Saisonziel knapp verfehlt

Die Mannschaft des RSV Rotation Greiz, stehend, v.l.: Betreuer Mario Neudeck, Merlin Sewina, Betreuer Christian Lippert, Michael Völkel, Sebastian Wendel, Michael Dengler, Patryk Dworzyk, Toni Stade und Trainer Falk Schlehahn. Vorn, v.l.: Konstantin Sommer, ein ganz junger Fan, Edgar Babayan, Mateusz Bierzanowski, Radoslaw Kisiel und Edgar Melkumov.
 
Mateusz Bierzanowski (r.), hier gegen den Auer Marcel Sandeck, erkämpfte in der abgelaufenen Saison 41 Punkte. Damit war er der erfolgreichste Punktesammler in den Greizer Reihen.

Ringen, 2. Bundesliga Nord: RSV Rotation Greiz mit durchwachsener Saison

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Von Dietmar Wolf

Nach der knappen 17:18-Niederlage gegen die WKG Pausa/Plauen am letzten Kampftag in eigener Halle stand für die Greizer Ringer fest, dass sie das Saisonziel - Platz drei bis fünf - nicht mehr erreichen können. In der Abschlusstabelle der 2. Bundesliga Nord belegte der RSV Rotation Greiz am Ende mit 16:16 Punkten den sechsten Platz.

Wie ein roter Faden zog sich bei den Greizern die Verletzungsmisere durch die gesamte Saison. Nur am letzten Kampftag konnte Trainer Falk Schlehahn seine Wunschformation auf die Matte schicken. Mit einer kleinen Einschränkung, denn Radoslaw Kisiel war immer noch angeschlagen und noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte.

Vor Beginn der Saison hatte den Verein die Hiobsbotschaft erreicht, dass der Leistungsträger Edgar Babayan wegen einer schweren Schulterverletzung die Hinrunde komplett ausfallen würde. Trainer und Vereinsleitung sprachen daraufhin mit den 84-kg-Freistilern Michael Dengler und Radoslaw Horbik, ob sie auch die Stilart Klassisch besetzten würdenn. Sie waren einverstanden. Das klappte aber nur am ersten Kampftag, beide gewannen auch in Nürnberg. Doch danach verletzte sich Horbik ernsthaft in einem Trainingskampf gegen den ehemaligen Greizer Radoslaw Baran am Knie und fiel die gesamte Saison aus. Die Gewichtsklasse 84 kg/K musste nun notgedrungen sehr oft unbesetzt bleiben. Dies kostete dem Verein viele Punkte. Der RSV konnte nur sechs Mal im Laufe der Saison mit einer kompletten Mannschaft antreten.

Oftmals ging die Mannschaft mit dem letzten Aufgebot in die Kämpfe, denn es blieb nicht bei diesen beiden Verletzten. Im letzten Hinrunden-Kampf in Pausa verletzte sich mit Radoslaw Kisiel (66 kg)F) ein weiterer Leistungsträger ernsthaft an der Schulter, so dass er in der Rückrunde nur noch drei Mal eingesetzt werden konnte. Auch Michael Dengler und Konstantin Sommer fielen wegen Verletzung einige Kämpfe aus. Mateusz Bierzanowski und Edgar Melkumov erhielten einige Male vom polnischen Verband keine Freigabe.

So kam der RSV in der Hinrunde nur zu drei Siegen, gegen Nürnberg II auswärts mit 15:22, gegen Markneukirchen in der Musikstadt mit 14:21 und zu Hause gegen den AC Werdau mit 31:7. Die Greizer mussten einige herbe Niederlagen so in Aue mit 22:14, zu Hause gegen Jena mit 14:23, in Eisleben gegen den KAV Mansfelder Land mit 14:25 und in Pausa mit 24:13. So lag der RSV mit 6:10 Punkten nur auf dem siebenten Tabellenplatz nach der Hinrunde.

