Ringen, 2. Bundesliga: RSV Greiz siegt in Lübtheen

Toni Stade sicherte im letzten Kampf des Abends durch seinen Sieg gegen Benjamin Sadkowiak den Mannschaftserfolg. (Foto: Zeuner)
 
Vladimir Codreanu legte bereits im ersten Kampf mit seinem 16:1-Erfolg gegen den Bulgaren Mitko Asenov den Grundstein zum Mannschaftssieg. (Foto: Zeuner)
Von Erhard Schmelzer

Duplizität der Ereignisse: Wie im Vorjahr starteten die drei Greizer Ringermannschaften an den ersten beiden Wettkampftagen mit sechs Siegen.

Während die Zweitligamannschaft in der Bundesliga mit einem Auswärtssieg beim Ringerverein Lübtheen die Tabellenführung vor dem punktgleichen KFC Leipzig verteidigte, startete die zweite Greizer Vertretung in der Landesliga Thüringen beim Dreierturnier in Apolda mit zwei Siegen in die Saison. Die Greizer Reservemannschaft bezwang die im Vorjahr noch in der 2. Bundesliga kämpfende Mannschaft aus Jena überraschend deutlich mit 19:10. Die neugebildete Kampfgemeinschaft Sömmerda/Apolda kam gar mit 8:23 unter die Räder. Die ebenfalls an der Tabellenspitze liegende Jugendligamannschaft greift nach einwöchiger Pause erst nächste Woche in Aue wieder in das Geschehen ein.

Der RSV Rotation Greiz startet nach dem Heimsieg gegen Thalheim mit einem heißumkämpften 11:9 Sieg beim Ringerverein Lübtheen in das neue Wettkampfjahr. Nach einer Anreise von 460 km war die Greizer Mannschaft vor der Rekordzuschauerkulisse von 518 zahlenden Zuschauern hellwach. Die Atmosphäre beim Ringkampfsport war, wie meist bei diesem Sport, fair und sportlich. Während es in den höheren Ligen beim Fußball Usus ist schon bei der Vorstellung der gegnerischen Mannschaft so zu pfeifen, dass auch der neutrale Zuschauer kein Wort verstehen kann, wird beim Ringen auch der siegreiche Gegner mit Applaus bedacht. Dabei hätte der Verlauf des Kampfabends bei den Lübtheener Fans durchaus Reaktionen des Missfallens hervorrufen können. Die Gastgeber blieben zwar in sechs der zehn Kämpfe siegreich, mussten aber den Mannschaftssieg auf Grund der höheren Siege den Gästen aus dem Vogtland überlassen.

Vladimir Codreanu (57 kg/Freistil) legte bereits im ersten Kampf den Grundstein zum Sieg. Wie im Vorjahr bezwang er mit Beinangriffen und Bodentechniken den Bulgaren Mitko Asenov mit technischer Überlegenheit. Nach vier Minuten stand der 16:1 Erfolg fest. (Zwischenstand aus Greizer Sicht 4:0).

Boris Eisenstein (130 kg/greco) und der Bulgare Daniel Bankov machten es den guten Kampfrichter Peter Pippel aus Potsdam nicht leicht einen Sieger zu ermitteln. Am Ende entschied eine Wertung für den Lübtheener, der damit einen Punkt auf das Konto seiner Mannschaft brachte. (4:1)

Routinier Florian Crusius (61 kg/greco) traf auf das Ausnahmetalent Andrej Ginc, das in Torgelow mit dem Ringen begann. Der tapfer kämpfende deutsche Juniorenmeister geriet bald 0:2 in Rückstand. Der Greizer rang auf Grund einer in der Vorwoche erlittenen Verletzung etwas verhalten, baute aber seinen Vorsprung durch eine Viererwertung auf 6:0 aus. (6:1)

Immer wieder gelang es Stefan Lippke (98 kg/frei) den Modellathleten Max Kriwoschein im Nahkampf zu binden und so dessen Beinangriffe zu verhindern. Die meisten Wertungen beim 5:0 Sieg des Lübtheeners entstanden so durch Drängen aus der Kampfzone. (6:3)

Freistilringen vom Feinsten boten Radoslaw Kisiel (66 kg) und der ehemalige deutsche Vizemeister in beiden Stilarten Dennis Langner. Der Ex-Rostocker überraschte den Greizer nach 30 Sekunden mit einem Beinangriff, der 4 Punkte einbrachte. Kisiel steckte nicht auf, wollte den Spieß umdrehen, geriet aber durch Konter und Gegenangriffe 2:11 in Rückstand. Mit einer Energieleistung kam der Greizer gegen den nachlassenden Gegner auf 5:11 heran. (6:5)

Wieder ging es im griechisch-römischen Stil sehr knapp zu. Tom Linke (86 kg) war während des gesamten Kampfverlaufes gleichwertig mit dem Bulgaren Atanas Kolev, unterlag aber durch eine Zweierwertung in der fünften Minute. (6:6)

Der deutsche Vizemeister Brian Tewes (66 kg/greco) hatte mit dem dänischen Meister Anders Ekström einen starken Widersacher erhalten. Lange hielt der Greizer den Kampf offen, musste aber kurz vor Schluss im Bodenkampf nach einer Verwarnung eine 4 abgeben. (6:8)

Zuverlässig wie immer spielte Adam Sobieraj (86 kg/frei) seine technischen Finessen aus und bezwang Sebastian Otto mit 10:1 Punkten. (9:8)

Auch Daniel Sartakov (75 kg/frei) wusste - trotz seiner 3:4 Niederlage - zu überzeugen. Der Greizer Junior lieferte dem erstligaerfahrenen Sebastian Nowak einen Superkampf, ging zweimal in Führung, gab aber gegen den Ex-Rostocker, der sich wie eine Schlange aus vielen heiklen Situationen herauswand, am Ende eine „Zwei“ zuviel ab. (9:9)

Nun musste der letzte Kampf entscheiden. Die Lübtheener mussten das Handicap tragen ihren dänischen Spitzenmann Fredrik Bjerrehuis wegen den gleichzeitig stattfindenden Weltmeisterschaften in Taschkent (Usbekistan) nicht aufbieten zu können. Toni Stade (75 kg/greco) traf so auf den universell einsetzbaren Benjamin Sadkowiak. Der Vizemeister des Vorjahres erarbeitete sich in der ersten Kampfminute einen 6:0 Vorsprung und ließ dann nichts mehr anbrennen. Die Greizer konnten einen schwer erkämpften 11:9 Sieg feiern und bereiten sich nun auf den Spitzenkampf in der Jahnturnhalle gegen den ebenfalls mit zwei Siegen gestarteten KFC Leipzig vor.

Stimmen zum Kampf

Thomas Fähndrich, Präsident des RSV: „Unsere Sportler haben alles gegeben. Wir mussten einige Niederlagen einstecken, mit denen wir nicht gerechnet hatten. Aber auch die Geschlagenen rangen auf Augenhöhe und sicherten so den Auswärtssieg.“
Csaba Matrahazi, der ungarische Olympiakader von Rom 1960 brachte 1968 den Ringkampfsport nach Lübtheen: „Ich hatte mit einem Greizer Sieg gerechnet, wurde aber dann von unserer Mannschaft positiv überrascht. Mit Bjerrehuis hätten wir wohl gewonnen. Die ausgeglichenen Freistilkämpfe 66 und 75kg waren Werbung für den Ringkampfsport, an denen die Greizer Sportler trotz ihrer Niederlagen großen Anteil hatten.“
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