0:6 gegen einen der stärksten deutschen Ringer ist kein schlechtes Ergebnis.

Die Thalheimer Trainer Heiko Krauß und Rüdiger Möhring waren zur Pause bei eigener 7:4 Führung bester Laune. Es dauerte aber nicht lange da wendete sich das Blatt.

Patryk Dublinowski (84 kg/Freistil) begann die Aufholjagd gegen Dennis Mehlhorn. Technisch überlegen sammelte er mit spielerisch aussehenden Angriffen Punkt auf Punkt und hatte nach 2:47 Minuten schon den zum Abbruch nötigen 11:0 Vorsprung herausgearbeitet. (8:7)

Radoslaw Kisiel (66 kg/Freistil) traf auf den EM- und WM-Teilnehmer der Junioren Peter Haase. Der Greco-Spezialist fand vor allem gegen die Beinangriffe des Greizers keine Abwehrmöglichkeiten, gab allerdings im Bodenkampf keinen Punkt ab. So dauerte es 3:35 Minuten ehe der 12:0 Sieg von Kisiel feststand. (12:7)

Mit Tom Linke (84 kg/greco) und Kevin Mehlhorn standen sich zwei gleichaltrige Absolventen der Sportschule Frankfurt/Oder gegenüber. Der offensivere Kampfstil des Greizers wurde durch zwei Abreißer belohnt. Zusammen mit einem Verwarnungspunkt siegte er mit 5:0 .(15:7)

Wie im Vorkampf trafen Toni Stade (74 kg/greco) und Tobias Löffler aufeinander. Der Greizer wollte seinen Sieg wiederholen, sein Widerpart setzte mehr auf Passivität (hatte ständig den Kopf auf der Brust von Stade) und Härte. Der Thalheimer ging durch Herausdrängen aus der Kampffläche in Führung. Stade, der sich etwas von seiner gewohnten Linie abbringen ließ, kam erst am Ende wieder in die Spur, wurde aber bei dem Versuch den Gegner von vorn anzukippen gekontert und unterlag 0:2. Wie überrascht Löffler von seinem Sieg war, zeigte sein Feiern nach dem Schlusspfiff. (15:9)

Einen Superschlusspunkt setzte Adam Sobieraj (74 kg/Freistil) gegen den deutschen Jugendmeister Benjamin Opitz. Der Sportschüler aus Leipzig spielte seine Schnelligkeit aus und war durch Beinangriffe kam zu fassen. Der mehrfache polnische Meister ließ sich getreu seinem Motto „In der Ruhe liegt die Kraft.“ nicht entmutigen. Er ließ sich von dem EM- und WM-Teilnehmer der Kadetten einfach am Fuß oder Knie fassen. Danach wand er sich mit schlangenhafter Flexibilität in Sekundenschnelle aus der Bredouille und sammelte so Punkt um Punkt. Man sollte die Kämpfe von Sobieraj als Lehrmaterial filmen. Kurz vor Schluss stand sein 11:0 Sieg fest.

Greiz hatte wie im Vorkampf mit 10 Punkten Differenz, diesmal mit 19:9, gewonnen. Der nächste Heimkampf steht mit dem Vogtlandderby gegen Markneukirchen schon am Sonnabend auf dem Programm.

Stimmen zum Kampf:
Tino Hempel, RSV-Trainer: „Wir haben die Mannschaft bei den leichten Gewichtsklassen etwas umgestellt und haben damit Erfolg gehabt. Thalheim hat uns das Siegen schwerer gemacht, als das Ergebnis aussagt. Vladimir Codreanu hat einen Superkampf gemacht. Unsere Stärke ist aber die geschlossene Mannschaftsleistung.“

Mario Schmidt, Kampfrichter: „Tolle Stimmung in der Halle, da macht Ringkampf Spaß.“

Heiko Krauß, Trainer Thalheim: „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen, außer Greiz. Greiz ist klar besser. Unter diesen Umständen sind wir mit dem Ergebnis zufrieden, immerhin hatten wir fünf Eigengewächse im Team.“
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