Der absolute Tiefpunkt der Saison war die blamable 10:28-Heimniederlage gegen Nürnberg II zum Rückrundenauftakt, als mit Mateusz Bierzanowski, Edgar Melkumov, Edgar Babayan, Patryk Dworzyk und Radoslaw Horbik fünf Leistunsträger fehlten und Radoslaw Kisiel trotz Verletzung auf die Matte ging - um die Mannschaft überhaupt kampffähig zu machen.

Nach diesem Auftritt musste man das Schlimmste befürchten. Aber es kam anders. Greiz siegte fast schon sensationell beim damaligen Tabellenzweiten SC Isaria Unterföhring mit 20:21 und Edgar Babayan gab mit einem Schultersieg ein erfolgreiches Comeback. Es ging wieder aufwärts. In der Rückrunde zeigte der RSV, wozu die Mannschaft in der Lage ist, denn sie besiegte, bis auf den KSC Motor Jena, alle vor ihr in der Abschlusstabelle liegenden Mannschaften und dies sehr deutlich.

Greiz setzte im Laufe der Saison insgesamt 14 Sportler ein. Alle Kämpfe bestritten nur Toni Stade (74 kg/K/24 Punkte) und Sebastian Wendel (96 kg/F/28 Punkte). Ungeschlagen blieb bei seinen zwölf Einsätzen Edgar Melkumov (66 kg/K). Er erkämpfte 38 Punkte. Bei seinen sieben Einsätzen blieb Edgar Babayan (85 kg/K) ebenfalls ungeschlagen und holte dabei 26 von 28 möglichen Punkten.

Mateusz Bierzanowski kämpfte in drei Gewichtsklassen und in beiden Stilarten! In seinen 13 Einsätzen musste er nur zwei Niederlagen hinnehmen. Damit war er in der Greizer Mannschaft mit 41 Punkten der erfolgreichste Punktesammler.

Der jüngste im Team, Merlin Sewina (55 kg/F/K), konnte nach dem Gewinn des Vizemeistertitels bei den Deutschen Meisterschafte eine deutliche Leistungssteigerung nachweisen und erkämpfte bei seinen 13 Einsätzen 29 Punkte und dies meist gegen Ältere und erfahrenere Gegner. Er wurde zu einer Stütze der Mannschaft.

Auf Michael Dengler (84 kg K/F) war stets Verlass, er erkämpfte bei seinen vierzehn Einsätzen 37 Punkte und blieb bei seinen drei Kämpfen im klassischen Stil ungeschlagen.

Joel Greschok und Florian Sieg gilt der Dank für ihren Einsatz, ohne deren Bereitschaft wäre die Mannschaft das ein oder andere Mal nicht Kampffähig gewesen.

So belegte der RSV nach Abschluss der Saison Platz sechs in der Tabelle, die schlechteste Platzierung seit dem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga.

Als Aufsteiger in die 1. Bundesliga stehen der FC Erzgebirge Aue und der KAV Mansfelder Land fest.

Auch in der neuen Saison wird es wieder drei 2. Bundesligastaffeln geben. Wie die Zusammensetzung aussehen wird, wird auf der nächsten Bundesligatagung im Februar festgelegt. "Erst danach und nach Ablauf der Wechselfrist am 31. Mai können wir uns über unsere Ziele für die kommende Saison äußern", blickt Trainer Falk Schlehahn voraus.

Die Abschlusstabelle 2012 der 2. Ringer-Bundesliga Nord:

1. FC Erzgebirge Aue 24 : 8
2. KAV Mansfelder Land 19 : 13
3. AVG Markneukirchen 17 : 15
4. KSC Motor Jena 17 : 15
5. SC Unterföhring 17 : 15
6. RSV Rotation Greiz 16 : 16
7. SV Johannis Nürnberg II. 14 : 18
8. WKG Pausa/Plauen 14 : 18
9. AC Werdau 6 : 26

Der SV Johannis Nürnberg II muss absteigen, da die 1. Mannschaft der Franken aus der 1. Bundesliga abgestiegen ist.
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